Aus Baugewerbe Unternehmermagazin 7-8/20

Martin Schrüfer,

Am Stück gemauert

In Großstädten wie München explodieren die Immobilien- und Mietpreise. Die monolithische Bauweise ist hier gefragter denn je, so auch in der Gemeinde Unterhaching, die direkt an der südlichen Stadtgrenze Münchens liegt.

In Unterhaching errichtete die kommunale Baugesellschaft drei neue Wohnriegel aus Mauerziegeln von Unipor. © Unipor

Viele Wohnungssuchende wenden sich aufgrund der hohen Mieten an die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Unterhaching, kurz GWU. In der Gemeinde hat sie derzeit 365 Wohnungen im Bestand. Alle sind belegt. Bereits vor vielen Jahren wurde von der GWU ein Beschluss gefasst, wonach sich nur Personen, die in Unterhaching wohnhaft sind oder dort arbeiten, für eine Wohnung vormerken lassen dürfen. Die Warteliste ist dennoch lang. Fast 450 Bewerber hoffen auf einen Wohnraum – mit Wartezeiten bis zu sechs Jahren.

Kompakt ist gut
Auch die soeben von der GWU an der Biberger Straße fertiggestellte Wohnanlage ist bereits komplett bezogen. Auf einer Grundstücksfläche von rund 6.300 Quadratmetern entstanden 70 hochwertige, aber bezahlbare Wohnungen. Parallel zur Biberger Straße wurden drei je 35 bis knapp 40 Meter lange Gebäuderiegel gesetzt. In der Regel sind pro Geschossebene drei Wohnungen an das Treppenhaus angebunden. Ein klassischer Dreispänner also, bei dem jedoch nur eine Wohnung durch gesteckt ist, die beiden anderen liegen längs nebeneinander. Das ermöglicht drei annähernd gleich große Wohneinheiten, die sich gut organisieren lassen und denen allen ein großer Balkon vorgesetzt ist. Zum besseren Schallschutz und aus städtebaulichen Gründen rückte das Architektur büro ASA Alexander Schwab Architekten die Bebauung 15 Meter vom Fahrbahnrand ab. Der Kindergarten in der hinteren Zeile ist mit dem bereits bestehenden Kindergarten in der Walter-Paetzmann-Straße über eine zusammenhängende Spielplatzfläche grundstücksübergreifend verbunden. Durch einen oberirdischen Parkplatz an der Walter-Paetzmann-Straße als auch die gemeinschaftliche Tiefgaragenrampe an der Biberger Straße wird der gesamte Planungsbereich frei von jedem motorisierten Verkehr gehalten.

Anzeige

Ein besonderer Bauherr
Eine Wohnbaugesellschaft als Bauherr ist für jedes Architekturbüro eine spannende Aufgabe. Der Architekt arbeitet mit Bauprofis zusammen, die eine klare Zielsetzung in den Baukosten haben und diese einhalten müssen. Kosten sparen, ohne Qualität zu verlieren, ist dabei ein ständiges Thema. Ein erster Ansatz ist die kompakte Bauform. Ihr günstiges Verhältnis von Außenfläche und Volumen ist energetisch von Vorteil: Für viel Wohnfläche wird weniger Außenfassade benötigt und in der Instandhaltung dieser fallen später weniger Kosten an. Es kann mittlerweile schon fast als ungeschriebenes Gesetz betrachtet werden, dass Wohnbaugesellschaften oder andere Investoren, die die Immobilie später eigenverantwortlich betreiben, sich durch die Bank nicht für ein WDV-System entscheiden. Neben vielen Eigenheimbesitzern setzt kaum eine Zielgruppe so konsequent auf monolithische Wandsysteme – und hierbei besonders auf den natürlichen Baustoff Mauerziegel, so auch in der Biberger Straße. Für die Außenfassade waren von Anfang an Hochleistungs-Wärmedämmziegel zwingend vorgegeben.

Bereits zur Fertigstellung waren die 70 neuen Wohnungen vergeben. © Unipor

Rund um München sind es generell die reichhaltigen Lehmvorkommen, die eine Verwendung des Mauerziegels aus ökologischer Sicht naheegen. Den größten Nutzen vom monolithischen Mauerwerk haben die Bewohner: einen hohen Wohnkomfort durch den Baustoff Mauerziegel, gepaart mit gutem Schall- und Wärmeschutz. Diese Erfahrungen machte auch die GWU.

