Bauen mit Kalksandstein

Alexandra Busch,

Knallorange. Weiß. Mit Holz.

Ungewöhnliches Neubauprojekt. Beim Neubau einer Kita und eines Gemeindehauses im oberfränkischen Hof entstand in zwei Bauabschnitten ein Gebäudeduo, das auf dasselbe Konstruktionsprinzip setzt: gemauerte Außen- und Innenwände aus Kalksandstein (KS). Für die Fassadengestaltung kamen bruchraue KS-Verblender zum Einsatz. Weitere Teile wurden mit Lärchenholz verkleidet, ein orangefarbener Putz rundet die vielfältige Gestaltung ab.

Während der eingeschossige Nordteil des Kita-Baus verputzt ist, bekam der zweigeschossige Trakt eine Fassadenbekleidung aus weißen Kalksandsteinverblendern und Lärchenholz. © Erich Spahn/KS-Original

Ein mehr als 50 Jahre alter Kindergarten sowie das noch ältere Pfarrhaus in Hof waren stark sanierungsbedürftig und räumlich unpraktisch, dazu wiesen sie einen hohen Energieverbrauch auf. Daher fiel die Entscheidung zum Abriss. Ersetzt wurden sie mit architektonisch ungewöhnlichen und energetisch zeitgemäßen Gebäuden.

"Wir wollten zwei moderne Gebäude, in denen sich die Kinder, unsere Mitarbeiter und die Gemeindemitglieder wohlfühlen. Die Bauten sollten energetisch auf dem neuesten Stand und ökologisch gebaut sein mit hellen, freundlichen Räumen - nicht überdimensioniert, aber auch nicht zu klein," fasst Pfarrer Hans-Jürgen Wiedow seine Wünsche als Bauherr zusammen. Als konstruktives Gerüst für beide Bauaufgaben wurde Kalksandstein gewählt. Die tragenden Außenwände, und zum Teil auch Innenwände, erfüllen so gleich mehrere wichtige Kriterien, wie Architekt Norbert Endrejat vom Büro m6 architektur aus Sparneck erläutert: "Ich schätze KS aus mehreren Gründen: Er besteht nur aus natürlichen Rohstoffen, ist hoch belastbar, erfüllt alle Schall- und Brandschutzvorgaben und hat eine hohe Wärmespeicherfähigkeit." Zum Einsatz kamen Produkte aus dem KS-Original-Programm, also Klein- und Mittelformate. Auch für den Großteil der Innenwände verwendeten Planer und Bauherr Kalksandsteine.

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Farblicher Dreiklang: Die knallig orange verputzte Fassade und das helle Holz treffen auf den weißen Kalksandstein, der tragendes Material für die Neubauten ist. © Erich Spahn/KS-Original

Kita und Pfarrhaus an einem Standort vereint
Im Pfarrgarten der aus den 1950er Jahren stammenden Kirche St. Konrad wurde nach dem Abriss des ebenso alten Gemeindezentrums Platz für die Neubauten geschaffen. Nähert man sich dem Ensemble von Südosten über die Nailaer Straße, so fällt der Blick zunächst auf die "KITA St. Konrad". Der langgestreckte Bau besteht auf der Straßenseite aus einem eingeschossig, eher kantig gehaltenen Gebäudeteil mit Flachdach. Dort sind die Funktionsräume wie Büros, Technik, Küche und der Eingang angeordnet. Zum rückwärtigen Garten ist die Kita zweigeschossig und in einer leichten Bogenform mit Pultdach gehalten. In diesem Trakt befinden sich die Gruppenräume der Kindergartenkinder, die Krippenräume und ein Mehrzweckraum. Alle Kinderbereiche sind großzügig gestaltet mit unterschiedlichen Spielebenen und dank großer Fensterflächen lichtdurchflutet. Viele Farben und Materialien regen die Kreativität an.

Folgt man der Nailaer Straße weiter, schließt das ebenfalls aus zwei Baukörpern zusammengesetzte Gemeindezentrum an. Der durch einen schmalen Durchgang von der Kita getrennte Nachbar besteht aus einem eingeschossigen, quaderformigen Veranstaltungssaal, der in einen Gebäudeteil mit zwei Etagen übergeht. Letzterer beherbergt neben Büro- und Konferenzräumen für die Gemeindeverwaltung auch Lagerflächen sowie eine Wohnung für den Pfarrer. Die farbliche Gestaltung, auch im 200 Quadratmeter großen Pfarrsaal, ist auf Weiß und Grautöne reduziert, kombiniert mit Holz, sodass alle Räume auch unterschiedlich genutzt werden können.

Die bruchrauen Verblender aus KS ergeben zusammen mit dem Lärchenholz ein harmonisches Gesamtbild. Mit der hoch belastbaren Tragstruktur aus KS-Mauerwerk lassen sich unterschiedlichste Fassadengestaltungen realisieren. © Erich Spahn/KS-Original

Materialwahl folgt Funktion
Bei der Fassadengestaltung harmonieren unterschiedliche Materialien. Um schon hier die unterschiedlichen Gebäudenutzungen von außen ablesbar zu machen, ist der Nordteil der Kita zur Straße als WDVS ausgeführt mit einem Putz in Knallorange, der südliche Zweigeschosser bekam an den Längsseiten eine Verschalung mit Lärchenholz und an den Stirnseiten eine Bekleidung mit bruchrauen Verblendern aus Kalksandstein. Die Fugen zwischen den Verblendsteinen sind mit grauem Fugenmörtel betont. Passend zur unterschiedlichen Nutzung der Gebäudeteile bekam das Gemeindezentrum auch eine differenzierte Hülle: Wahrend der Pfarrsaal an allen Seiten mit den KS-Verblendern bekleidet ist, besteht die Außenhaut des Bürotraktes, analog zur Kita, aus einem WDVS mit einem weißen Putz.

Dank der hohen Tragfähigkeit (Mindestdruckfestigkeit ab 12,5 N/mm2) der Kalksandsteinaußenwände entstand ein variantenreiches Erscheinungsbild bei den Neubauten sowie eine lebendige und funktionale Architektur, die Räume zum Spielen, Feiern und Zusammensein zur Verfügung stellt. Für jede Generation.

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