Pumpenschacht

Passgenau in den Schacht

Sonderanfertigung eines Pumpenschachts. Im Süden von Montabaur entsteht seit 2014 ein neues Stadtviertel namens „Quartier Süd“ im Auftrag der Quartiersmanufaktur GmbH & Co. KG. Ein abfallendes Baugelände bereitete den Planern Kopfzerbrechern. Für den Einbau eines Pumpenschachts mit Verbindung zu den Abwasserkanälen war eine Sonderanfertigung gefragt. Das Gebr. Fasel Betonwerk GmbH setzte diese um.

Die PU-Auskleidung in den Schachtteilen sorgt für gute hydraulische Eigenschaften und schützt den Beton, der für eine extrem hohe Stabilität steht, vor Korrosion. © Gebr. Fasel Betonwerke GmbH

Über 400 Menschen leben bereits im Quartier Süd. In fünf bis sieben Jahren sollen es insgesamt rund 1.000 sein, die hier wohnen und arbeiten. Einige von ihnen leben im Quartier „Wohnen mit Weitblick“. Hier fällt das Baugelände zur Bundestraße deutlich ab. Was den Bewohnern einen schönen Weitblick ins Grüne beschert, stellte den Bauherrn vor eine Herausforderung: Denn das aus den Häusern anfallende Abwasser muss auf das Niveau der knapp sieben Meter oberhalb liegenden Abwasserkanäle transportiert werden. Die Lösung bestand im Bau eines knapp 5 m hohen, vorgefertigten Pumpenschachtes DN 2000 durch die Gebr. Fasel Betonwerk GmbH. Für den fachgerechten Einbau sorgte die WWB Tiefbaugesellschaft mbH.

Nichts von der Stange
Der kreisrunde Fabekun-Schacht sollte komplett vorgefertigt werden und über sämtliche Öffnungen für die Einbindung der PP-Abwasserleitung DN 250, Belüftungs- und Entlüftungsleitungen – ebenfalls aus PP – jeweils mit DN 150 sowie der Druckleitung DN 100 und der drei Kabelleerrohre mit jeweils einem Außendurchmesser DA 110 verfügen. Die vier Erdungsanschlüsse mit wasserdichten Wanddurchführungen der Hauff-Technik GmbH & Co. KG wurden bei der Produktion ebenfalls direkt mit in die Schachtwand einbetoniert. „Hier war nichts von der Stange, sondern eine komplette Sonderanfertigung“, erinnert sich Fabian Fasel, einer der Geschäftsführer des Fasel Betonwerks aus Nisterau. Er macht keinen Hehl daraus, dass ihm das Projekt anfänglich durchaus Kopfzerbrechen gemacht hat, zumal ihm nicht verborgen geblieben war, dass sich kein anderes Unternehmen an die Umsetzung herangetraut hatte, was ihn aber noch zusätzlich angespornt habe.

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Insgesamt über 5 m hoch und 23,5 t schwer ist der vollständig mit PU ausgekleidete Pumpenschacht. © Gebr. Fasel Betonwerke GmbH

PU-Auskleidung für zusätzliche Dichtigkeit
Die Schachtinnenwand einschließlich der Verbindungsmuffen für die Rohranschlüsse und einzelnen Schachtbauteile ist vollständig und nahtlos mit PU in einer Stärke von 10 mm ausgekleidet, um auf diese Weise zu einer extrem hohen Dichtigkeit beizutragen. Dabei vereinigt der Schacht die Vorteile der Werkstoffe Beton (gefertigt nach DIN 1917) und Kunststoff. „Die PU-Auskleidung sorgt unter anderem dafür, dass die im Schacht zwangsläufig entstehenden Gase dem Beton nicht so zusetzen können,“ erklärt Fasel mit Blick auf die besonders hohe Widerstandsfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit des Fabekun-Schachtes. Dieser setzt sich in Montabaur aus einem 1,45 m hohen Schachtunterteil mit exzentrischem, 750 l fassendem Pumpensumpf zur Aufnahme der beiden elektrisch betriebenen Tauchpumpen sowie drei Schachtringen in Höhen zwischen 90 und 100 cm zusammen, deren Wandstärken zwischen 25 und 35 cm variieren.

Insgesamt bringt der Schacht mit seiner Höhe von fast 5 m rund 23,5 t auf die Waage. Darüber hinaus ist die Innenauskleidung des Schachtunterteils fugenlos ausgestaltet und löst damit ein zentrales Problem von Schachtbauten. Die Infiltration von Grundwasser sowie die Exfiltration von Abwasser in das den Schacht umgebende Erdreich, gerade im Bereich der Muffen und Fugen, ist so nicht mehr möglich.

Sie sind mit dem Einbau des Schachts und dessen Qualität zufrieden. V.l.n.r.: Andreas Kloss, Planer und zuständiger Bauleiter bei Scherf, Projektleiterin Lydia Berressem, Arno Frideres, Gesellschafter des Ingenieurbüros Scherf, Fabian Fasel, Geschäftsführer des Fasel Betonwerks, und Oliver Schmidt, Bauleiter bei WWB. © Gebr. Fasel Betonwerke GmbH

Schneller Baufortschritt
Nicht zuletzt aufgrund des extrem hohen Vorfertigungsgrades und der guten Koordinierung der Baubeteiligten konnten die Schachtteile innerhalb von nur wenigen Stunden gesetzt und der Einbau mit dem Aufbringen der Abdeckung mit einer Prüflast von 40 Tonnen erfolgreich abgeschlossen werden. Entsprechend zufrieden zeigte sich Projektleiterin Lydia Berressem von der Quartiersmanufaktur. Sie zeigte sich beeindruckt von der erheblichen Planungsleistung und der anschließenden Lösung. Dem schloss sich Dipl.-Ing. (FH) Arno Frideres, Gesellschafter des Ingenieurbüros Scherf, an, die die Baumaßnahme geplant hatten: „Der Schacht ist exakt so konfektioniert worden, wie es gewünscht war.“

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