Mauerwerksbau

Mauerwerksbaustoff Leichtbeton: Ressourcenschonend bauen

Baustoffe aus nachwachsenden Quellen gelten als umweltfreundlich – oft zu Unrecht, wenn man die zunehmenden Transportwege berücksichtigt. Vor allem Nadelholz muss größtenteils aus dem Ausland importiert werden. Anders beim Mauerwerksbaustoff Leichtbeton: Das Neuwieder Becken beherbergt den europaweit größten, verfügbaren Bimsbestand und liefert damit den Rohstoff zur regionalen Herstellung von Leichtbeton.

Fotos: KLB-Klimaleichtblock
Bims ist in Deutschland hoch verfügbar – das Neuwieder Becken beherbergt den europaweit größten Bimsbestand. Der Rohstoff wird nachhaltig abgebaut. Im Vergleich zu anderen Baustoffen fallen bei der Herstellung von Leichtbeton weniger CO2-Emissionen an. Alle Fotos: KLB-Klimaleichtblock

Keine Ressource ist unerschöpflich – diese unumstößliche Wahrheit gilt auch für Baustoffe. Somit wäre eigentlich auch in der Bauindustrie eine gewisse Ausgewogenheit bei der Förderung von Materialien vonnöten. Dennoch nimmt gerade Bauholz als nachwachsender Rohstoff eine politische Sonderstellung ein. Mit fatalen Folgen: Durch den hohen Flächenbedarf bei der Holzbeschaffung nimmt die Naturbeanspruchung immer stärkere Ausmaße an, je mehr die Bedeutung von Holz als Baustoff wächst. Zudem benötigt das Nachwachsen viel Zeit. So ging beispielsweise der deutsche Nadelholzvorrat in den letzten Jahren bereits zurück. Die Transportwege zur Beschaffung von Bauholz werden hierdurch länger. Mittlerweile werden Nadelhölzer größtenteils aus dem Ausland importiert, um den Rohstoffbedarf in Deutschland zu decken. Die zunehmend langen Wege, die das Holz zurücklegt, üben dabei einen negativen Einfluss auf die Ökobilanz des Baustoffes aus.

Erhärtungsprozess
Der Erhärtungsprozess der fertig geformten Leichtbeton-Mauersteine findet ohne Wärmebehandlung im Trockenregallager statt. So beschränkt die Produktionskette ihren Umwelteinfluss auf das Nötigste.

Bims ist regional verfügbar

Regionale Vorkommen von Bims und Blähton, wie sie für die Produktion von Leichtbeton verwendet werden, können hier Abhilfe schaffen. „Das Neuwieder Becken beherbergt den europaweit größten verfügbaren Bimsbestand und liefert damit den Rohstoff zur regionalen Herstellung von Leichtbeton“, erklärt Diplom-Ingenieur Andreas Krechting vom Unternehmen KLB-Klimaleichtblock aus Andernach. Neben der hohen Verfügbarkeit des Rohstoffs Bims in Deutschland ist sein nachhaltiger Abbau ein weiterer positiver Faktor. Dieser darf nur auf Gelände stattfinden, wo eine naturnahe Rekultivierung gewährleistet werden kann. Beim Bimsabbau erfolgt die Rückführung in der Regel binnen kürzester Zeit, was die Flächenbeanspruchung reduziert. Zusätzlich lockert der Abbauprozess den Boden auf. Die Ertragsfähigkeit wird auf diese Weise gesteigert und ehemalige Waldgebiete können zeitnah wieder aufgeforstet werden.

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Weniger CO2-Emissionen

KLB-Mauersteine
Gewinn für die Umwelt: Dank ihrer grobporigen Struktur und den eingesetzten Dämmstoffkernen eignen sich gefüllte, hochwärmedämmende KLB-Mauersteine für eine Bauweise bis hin zum Passivhaus-Standard.

Die Produktionskette von Leichtbeton beschränkt ihren Umwelteinfluss außerdem auf das Nötigste. Der Erhärtungsprozess der fertig geformten Mauersteine findet energiesparend ohne Wärmebehandlung statt. Durch die Nähe der Rohstoffquellen im Neuwieder-Becken, kurze Lieferwege zu den Baustellen sowie die Lufttrocknung im Hochregallager ist der Primärenergieverbrauch von Leichtbeton-Steinen mit gerade mal 339 Megajoule pro Quadratmeter Außenwand – bei einem Uw-Wert von 0,23 W/m²K – sehr niedrig.

Hochwärmende KLB-Mauersteine
„Hochwärmende KLB-Mauersteine sind für eine Bauweise bis hin zum Passivhaus-Standard geeignet“, sagt KLB-Geschäftsführer Andreas Krechting.

Andere Mauerwerksbaustoffe verbrauchen hier oft das Doppelte. Dies spiegelt sich auch in den CO2-Emissionen wider: Mit gerade einmal 93 kg CO2-Äquivalent pro Kubikmeter Leichtbeton Mauerwerk fallen sie ebenfalls sehr gering aus. „Dank der grobporigen Struktur des Baustoffes sowie des Dämmstoffkerns sind die hochwärmedämmenden KLB-Mauersteine für eine Bauweise bis hin zum Passivhaus-Standard geeignet“, erklärt KLB-Geschäftsführer Andreas Krechting. Eine außenliegende Zusatzdämmung (WDVS) wird bei dieser monolithischen Bauweise nicht benötigt. Leichtbeton bietet damit eine echte und vor allem ökologisch hochwertige Alternative zum Bauholz.

Iris Zahalka

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