Mauerziegel

Marvin Meyke,

Sonnenhaussiedlung in Ziegelbauweise

Wie zukunftsweisender, kohlenstoffdioxidneutraler Wohnungsbau aussehen kann, zeigt ­exemplarisch die „CS-Sonnenhaussiedlung“ in Moosburg an der Isar (Bayern). ­Realisiert unter anderem mit dem holzfasergefüllten Unipor W07 ­Silvacor-Mauerziegel.

© Leipfinger-Bader / Christian Willner Photographie

Mit drei Doppel- und 16 Reihenhäusern sowie 12 Eigentumswohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern deckt die Siedlung generations­übergreifend die ganze ­Palette unterschiedlicher Haushalts­größen ab. Bei der Umsetzung des weit­gehend autarken Energie­konzeptes spielte der gewählte Außenwandbaustoff wegen der hohen Wärme­dämmung eine wesent­liche ­Rolle. Mit dem holzfasergefüllten Unipor W07 Silvacor-Mauerziegel ­konnte hier eine umweltschonende Lösung für die Errichtung ­gefunden ­werden. Hier hat der ortsansässige Solar­anlagenhersteller CitrinSolar mit seiner Bauträger-Gesellschaft „CS Wohnbau“ ein energetisch und nachhaltig optimiertes Gesamtkonzept realisiert. Unterstützt ­wurden sie darin vom Landshuter Ingenieurbüro „BBI“. „Da­rüber hinaus wollten wir den künftigen Gebäude­nutzern ein dauerhaft komfortables und familien­gerechtes Wohnen in einem attraktiven Wohnumfeld bieten“, betont CS-Geschäftsführer Hanns Koller.

Mit der Planung beauftragt wurde die heinz ­pflüger partner architekten GmbH, ein Architekturbüro aus Moosburg. Es entwarf den Wünschen des Bau­trägers entsprechend ein Wohnquartier, das die Themen Energie und Nachhaltigkeit mit hoher Flexibilität in der Gebäudenutzung verknüpfte. So verteilen sich die geplanten 34 Wohneinheiten mit ihren rund 4.000 Quadratmetern Wohnfläche auf sechs Doppelhaushälften, 16 Reihenhäuser und zwölf Wohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern. Die verfügbaren Wohnflächen wurden mit diversen Wohnungsgrößen von 50 bis 160 Quadratmeter ausgelegt.

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Nutzungsoptimierte Grundrisse bis unters Steildach
Kompakte prägnante Bauformen mit klaren Proportionen und ortstypischen Satteldächern sowie eine moderne offene Grundrissgestaltung prägen alle ­Sonnenhäuser. Kennzeichnende äußere ­Merkmale sind große Fenster, die viel Licht in die einzelnen ­Räume lassen. Zusätzlich tragen die weißen Wand­flächen zu einer hellen Raumwirkung bei. Auf den Dächern dienen große Solar­module als Energielieferanten. Der für die Umwandlung und Weiterleitung der Sonnenenergie erforderliche ­Technikraum ist dafür bei den Doppel- und Reihenhäusern zusammen mit einem Abstellraum sowie einer beispielsweise als Studio oder Büro nutz­baren Wohnfläche im Dachgeschoss angeordnet. Zwei Pkw und mehrere Fahrräder passen in die über­großen Garagen und Carports. Unterschiedlich große Grünflächen runden für die künftigen Hausbewohner das Gesamtangebot an nutzbarer Fläche ab. In den zweigeschossigen Mehrfamilienhäusern stehen den Bewohnern stattdessen äußere Abstellräume und jeweils bis zu zwei Pkw-Stellplätze zur Verfügung.

Innovatives Energiekonzept
Ein Hauptaugenmerk galt bei der Planung dem ­energetischen Gesamtkonzept. Statt einer möglichst großen Energieeinsparung war deshalb eine ­über­wiegend autarke Energieversorgung mit geringen Neben­kosten gefordert (Autarkiegrad 70 ­Prozent). Eine zentral ­installierte Solarthermie­anlage und eine ­Holzschnitzelheizung sorgen so über ein ­Nah­wärmenetz CO2-neutral ür ausreichend Heiz­energie. ­Ansonsten liefert die auf den Dächern installierte Photovoltaik-Anlage im Zusammenwirken mit Akkuspeicher und Wechselrichter im Normalfall genügend elektrischen Strom für Beleuchtung und alle im Haushalt be­nötigten Elek­trogeräte. Bei zu wenig Sonnenlicht ist die Versorgung mit Ökostrom über das örtliche Stromnetz gewährleistet, während überschüssiger Strom gegen Vergütung in das Stromnetz eingeleitet wird.

In Bezug auf den Energieverbrauch wurde bei den Doppel- und Reihenhäusern ein Energie­effizienzhausstandard von KFW 55 und bei den Mehr­fami­lienhäusern von KFW 40 Plus vorgegeben. Der nied­rige Energiebedarf beinhaltete zwangs­läufig eine zum hohen baulichen Wärmeschutz ­beitragende Gebäudehülle. Außerdem war dem Bauträger an­gesichts ­seiner umweltschonenden Prioritäten eine werterhaltende Bauweise mit einem öko­logisch absolut un­­bedenklichen Außenwandbaustoff besonders wichtig. Der gemäß ­Zu­lassung Z-17.1-1162 gewählte Mauerziegel Unipor W07 ­Silvacor von den Ziegelwerken Leipfinger-Bader konnte dabei neben seinen bauphysika­lischen ­Werten, sondern auch mit seiner Öko­bilanz überzeugen. Das Geheimnis des Ziegels ist seine Dämmstoff-Füllung aus nachwachsenden Nadelholz­fasern.

Entsprechend den bauphysikalischen Erfordernissen wurde bei den Mehrfamilienhäusern eine Mauerwerkstärke von 42,5 Zentimeter und bei den Doppel- und Reihenhäusern von 36,5 Zentimeter gewählt. Die gewährleisteten niedrigen Wärmedurchgangswerte von 0,16/m²K beziehungsweise 0,18 W/m²K leisten damit ihren Beitrag zum energiesparenden Wärmeschutz. Mit der Festigkeitsklasse 6 stellen die Silvacor-Ziegel die benötigte Standfestigkeit sicher.

Zügige, unproblematische Mauerwerkserstellung
Ein weiterer Pluspunkt des Silvacor-Ziegels zeigte sich in seinen guten Verarbeitungseigenschaften. Die nach der Zulassung Z-17.1-1162 und der DIN EN 1996 für die Erstellung des Mauerwerks erforderliche deckelnde Dünnbettvermörtelung ließ sich mit dem Mörtelschlitten zügig durch­führen. Angesichts des Projektumfangs gliederten die ­Bauverantwortlichen die Errichtung des Wohnquartiers in drei Bau­abschnitte. Der erste Bauabschnitt konnte bereits bezogen werden. Die Fertigstellung der beiden anderen Bauabschnitte soll im Frühjahr sowie ­Sommer 2021 erfolgen.

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