Baustoffe

Marvin Meyke,

Wärmedämmung mit Perlit-Gestein

Ein Elektrizitätswerk inmitten einer denkmalgeschützten Schlossanlage aus dem 16. Jahrhundert wurde zum Wohnhaus für vier Familien. Die Sanierung der Außenwände erfolgte als Innendämmung mit Poroton-WDF.

© Poroton

Wo früher Energie erzeugt wurde, zuerst als Mühle, dann als Elektrizitätswerk, machen sich heute die Energie und der Tatendrang der 13 neuen Bewohner bemerkbar: Seit Herbst 2019 wohnen vier Familien in dem Gebäude im Schlossensemble Blumenthal bei Aichach, das seit seiner Errichtung 1809 unterschiedlich genutzt wurde und in den letzten Jahren leer stand. Möglich machte dies eine Komplettsanierung nach hohem ökologischen Standard. Die Dämmung der gut erhaltenen Ziegel-Außenwände wurde aus Gründen des Denkmalschutzes als Innendämmung ausgeführt, die Wahl des Baustoffes fiel auf das keramische Wärmedämmsystem Poroton-WDF. Der Baustoff von Schlagmann Poroton erfüllte die Vorgaben der Bauherren nach einer ökologischen wie auch bauphysikalisch zufriedenstellenden Lösung. Ausschlaggebend war zudem, dass das Dämmsystem ein gesundes Raumklima schafft und sowohl in der Region als auch klimaneutral produziert wird.

Dämmsystem auf neuen Stand gebracht

Das ursprüngliche Schloss Blumenthal, gegründet durch den Deutschherrenorden und 1296 erstmals erwähnt, wurde 1568 als vierseitiges Wasserschloss erbaut. Heute befindet sich die Hofanlage im Eigentum der Gemeinschaft Blumenthal, einem alternativen Modell für ein „Zusammenleben in Freiheit und Verantwortung für sich und füreinander“, das 2006 von acht Familien gemeinsam erworben wurde. Sie betreiben dort ein Hotel, ein Gasthaus mit Biergarten, eine solidarische Landwirtschaft, einen Seminarbetrieb und sind weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt für ihre Veranstaltungen wie Festivals, Konzerte und Kunstaktionen. Und die Gemeinschaft wächst fortwährend, mittlerweile leben dort 43 Erwachsene und 18 Kinder – weshalb weiterer Wohnraum dringend benötigt wurde.

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Das „Blaue Haus“, eines der Gebäude im denkmalgeschützten Rund mit wechselvoller Nutzungsgeschichte, stand bereits seit vielen Jahren leer und bot sich dafür an. Im 19. Jahrhundert als Mühle erbaut, beherbergte es vor rund 100 Jahren das erste Elektrizitätswerk in der ländlichen Gegend des Wittelsbacher Landes, war zwischenzeitlich Künstlerhaus und Interimswohngelegenheit, bevor es in den letzten Jahren meist leer stand. Deshalb wurde das alte Haus ab Herbst 2018 als das letzte noch unsanierte Gebäude auf dem Blumenthaler Schlossgelände für die bis dahin sehr beengt wohnenden Familien umgebaut und auf den neuesten Stand gebracht. Als neues Wohnhaus im KfW-Energieeffizienzhaus-70-Standard beherbergt erfreut es nun Jung und Alt. Denn neben den vier Familienwohnungen mit jeweils rund 110 Quadratmeter Wohnfläche entstanden auch drei kleinere, rund 25 Quadratmeter große Appartements, die für ältere Paare oder alleinstehende Mitglieder der Gemeinschaft, aber auch Besucher der Familien gedacht sind. Im Spätsommer 2019 konnten bereits die ersten Familien ihr neues Domizil beziehen.