Her mit dem Ziegel
Mit modernen Mauerziegeln können auch heute noch monolithische Geschossbauten errichtet werden. Für diesen Gebäudetyp bietet die Unipor-Gruppe ein in Statik und Schallschutz abgestimmtes Mauerziegelprogramm an. An erster Stelle stehen dabei die Hochleistungs-Wärmedämmziegel der Gattung „Coriso“. Aufgrund ihrer Rohstoffoptimierung, Kammergeometrie sowie Dämmstoff-Füllung verbessern sie alle Bereiche des Mauerwerkbaus. Für den Dämmstoff wird Basalt unter Zugabe von Wasser bei hoher Hitze auf geschäumt. Statisch und schallschutztechnisch erfüllte bei einer Ziegelwandstärke von 36,5 Zentimeter der „Unipor WS10 Coriso“ alle technischen Vorgaben für dieses Projekt. Mit einem 15 Millimeter dicken Innenwand-Kalkputz sowie 20 Millimeter Kalk-Zement-Faserleichtputz außenerreicht die Gesamtkonstruktion einen U-Wert von 0,26 W/(m2K). Wichtig hierbei ist eine exakt gleichmäßig dünne Lagerfuge, die jedoch mit dem Mörtelschlitten problemlos und gleichzeitig wirtschaftlich aufgetragen werden kann.

Die GWU setzte auch in den Detailpunkten auf den Mauerziegel. So schafft der hoch druckfeste „Coriso Sockelziegel“ den erforderlichen Sockelrücksprung für die über das Erdreich erfolgende Abdichtung sowie Perimeterdämmung. An den Deckenauflagern reduzieren speziell für den Geschosswohnungsbau entwickelte, wärmedämmende Deckenrandelemente der Unipor-Gruppe den Wärmedurchgang sowie die Schallübertragung zwischen Geschossebenen. Die energetischen Problemstellen Sturz und Rollladenkasten entschärfen Ziegel-Wärmedämmstürze beziehungsweise Ziegel-Rollladenelemente. Auch für den Rollladengurt gibt es eine Lösung: Gurtziegel mit dazugehörigen Einsätzen für den wärmegedämmten Gurtdurchlass.

Den unvermeidlichen Stahlbeton findet man in der Tiefgarage sowie den Kellergeschossen, in wenigen tragenden Wohnungstrennwänden und in Treppenhäusern sowie Aufzugsschächten. Bei den Innenwänden entschieden sich Bauherr und Architekt für doppelt beplankte Trockenbauwände. Standard ist Gipskarton „GK“, für die gemäßigten Feuchträume wurde die imprägnierte Ausführung „GKI“ verwendet. In Summe wurden in der Biberger Straße alle gesetzten Ziele erreicht. Trotz hochwertiger Bauausführung liegen die Mieten im „sozialverträglichen Bereich“. Preisgünstiger Wohnraum bedingt aber auch geringe Nebenkosten, seien es die Heiz- oder Stromkosten. Vernünftige Heizkosten ermöglicht der Anschluss an eine Geothermie. Für die Stromgewinnung wurden dem flach geneigten Aluminiumdach Photovoltaikelemente aufgesetzt.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Neue Website

Alles online rund um den Ziegel

Der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie hat seine Website komplett überarbeitet. Mit neuem, zeitgemäßem Look ist die Website besonders nutzerfreundlich und für alle mobilen Endgeräte optimal angelegt.

mehr...

BAU 2019

Neuer Dämmziegel von Unipor

Die Unipor-Gruppe stellt auf der BAU einen neuen Hochleistungs-Dämmziegel vor. Der Mauerziegel „Unipor W065 Coriso“ wurde eigens für den Bau energieeffizienter Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser entwickelt.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Mauerwerksbau

Ausgezeichneter Ziegel mit Holzfaserkern

Beim neuen hochwärmedämmenden Mauerziegel „Unipor Silvacor“ sind die Naturstoffe Lehm und Holz miteinander kombiniert – eine Symbiose, die ökologisch zukunftsweisend ist. Die Oberpfalz ist gesegnet mit großen Lehmvorkommen – entsprechend hat der...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Mauerwerksbau

Nachhaltig gemauert

Heute spielt Nachhaltigkeit auch beim Bauen eine wichtige ­Rolle. So gibt es weltweit ­anerkannte ­Zertifizierungsverfahren, die ­nachhaltiges Bauen und Nutzen von Gebäuden dokumentieren. Wesent­licher Aspekt dieser ­Zertifizierungen sind die...

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem Baugewerbe Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite