Asphalteinbau

Michael Endulat,

Der Fertiger denkt mit

Automatikfunktionen für IT-gestützte Verdichtung. Die Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co. KG erweitert den Berliner Autobahnring von sechs auf acht Spuren. Beim Umsetzen zwischen mehreren kleinen Bauabschnitten erleichtern Automatikfunktionen der Straßenfertiger von Vögele, AutoSet Plus, dem Einbauteam die Arbeit.

Kombination aus Neubau und Sanierung: Vögele-Fertiger bauen die A 10 vor den Toren Berlins aus. © Vögele

Mit AutoSet Plus lassen sich Einbauprozesse automatisieren und einmal erzielte Qualität auf Knopfdruck reproduzieren. Die Funktion ist in der ErgoPlus-3-Bedienkonsole der Vögele-Fertiger integriert und eignet sich besonders für Baumaßnahmen mit mehreren Abschnitten – wie ein aktuelles Beispiel vom Berliner Ring zeigt: Zwischen den Autobahndreiecken Potsdam und Nuthetal liegt eine der am stärksten befahrenen Strecke der A10.

Laut Prognose wird der Verkehr auf dem 9 km langen Abschnitt bis 2025 von 90.000 auf 126.000 Fahrzeuge pro Tag zunehmen. Bis 2020 soll die A10 in diesem Bereich deshalb von sechs auf acht Spuren erweitert werden. Dazu werden zunächst die drei bestehenden Fahrstreifen in Fahrtrichtung West komplett ausgebaut. Anschließend werden im Neubauverfahren vier Fahrsteifen hergestellt. Im Anschluss daran folgt dieselbe Vorgehensweise in Fahrtrichtung Ost.

Die Erweiterung auf 18,5 m je Fahrtrichtung ist für das ausführende Unternehmen, die Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co. KG mit einigen Herausforderungen verbunden: Die bestehenden Brückenbauwerke sind nicht auf diese Breite ausgelegt und müssen ebenfalls ersetzt und verbreitert werden. Das Einbauteam musste deshalb häufig von einer Einbaubahn zur nächsten sowie zwischen den Abschnitten umsetzen und zudem verschiedene Mischgüter verarbeiten – teilweise innerhalb einer Arbeitsschicht.

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Gespeicherte Einstellungen können zu jedem Zeitpunkt aus dem AutoSet-Plus-Programmspeicher ausgewählt und aktiviert werden. © Vögele

Einbauparameter und -einstellungen per Knopfdruck speichern
„Normalerweise müssen bei jedem Umsetzen des Fertigers sämtliche Einbauparameter neu eingestellt werden“, erläutert Henry Moser, Einbaumeister bei der Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co. KG. „Dasselbe gilt auch für jede neue Lage, wenn ein anderes Mischgut in einer abweichenden Schichtdicke und Einbaugeschwindigkeit verarbeitet werden soll.“ Bei einer Baumaßnahme wie der Erweiterung der A 10 hätten die beiden Vögele-Fertiger Super 1900-3i und Super 2100-3i besonders häufig neu eingestellt werden müssen. „Wenn dann noch Zeitdruck dazu kommt, kann dabei natürlich auch einmal ein Fehler passieren“, so Moser. „Deshalb haben wir uns auf der Baustelle von AutoSet Plus unterstützen lassen.“

AutoSet Plus ist in der ErgoPlus-3-Fahrer-Bedienkonsole integriert und bietet zwei Grundfunktionen: Zum einen die Umsetz- und Transportfunktion, die den Fertiger per Knopfdruck in Transportstellung bringt und dabei einbaurelevante Einstellungen speichert. Zum anderen bietet AutoSet Plus die Funktion Einbauprogramme: Mit ihr können Anwender sämtliche Einbauparameter wie Mischgutsorte, Einbaubreite, Schichtart sowie Maschineneinstellungen, die auf der Baustelle relevant sind, speichern und bei Bedarf wieder abrufen.

Auf der Autobahnbaustelle bei Potsdam unterstützte die AutoSet-Plus-Funktion „Einbauprogramme“ das Einbauteam. © Vögele

Asphaltschichten werden gleich eingebaut und vorverdichtet
Auf der Berliner Baustelle unterstützte die zweite Funktion das Einbauteam maßgeblich: Die Johann Bunte Bauunternehmung baute zunächst eine Bahn und anschließend zwei weitere Bahnen parallel ein. Dabei war es entscheidend, dass jedes Mischgut der verschiedenen Asphaltschichten mit identischen Parametern eingebaut wurde. Damit das gelingt, speicherten die beiden Fertigerfahrer die Einstellungen nach jeder Schicht (Trag-, Binder- und Deckschicht) als Einbauprogramm ab – immer dann, wenn diese Schicht zum ersten Mal eingebaut wurde. Dies gelang schnell und unkompliziert, weil die meisten der eingestellten Werte durch AutoSet Plus automatisch übernommen werden können. Nach Beendigung des Asphalteinbaus auf einem der Abschnitte transportierte das Einbauteam die beiden Fertiger der Highway Class zum nächsten – und die Maschinisten konnten auf Knopfdruck in der identischen Einstellung mit der Arbeit fortfahren.

Fazit
„Damit haben wir auch sichergestellt, dass jede Asphaltschicht auf jedem Abschnitt gleich eingebaut und vorverdichtet wird“, ergänzt Jürgen Schimang, Asphaltkoordinator bei der Johann Bunte Bauunternehmung. „AutoSet Plus verschafft also große Sicherheit. Dem Einbauteam, weil es eine Fehlerquelle weniger hat. Unserer Firma, weil sie mehr Prozesssicherheit hat. Und dem Auftraggeber, weil er sicher sein kann, dass jede Schicht auf jedem Meter identisch hergestellt wird.“


Die 3D-Steuerung Navitronic Plus übernimmt neben der Nivellierung und der Steuerung der Einbaulage auch das Lenken. © Vögele

3D-Steuerung für die Nivellierung
Nicht allein der Einsatz von AutoSet Plus machte den Einbau innovativ. Um einen profilgenauen Einbau sicherzustellen, der exakt den Planungsdaten entsprach, war der SUPER 2100-3i mit Navitronic Plus von Vögele ausgestattet. Das 3D-Steuerungssystem übernimmt die Nivellierung – also die automatische Steuerung von Einbauhöhe und Querneigung – sowie die Steuerung der Einbaulage. Zusätzlich übernimmt Navitronic Plus auch die Lenkung der Raupenfertiger von Vögele. Als virtuelle Referenz kam auf dem Berliner Ring ein mmGPS-System von TopCon (3D-Zonenlaser und GPS) zum Einsatz. Somit war bei der Profilgenauigkeit automatisch für höchste Präzision gesorgt.

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