Mauerwerksbau

Marvin Meyke,

Wirtschaftlicher bauen mit Kalksandstein

Im hessischen Rodgau entstand 2020 ein neues Hospiz. Die Rodgauer ­Baustoffwerke GmbH Co. KG stiftete Unika Planelemente zur Erstellung der ­Innen- und Außenwände. Dies trug zu einem wirtschaftlicheren Baufortschritt bei.

© Unika

Immer noch sind Sterben und Tod Tabuthemen. Dabei gehört es zum letzten Abschnitt unseres Lebens dazu, auch das Sterben will gelebt ­werden. Um das Sterben so angenehm wie möglich zu gestalten, stehen neben den Palliativ­stationen in ­Krankenhäusern und ambulanten Hospiz­diensten auch relativ kleine stationäre Einrichtungen, ­Hos­pize genannt, all jenen Menschen offen, die unheilbar erkrankt und betreuungsbedürftig sind. Ein neues Hospiz enstand 2020 im hessischen Rodgau. Initiator des Neubaus ist die Hospiz Stiftung Rotary Rodgau. Zu dem Stiftungskapital von 75.000 Euro kamen über die Jahre mehr als 1400 Einzelspenden hinzu, die das Stiftungskapital auf rund 2,3 Millionen Euro ansteigen ließ. Eine Zuwendung in Höhe von eine Million Euro erhielten die Rodgauer von der Werte-Stiftung in Frankfurt, sodass im Spätsommer 2018 der Bauantrag des durch die Architekten Rodgau-Planungs-Team GmbH entworfenen Projektes „Neubau Hospiz am Wasserturm“ zur Genehmiung eingereicht werden konnte.

Klassisch mit Kalksandstein
Auf einem von der Stadt Rodgau zur Verfügung gestellten, rund 4.000 Quadratemeter großen, ehemaligen Waldgrundstück entstand in den letzten Monaten eine eingeschossige Anlage mit 1.200 Quadratmeter Bruttogrundrissfläche und rund 5.300 Kubimeter umbauten Raum. Das klassisch in Mauerwerksbau errichtete Hospiz ruht auf einem Platten- und Streifenfundament aus Stahlbeton in ­WU-Qualität. Außen- und Innenwände erstellte man massiv in Kalksandstein. Tragende Bauteile, wie Stützen, Unter- und Überzüge wurden in Stahl­beton realisiert. Der wesentliche Teil des ­Gebäudes findet seinen Abschluss in einem flach geneigten Pultdach mit einer Doppelstehfalzdeckung aus Aluminium. Alle weiteren Gebäudeteile verfügen über ­Flachdächer mit Kunststoff-Dachbahnen als Abdichtung. Analog der Dachdeckung befinden sich zwei unterschiedliche Fassadensysteme am ­Gebäude. Während der größere Teil der Fassaden­flächen mit einem WDV-System und Klinker­riemchen ­ausgeführt wurde, erhielten die Restflächen einen klassischen ­Silikatoberputz auf dem WDVS.

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Für den Bau des „Hospiz am Wasserturm“ ­lieferten die Rodgauer Baustoffwerke GmbH Co. KG als Zustiftung Unika Planelemente zur Erstellung der Innen- und Außenwände. Das Kalksandstein-­Bausystem trägt schon allein aufgrund der Stein­größe sowie der industriell vorgefertigten Schnittsteine zu einem schnellen, effizienten und damit auch wirtschaftlichen Baufortschritt bei. Deshalb freuten sich die Verantwortlichen der Hospiz ­Stiftung Rotary Rodgau neben der Spende für das Mauerwerk auch über die drei Wochen kürzere Bauzeit als ursprünglich geplant und kalkuliert. Ein für das Hospiz-Projekt schöner und hilfreicher ­Nebeneffekt. So wurden Zeit und Geld eingespart und die Aus­führungsqualität konnte erhöht werden.

Gutes Wohnklima
Hinzu kommen die produktspezifischen Eigen­schaften des Kalksandsteins : So sorgt unter ­anderem die hohe Wärmespeicherfähigkeit von Unika Kalksandstein für ein behagliches Wohnraumklima. Denn dank der hohen Rohdichte des Mauerwerks von Außen- und Innenwänden werden Temperatur­spitzen abgefedert. Aufgrund der viel größeren ­Speichermasse kommt es im Sommer in Gebäuden in Massivbauweise zu deutlich weniger unangenehmen Überhitzungen als in vergleichbaren Bauten aus leichteren Baustoffen. Außerdem sorgt die hohe Rohdichte für Schallschutz auch über die Anforderungen der DIN 4109 hinaus. Unika Kalksandsteine sind bis Rohdichteklasse 2,2 erhältlich. Stationäre Hospize sind baulich, organisatorisch und wirtschaftlich eigenständige Einrichtungen mit separatem Personal und Konzept. Für das ­Personal und ehrenamtliche Mitarbeiter stehen Büroräume, Funktions- und Arbeitsräume, sowie ­Umkleide- und Sanitärbereiche in ausreichender Anzahl zur ­Verfügung.

Anhaltende Unterstützung
Doch damit ist die Arbeit der Hospiz Stiftung Rotary Rodgau nicht getan. Denn die Krankenkassen ­bezuschussen die Hospizversorgung nur zu einem Teil. Der Eigenanteil wird durch Spenden finanziert, denn auch im Hospiz am Wasserturm sind die ­Angebote für die Betroffenen kostenfrei. Neben der finanziellen und ehrenamtlichen Unterstützung wirbt die Stiftung auch für eine bessere Einbindung der Hospizarbeit in die Gesellschaft. „Wenn unser Motto ist, das Sterben ins Leben zurückzuholen, dann darf ein Hospiz nicht Ausgrenzung bedeuten“, erklärt der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes Dr. Nikos Stergiou. 

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