Halbjahreszahlen

Martin Schrüfer,

PORR meldet Rekord-Auftragsbestand

Der Rekord-Auftragsbestand von PORR von 7,6 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2019 sichert Vollauslastung für die Zukunft. Der Konsolidierungskurs führt zu einem moderaten Anstieg der Produktionsleistung von 1,6 % auf EUR 2.497 Mio. Zudem erreicht das Ergebnis vor Steuern (EBT) im ersten Halbjahr EUR 8,2 Mio.

© PORR

„Eine historisch einmalige Situation prägt im Moment den Bausektor. Mit einem Rekord-Auftragspolster bei der PORR sowie ungebrochen starker Nachfrage nach unseren Baudienstleistungen sehen wir dennoch einem schwierigen Marktumfeld entgegen. Unsere Märkte bieten aber langfristiges Potenzial", sagt Karl-Heinz Strauss, CEO der PORR. „Mit PORR 2025 haben wir ein Transformationsprogramm eingeleitet, um diese Chance bestmöglich zu nutzen.“

Leistung, Ergebnis und Auftragslage

Nach dem Wachstum der vergangenen Jahre setzt die PORR 2019 bewusst auf Konsolidierung. Die Produktionsleistung im ersten Halbjahr 2019 belief sich auf EUR 2.497 Mio. und wuchs somit moderat um 1,6 %. Abermals trugen die BU 1 – Österreich, Schweiz sowie die BU 2 – Deutschland zum Leistungswachstum bei, während sich bei der BU 3 – International das Auslaufen einiger Großprojekte im Vergleich zum Vorjahr auswirkte. Mit einer Vollauslastung in allen Segmenten erzielten Österreich und Deutschland mit 70 % erneut den Großteil der Leistung. Einen deutlichen Anstieg verzeichneten vor allem der Ingenieurbau Deutschland sowie Tschechien, die Slowakei und die Schweiz. 90 % der Leistung der PORR werden in den Heimmärkten erwirtschaftet. Die Umsatzerlöse sanken im selben Zeitraum um 1,9 % und erreichten EUR 2.182 Mio. Der Zuwachs in der Produktionsleistung enthält einen zum Vorjahreswert gestiegenen Anteil der ARGEN.

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Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verbesserte sich um EUR 1,6 Mio. oder 24,4 % auf EUR 8,2 Mio. Das Periodenergebnis belief sich auf EUR 6,0 Mio., das Ergebnis je Aktie blieb mit EUR 0,13 auf Vorjahresniveau. Saisonal bedingt ist das erste Halbjahr traditionell schwächer als das zweite und lässt noch wenig Rückschlüsse auf das Gesamtjahr zu.

Zum 30. Juni 2019 verzeichnete die PORR einen Rekord-Auftragsbestand. Mit EUR 7.600 Mio. lag der Zuwachs gegenüber dem Vorjahreswert bei 16,4 % und schafft damit eine Vollauslastung im Konzern und ein stabiles Fundament für die PORR. Dies ermöglicht eine selektive Akquisition von Projekten und in Folge eine nachhaltig verbesserte Margensituation. Die Neuaufträge stiegen um 14,4 % auf EUR 2.997 Mio. Im Rekord-Auftragsbestand finden sich Projekte in Österreich wie unter anderem die Wohnbauaufträge Geiselbergstraße in Wien oder das Q6 Nord in Graz-Reininghaus. In Rumänien, das sich zum neuen Heimmarkt entwickelt hat, kam der Design-Build-Auftrag für die Autobahn von Sibiu nach Piteşti hinzu. In Polen gewann die PORR das Büroprojekt SKYSAWA. In Norwegen wurde der Bau der 836 Meter langen Minnevika-Brücke akquiriert.

PORR 2025

Die Nachfrage im Bau ist ungebrochen. Fachkräftemangel, enorme Kapazitätsengpässe bei Subunternehmern sowie ein anhaltend hohes Niveau bei den Kosten für Baumaterialien, Logistik, etc. stehen dem entgegen. Bedingt durch das hohe Wachstum in den vergangenen Jahren, unterzieht die PORR ihre Aktivitäten einer strategischen Durchsicht. Damit hat die PORR ihr Transformationsprogramm PORR 2025 eingeleitet. Mit einer bereits begonnenen Neuausrichtung der Organisation verschlankt die PORR ihre Business Units, optimiert die Kosten der Zentralfunktionen (Shared Service Center) und vereinfacht Managementstrukturen mittels neuer Unternehmenskultur – fünf Prinzipien. Weitere strategische Initiativen schärfen den Fokus auf die bestehenden Heimmärkte und die Kernkompetenzen, verbessern operative Prozesse und erhöhen die Kostendisziplin. Hinzu kommt die Weiterentwicklung zentraler Themen im Bereich Digitalisierung, die enorme Potenziale bietet und die Wettbewerbsfähigkeit der PORR weiter stärkt.

Bilanzsumme

Die Bilanzsumme betrug zum Stichtag 30. Juni 2019 EUR 3.567,1 Mio. und wuchs damit im Vergleich zum Ultimo 2018 um 14,5 %. Maßgeblich dafür waren insbesondere die Bilanzierungseffekte aus der Erstanwendung des IFRS 16 Leasingverhältnisse sowie die Ausweitung der Geschäftstätigkeit im zweiten Halbjahr 2018. Dies führte zu einem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf EUR 1.815,6 Mio. Die Nettoverschuldung lag saisonal bedingt sowie erhöht durch die Effekte von IFRS 16 und durch die gestiegene Investitionstätigkeit bei EUR 829,9 Mio. (06/18: EUR 613,8 Mio. inkl. IFRS 16). Die Eigenkapitalquote betrug saisonal bedingt 16,2 %, wobei sich insbesondere die Dividendenausschüttung sowie die Zinsanpassung bei der Berechnung des Sozialkapitals widerspiegeln.

Ausblick 2019

Für die Baumärkte in Europa, die im Fokus der PORR stehen, rechnen Experten auf Basis aktueller Prognosen mit einem weitgehend stabilen Wachstum, jedoch mit regionalen Unterschieden. Österreich, Deutschland und die Schweiz zeigen eine robuste Baukonjunktur. Tschechien, die Slowakei, Rumänien und vor allem Polen sollten nachfrageseitig weiter wachsen. In Polen lassen die Indikatoren keine Entwarnung bei Themen wie dem Fachkräftemangel, Engpässen bei Nachunternehmern sowie beim Preisniveau von Baumaterialien und Löhnen erkennen. Der Druck auf die Margen bleibt hoch. In Katar bzw. den VAE verfolgt die PORR eine risikoreduzierte Strategie. Norwegen bietet weiterhin Opportunitäten im Infrastrukturbereich, das Marktumfeld ist jedoch sehr schwierig. Großbritannien weist für die PORR aufgrund der makroökonomischen Unsicherheit keine weiteren Potenziale auf.

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