Modulares Überbrückungssystem

Marvin Meyke,

Stahlplatten auf der ­Autobahn

Erleichterung gab es im September auf der längsten Straßenbrücke Deutschlands, der Hochstraße K20 in Hamburg: In 55 Stunden waren 30, je bis zu acht Tonnen schwere Mega-MMBS eingebaut worden. Diese klappbaren Stahlplatten von Maurer werden bis 2026 einen 2,5 Meter breiten Spalt überbrücken.

© Maurer

Die sechsspurige Autobahn A7 soll auf vier Spuren pro Fahrtrichtung ausgebaut und saniert werden. Ein besonderes Teilstück ist dabei die K20, ein rund 3,8 Kilometer langer Abschnitt der A7 im Hafengebiet. ­Diese längste ­Straßenbrücke Deutschlands hat 110 Pfeilerachsen mit rund 500 Pfeilern. In drei Achsen stehen sogenannte Megastützen. Diese Megastützen halten das Bauwerk in Längsrichtung. Die normalen Brückenpfeiler haben einen Durchmesser von rund 60 cm, die Megastützen von über fünf Meter. Trotz der Ausmaße sind der Beton der Megastützen sowie der Jochbalken infolge des Streusalzeinsatzes chloridgeschädigt. Sie müssen deshalb abgebrochen und neu aufgebaut werden – unter laufendem Verkehr. Das wird etwa fünf Jahre dauern. Die Brücke wird währenddessen mit einer Stahlkonstruktion abgestützt. Die Herausforderung ist ein 2,5 Meter breiter Spalt quer über die Fahrbahn, der direkt über den Jochbalken entsteht. Er muss überbrückt werden – mit Mega-MMBS.

MMBS – Modulares Überbrückungssystem
MMBS (Maurer Modular Bridging System) sind modulare Überbrückungssysteme. Sie werden über ein Baufeld gelegt, damit es vom Verkehr überfahren werden kann. Zudem können die MMBS-Elemente schnell aufgeklappt und arretiert werden, damit das Baufeld darunter zugänglich ist. Die Mega-MMBS in Hamburg sind größer, stabiler und komplexer als eine Standard-Ausführung. Da sie lange unter Verkehr liegen, müssen sie besonders sicher im Überbau ver­ankert, aber geöffnet werden können. Dazu dienen 200 mm lange Schubdollen mit einem Durchmesser von 80 mm. Je zwei Schubdollen auf der auffahrenden und abfahrenden Seite halten ein MMBS-­Element auch dann in Position, wenn zum Beispiel die Schubkraft eines bremsenden Lkw wirkt.

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Die ersten Einbauaktionen liefen im ­September und Oktober erfolgreich. Der dritte Einbau ist im Mai geplant. Die MMBS-Elemente wurden ­während einer je 55-stündigen Vollsperrung eingebaut. Zuerst ­fuhren die Geräte ein, darunter drei ­100-Tonnen-Kräne, ­welche die schweren MMBS-Platten an Ort und Stelle hoben. Für die Verankerung der Schubdollen wurden Kernbohrungen in den Überbau gemacht, die Schubdollen eingesteckt und mit Epoxidharz vergossen. Die MMBS-Elemente wurden eingehoben, platziert und mit den Verbundankern befestigt.

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