Glasfassadensystem

Algen in der Glasfassade

Glasfassadensystem mit Photobioreaktoren. Die Bioenergiefassade wird als Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden und den Projektpartnern arup Deutschland Gmbh, SSc Gmbh, Pazdera aG und aDcO Technik realisiert.

Das Funktionsprinzip der Bioenergiefassade: In den von einer Nährstofflösung durchströmten Glasfassadenelementen werden Mikroalgen kultiviert und so Wärme und Biomasse gewonnen. Das BIQ-Haus in Hamburg bewies, dass das Fassaden- und Energiekonzept mit Photobioreaktoren funktioniert. © Colt International/Arup/SSC

Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und soll im April 2019 mit der Erstellung eines Prototypen im Maßstab 1:1 abgeschlossen werden. Pilotprojekt war 2013 das BIQ-Haus in Hamburg. Es bewies, dass dieses Fassaden- und Energiekonzept funktioniert. Das Funktionsprinzip ist weltweit einmalig: In den von einer Nährstofflösung durchströmten Glasfassadenelementen werden Mikroalgen kultiviert und so Wärme und Biomasse gewonnen. Nun stellte das Forschungsprojekt FABIG eine neue Generation der Bioenergiefassade vor: Die Glaselemente der Bioenergiefassade sind nun geklebt und die Reaktoren in die thermische Hülle eingebunden. Die Konstruktion wird dadurch schlanker und leichter. „Uns ging es nicht nur darum, die Bioenergiefassade technologisch zu optimieren, sondern auch den Gestaltungsspielraum für Architekten und Planer zu erweitern“, erläutert Dr.-Ing. Jan Wurm, Leiter Research & Innovation bei arup. „Wir wollen die Bioenergiefassade als skalierbares Element zur Fassadengestaltung etablieren, um geschlossene Stoffkreisläufe auf Gebäude- und Stadtteilebene umzusetzen.“

Verknüpfung von Ästhetik und Energiegewinnung
Die Bioenergiefassade verknüpft Ästhetik mit biologischen und technischen Kreisläufen. „Die Glaselemente der Bioenergiefassade sind Teile einer solarthermischen Anlage, mit der zusätzlich Mikroalgen zur Erzeugung von Biomasse und zur absorption von CO2 gezüchtet werden“, erläutert Timo Sengewald, Energieexperte bei arup. „Mit einer thermischen Effizienz von 38 Prozent und einer Konversionseffizienz der Biomasse von acht Prozent ist die Bioenergiefassade mit herkömmlichen solaren Systemen vergleichbar.“ „Die Bioenergiefassade verleiht Gebäuden einen hohen ästhetischen Wert“, so Jan Wurm. Das transparente Fassadenelement gewährleistet ungestörte Durchsicht. Changierende Farben bei unterschiedlichem Lichteinfall sowie aufsteigende Gasblasen lassen die Glaselemente lebendig erscheinen.

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