Bauma ante portas

Martin Schrüfer,

Sieben Tage Superlative

Groß, größer, am größten – die bauma 2022 ist startbereit. Vom 24. bis 30. Oktober findet die weltweit bedeutendste Fachmesse der Baumaschinen- und Bergbaumaschinenbranche und flächenmäßig größte Messe der Welt statt. Sie macht das Münchener Messegelände im Dreijahres-Turnus zum Spiegelbild der aktuellen Herausforderungen und künftiger Trends.

© Messe München

Ende Oktober wird München wieder zum Zentrum der Baumaschinen- und Bergbaumaschinenbranche. Baufahrzeuge, Baugeräte, Muldenkipper, Brecher, Bagger, Krane – von ziemlich klein bis unfassbar groß werden hier viele Geräte und Maschinen zu erleben sein. Fachbesucher sollten sich gut ausgeruht auf den Weg machen. Denn nicht nur viel Fläche ist zu bewältigen, um die Baustellen-Giganten ausgiebig betrachten zu können, auch viele Themen sind zu verdauen.

Digitalisierung auf der Baustelle, intelligente und autonome Fahrzeuge, Elektrifizierung, neue Antriebe, Umwelt- und Klimaschutz, Ressourceneinsparung, Fachkräftemangel, Kosteneffizienz – das Themenspektrum der Baubranche ist hochkomplex. Sieben Tage werden Austeller und Fachbesucher im persönlichen Austausch die aktuellen Herausforderungen erörtern. Die vielen Facetten der Bauindustrie heute und in Zukunft werden in den Hallen und auf den Freiflächen aufbereitet.

Intelligente Maschinen zur Unterstützung

Die Entwicklung von autonomen Baumaschinen zählt bei Herstellern und Forschern zu den großen Zukunftsvisionen. Eine „echte“ Autonomie ist allerdings in absehbarer Zeit kaum vorstellbar, da komplexe technische und sicherheitstechnische Herausforderungen zu überwinden sind. Realistischer und für die Bauwirtschaft greifbarer ist der Einsatz intelligenter Baumaschinen mit halbautomatisierten, automatisierten oder unterstützenden Funktionen  – beispielsweise bei Prozessen im Erd-, Straßen- oder Spezialtiefbau, wo sie Effizienz und Produktivität steigern können, indem sie den Maschinenführer bei sich wiederholenden und ermüdenden Tätigkeiten entlasten.

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Für eine Teilautonomie auch auf komplexeren Baustellen ist eine herstellerübergreifende Machine-to-Machine-Kommunikation wichtig. Die Voraussetzungen dafür will der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zusammen mit dem Hauptverband der deutschen Bauindustrie (HDB) schaffen. Die Verbände gründeten 2019 die Arbeitsgemeinschaft „Machines in Construction 4.0“ (MiC 4.0). Zurzeit sind 105 Mitglieder aus sieben Nationen sowie 31 Arbeitsgruppen aktiv; bisher erreichte Ergebnisse werden der Fachöffentlichkeit in der Innovationshalle LAB0 vorgestellt. Neben der Präsentation der erarbeiteten Dokumente geht es auch um Live-Demonstrationen.

Robotik reduziert Prozesszeit

Künftig werden auch Cobots auf den Baustellen aktiv sein. Zum Beispiel kann eine Rüttelplatte mit entsprechenden Sensoren und Steuereinheiten autonomiefähig gemacht und im Leader-Follower-Prinzip an einen Bagger gekoppelt werden – die Rüttelplatte folgt selbsttätig und kontinuierlich und verdichtet das Massengut. Eine solche Kooperation und Parallelschaltung der Arbeitsschritte verkürzt die Prozesszeit deutlich. Auch sensorbestückte Laufroboter für Inspektions- und Überwachungsaufgaben und sind eine Perspektive. Wenn Roboterflotten miteinander kommunizieren, lässt sich durch die Zusammenführung der gesammelten Daten ein umfassendes Bild des Bauwerkszustands ermitteln und für die Sanierungsplanung ein digitales Modell erstellen. Hierüber informiert der Stand „Science Hub“ in der Innovationshalle LAB0. In diesem Bereich informieren Hochschulen und wissenschaftliche Institute über den Stand ihrer Forschung. Zudem ist hier die Start-up-Area untergebracht. Die Innovationshalle ist der zentrale Ort für den Wissenstransfer; das bauma-Forum mit Vorträgen, Präsentationen und Podiumsdiskussionen widmet sich hier jeden Tag einem anderen der fünf bauma-Leitthemen.

Leitthemen der bauma

Die diesjährige bauma wird ein Mammutprogramm bewältigen: Bauweisen und Materialien von morgen, der Weg zu autonomen Maschinen, Bergbau – nachhaltig, effizient, zuverlässig, die digitale Baustelle sowie der Weg zur Null-Emission. Jedes Leitthema für sich genommen ist kongressfüllend. So wird das Münchener Branchenevent vielfältige Impulse setzen, die weithin wirken.

Am 24. Oktober werden die Gewinner aus den fünf Kategorien des Bauma-Innovationspreises 2022 vorgestellt. Mit dem Preis würdigen der VDMA, die Messe München sowie die Spitzenverbände der deutschen Bauwirtschaft Forschungs- und Entwicklungsteams von Unternehmen und Hochschulen, die praxistaugliche Spitzentechnik für die Bau-, Baustoff- und Miningindustrie zur Markreife bringen. Die Preisträger haben Ressourcen, Umwelt und Menschen gleichermaßen im Blick.

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