Ausbau der Wiener U-Bahn

Marvin Meyke,

Die tiefsten Bohrpfähle Wiens

Rund 1.150 Kilometer umfasst das Wiener Netz der öffentlichen Verkehrsmittel umfasst aktuell. Als eine der wichtigsten Wiener Infrastrukturmaßnahmen wird das U-Bahn-Netz sowohl durch eine neue Linienführung der U2 als auch durch die Neuerrichtung der U-Bahnlinie U5 modernisiert. Zum Einsatz kommen Bohrpfähle von Bauer Tiefbau.

Bohrtiefen von bis zu 61 Meter werden beim U-Bahn-Ausbau in Wien realisiert. © Bauer Gruppe

Der Ausbau des Linienkreuzes U2xU5 erfolgt in zwei Baustufen: Die erste Baustufe umfasst den Ausbau der U2 vom Rathaus bis zum Matzleinsdorfer Platz und der U5 vom Karlsplatz bis zum Frankhplatz. Die darauffolgende Baustufe, in welcher die U5-Stationen bis Hernals sowie die U2- Stationen bis zum Wienerberg gebaut werden, befindet sich momentan in Planung.

Fünf Großbohrgeräte im Einsatz
Die österreichische Tochterfirma der Bauer Spezialtiefbau GmbH wurde von der ARGE U2xU5 (bestehend aus den Firmen
Swietelsky AG, Hochtief Infrastructure GmbH und Habau Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H.) mit der Herstellung von rund 35.000 Meter Bohrpfählen mitDurchmessern von 620 mm, 880 mm sowie 1.180 mm und Bohrtiefen von bis zu 61 Meter für neun Schächte mitten im Stadtzentrum beauftragt. Hierfür werden im Zeitraum von April 2021 bis Herbst 2022 bis zu fünf Großdrehbohrgeräte mobilisiert.

Wasserauflast als Herausforderung
Die im Projektgebiet vorherrschende Geologie ist durch Ablagerungen des Wiener Beckens (Miozän), welche von Anschüttungen, Lösslehmen und wasserführenden Quartärschottern überlagert wird, gekennzeichnet. Im Gegensatz zu den Baulosen zwischen den U2-Stationen „Matzleinsdorfer Platz“ und „Neubaugasse“, in welchen die neu zu errichtenden Streckentunnel generell im Miozän („Wiener Tegel“) zu liegen kommen, verlaufen die Tunnelachsen im von Bauer Spezialtiefbau zu bearbeitendem Bereich zwischen „Rathaus“ und „Schottentor“, in den wasserführenden Schichten des Quartärs. Aufgrund dieser zusammenhängenden freien Grundwasserkörper in den Quarzschottern, in Kombination mit den gespannten Grundwässern der sandigen Lagen des Miozäns, müssen ins Miozän einbindende Bohrpfähle im Allgemeinen unter Wasserauflast hergestellt werden.

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In Bezug auf die Herstellung der Bohrpfähle erfordern die nachfolgenden Gewerke und Ausbauarbeiten in den meisten Bauabschnitten die Einhaltung gegenüber der Norm erhöhter Toleranzanforderungen. So ist eine Bohrgenauigkeit mit einer maximalen Neigungsabweichung von 1 % bezogen auf die Bohrtiefe ab Bohrplanum und die Verwendung einer Bohrschablone, die in der Ansatzebene auf +/- 3 cm genau herzustellen ist, gefordert.

Bis zu 61 Meter in die Tiefe
Das Highlight der Arbeiten: Am Absprungbauwerk „Schottentor“ werden die tiefsten jemals in Wien ausgeführten Bohrpfähle zum Einsatz kommen – mit Durchmessern von 1.180 mm und einer Bohrtiefe von 61 Meter. Aufgrund der neuen Streckenführung ist eine Verbreiterung des Tunnels notwendig, wodurch die Bohrpfähle je nach Gruppenzugehörigkeit unterschiedliche Funktionen übernehmen. Beispielsweise ersetzt die tangierende Bohrpfahlwand auf der Seite der Universität die in diesem Bereich entfernte Schlitzwand und leitet zusätzlich die aus der vergrößerten Stützweite resultierenden Lasten in den Untergrund ab. Die aufgrund der statischen Randbedingungen und Lastumlagerungen entstehenden hohen Lastkonzentrationen erfordern die Herstellung einer zweireihigen Bohrpfahlgruppe im Bereich „Universität Ost“ sowie die Herstellung von bis zu 55 Meter langen Bohrpfählen mit einer Bohrtiefe von 61 Meter im Bereich „Universität Mitte“, welche nachfolgend auch einen Teil der Tunnelwand darstellen.

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