Perlitfüllung: Vulkangestein in der Mauer

„Vulkan in der Mauer“, so titelte die Blumenthaler Schlosszeitung ihren Bericht über die Sanierung und bezog sich dabei auf die wärmedämmende Perlitfüllung der Dämmziegel Poroton-WDF, die speziell für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden entwickelt wurde. Perlit ist ein natürlicher Dämmstoff, der aus vulkanischem Gestein entsteht, frei von Schadstoffen und Ausdünstungen ist, keinen negativen Einfluss auf die Umwelt hat und später gut wiederverwertet werden kann. Ziegel und Perlit in Gemeinschaft sorgen für ein gesundes Wohnklima, das belegen mehrere Öko-Zertifizierungen, wie „natureplus“ und der „Blaue Engel“. „Um unseren Folgegenerationen eine intakte Umwelt zu hinterlassen, sind für uns hohe ökologische Standards beim Bauen Pflicht“, so Gemeinschaftsmitglied und Architektin Claudia Buhmann. „Wir wollten einen monolithischen Wandaufbau herstellen, um ein gutes Raumklima erzeugen zu können. Die denkmalgeschützte Außenwand ließ eine konventionelle Dämmmaßnahme ausscheiden. Daher haben wir nach einem Dämmstoff gesucht, der die bauphysikalisch schwierigen Anforderungen einer Innendämmung bei massivem Mauerwerk günstig beeinflusst. Ein gesundes Raumklima, geringe Emissionen und die Produktion im nur wenige Kilometer entfernten Ziegelwerk Aichach ergänzen unsere Ansprüche an einen ökologischen Baustoff.“

Sinnvolle und ökologische Dämmung von innen

Die rund 120 Jahre alte Bausubstanz zeigte unterschiedliche Stärken und Schwächen. Während die Wände in den unteren Etagen mit einem 47 Zentimeter starken Ziegelmauerwerk eine solide Basis bildeten, war das Mauerwerk im Dachgeschoss mit 30 Zentimeter Wandstärke dagegen bei weitem nicht ausreichend. So wurden insgesamt 700 Quadratmeter Wandfläche innenseitig mit WDF gedämmt. Dabei konnten die Unebenheiten und die Schrägstellung des Bestandsmauerwerks einwandfrei ausgeglichen werden, was mit den verschiedenen lieferbaren Steinstärken von 180, 120 und 80 Millimeter einfach zu bewerkstelligen war. Denn im Gegensatz zu anderen Dämmsystemen wird die WDF nicht an die bestehende Wand geklebt, sondern freistehend davor aufgemauert. Dadurch werden von vornherein Probleme vermieden, wie sie beispielsweise durch lose Putzstellen entstehen können. Auch stellen Unebenheiten im Bestand kein Problem dar, denn intakter Bestandsputz muss im Regelfall nicht entfernt werden. Zudem erfordert diese Konstruktion keine Gewebeeinlage – sie gewährleistet somit eine unproblematisch durchführbare und bewährte Planziegelverarbeitung. Herkömmliche Elektroinstallationen sowie die sichere Anbringung von Gegenständen sind mit dem richtigen Werkzeug beziehungsweise empfohlenen Dübeln möglich.

Einfach und sicher in der Verarbeitung

Die WDF zeichnet sich laut Unternehmensangaben im Vergleich zu herkömmlichen Dämmsystemen durch eine robuste, langlebige Konstruktion sowie niedrige Instandhaltungskosten aus. Poroton-WDF ist faktisch betrachtet eine massive Ziegelwand, gefüllt mit dem natürlichen Dämmstoff Perlit. Sie ist einfach und sicher in der Verarbeitung und bietet einen hohen Brandschutz. Das System erfüllt alle Aspekte einer baubiologisch sinnvollen und ökologischen Wärmedämmung. Es trägt dazu bei, Energiekosten erheblich zu reduzieren, und steigert den Wert einer Immobilie. Poroton-WDF ist ein diffusionsoffenes, kapillaraktives Innendämmsystem. Die porige Struktur des mineralischen Baustoffs ermöglicht eine gute Feuchtepufferung im Innenraum und schafft auf diese Weise ein angenehmes Wohnklima.

Denkmalschutz berücksichtigt

Die umsichtige Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes unter Erhalt und Rekonstruktion der ursprünglichen Fassade zeigt, dass die strengen Auflagen seitens des Denkmalschutzes mit den Forderungen der EnEV in Einklang zu bringen sind. Mit einer Innendämmung mit Poroton-WDF konnte die ursprüngliche Bausubstanz erhalten bleiben und damit auch der typische Charakter des denkmalgeschützten Gebäudes von 1809.

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