Aus Baugewerbe Unternehmermagazin 4\2020

Marvin Meyke,

Tiefbau: Robuste Pfähle

Für den Bau eines sechs Meter tiefen und 22 Meter breiten Wasserrückhaltebeckens in der elsässischen Stadt Riedisheim setzte das Bauunternehmen Durmeyer SAS auf das Doppelkopfverfahren von Bauer – eine Premiere in Frankreich.

© Bauer

Mit dem Doppelkopfverfahren mit Dreh­momentwandler (DKS/BTM) kam ein von Bauer entwickeltes Verfahren zum Einsatz, das so noch nie in Frankreich angewendet wurde. Mit dem Großbohrgerät Bauer BG 36 wurden 96 ­Pfähle mit einem Durchmesser von 880/900 Millimeter ­hergestellt. Vincent Keller, Dirécteur Général bei ­Durmeyer, erläutert: „Mehrere Faktoren stellten bei diesem Projekt im Département Haut-Rhin eine Herausforderung dar: Insgesamt herrschten ­be­engte Platzverhältnisse, in unmittelbarer Nähe zu den Bohrarbeiten verliefen zudem Bahngleise. Hinzu kam, dass die Abdichtung gegen Grundwasser ­während der gesamten Arbeiten sichergestellt werden musste. All dies und die Tatsache, dass sich im Baugrund unter anderem über 25 Zentimeter große Steine befanden, bewog uns dazu, uns für das DKS/BTM-Verfahren mit einer BG 36 von Bauer zu entscheiden.“

Beim Doppelkopfverfahren handelt es sich um die Verknüpfung des CFA-Verfahrens mit durch­gehender Bohrschnecke mit provisorischer ­Ver­rohrung. Ergebnis ist eine verrohrte ­Bohrung, her­gestellt mit einer Endlos- oder Hohlschnecke. „Vorteilhaft ist dieses Verfahren bei hoch­anstehendem Grundwasser und auftriebs­gefährdeten Bodenschichten, die im Kellyverfahren ein Bohren unter Wasserauflast erfordern“, erklärt Tim Lämmle, Geschäftsführer Bauer ­Machines SAS, französische Vertriebstochter der Bauer ­Maschinen. Beim Projekt konnte eine ­Aushöhlung des Erdreichs unterhalb der Gleise ­verhindert sowie die Vertikalität der Pfähle gewährleistet werden.

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Effizient und sicher
„Da das Verfahren bei sehr unterschiedlichen Bodenverhältnissen eingesetzt werden kann und die BG 36 im Vergleich zu ihrer Leistung sehr kompakt ist, sehen wir auch künftig viele Einsatzmöglichkeiten“, so Vincent Keller weiter.
Trotz eines komplexeren Einbau­verfahrens (im Vergleich zum Kelly-Bohren oder zum Bohren mit einer Hohlschnecke) arbeite das ­Bohrgerät effizient. Auch die Sicherheit spielte eine große Rolle: „Vor allem das ­Materialauswurfsystem mit ­Schütte und Bohreimer bietet unseren Mit­arbeitern ein hohes Maß an Sicherheit und Komfort. Es ist beeindruckend, wie sicher man heute schon auf Baustellen arbeiten kann.“

Schon seit gut 30 Jahren arbeiten Durmeyer und Bauer zusammen. ­Aktuell hat Durmeyer neben der BG 36 auch eine BG 20 H, eine BG 36/40 sowie eine RG 22 S der RTG Ramm­technik in seiner Flotte. „Auch bei diesem Projekt war die Unterstützung seitens Bauer wieder hervorragend“, ­berichtet ­Vincent Keller. „Dank des ausführ­lichen Gerätefahrertrainings und der kompetenten Unterstützung auf der Baustelle waren wir in der Lage, ab dem ersten Pfahl erfolgreich zu ­arbeiten. Wir konnten viel von den Erfahrungen von Bauer profitieren.“ 

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