Jahrespressekonferenz Bundesvereinigung Bauwirtschaft

Marvin Meyke,

Die Bauwirtschaft blickt zuversichtlich auf 2020

Auf der Jahrespressekonferenz des Bundesverbands Bauwirtschaft zeichnete dieser für 2020 ein positives Bild: Demnach werde für die Branche nächstes Jahr ein Umsatzwachstum  von 4,2 % erwartet.

Marcus Nachbauer, Vorsitzender Bundesvereinigung Bauwirtschaft © Bundesvereinigung Bauwirtschaft

"Wir blicken auf ein gutes Baujahr 2019 und erwarten ein Umsatzwachstum von 5 %; das entspricht einem Umsatz von 354 Milliarden Euro, den unsere 370.000 Mitgliedsbetriebe erwirtschaftet haben. In 2020 wird der Branchenumsatz auf fast 370 Milliarden Euro steigen, was einem Plus von 4,2 % entspricht", erklärte Marcus Nachbauer, Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft.

Starkes Wachstum bei Neubauten
Wachstumstreiber in der Bauwirtschaft bleibe vorerst noch die Neubautätigkeit. In dieser Sparte wird mit 845.000 Beschäftigten ein Umsatz von 125 Milliarden Euro erwirtschaftet, was einem Plus von 6,2 % entspricht. "Für 2020 rechnen wir mit einem weiteren Anstieg um 4,8 % auf knapp 131 Milliarden Euro," so Nachbauer. Hier wirke sich die hohe Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungsgebieten weiter positiv aus.

Bedarf an Sozialwohnungen nach wie vor ungedeckt
"Daher rechnen wir mit der Fertigstellung von ca. 300.000 bis 310.000 neuen Wohnungen in 2019 beziehungsweise in 2020, nach 287.000 in 2018", so Nachbauer. Allerdings würden nach wie vor Sozialwohnungen fehlen, denn obwohl in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 81.100 Wohneinheiten pro Jahr aus der Sozialbindung gefallen sind, erreiche das Fertigstellungsniveau nur gut ein Drittel des Bedarfes. Nachdem der Bund den Bund den sozialen Wohnungsbau im kommenden Jahr mit 1 Milliarden Euro fördere, seien nun Länder und Kommunen in der Pflicht, entsprechende Wohnungsbauprojekte auf den Markt zu bringen.

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Ausbautätigkeit mit einem Plus von 3,8%
Während das Neubaugeschäft boomt, fällt die Umsatzentwicklung in der Sparte Ausbau mit Plus 3,8 % auf 93,5 Milliarden in 2019 etwas schwächer aus. "Für 2020 gehen wir von einem Wachstum von 3,6 % auf ca. 96,8 Milliarden Euro aus. Die Unternehmen im Bereich Ausbau werden in 2020 ca. 867.000 Personen beschäftigen," so Nachbauer.

Klimaschutzpaket unterstützt energetische Gebäudesanierung
Die Sparte Gebäudetechnik in der Bundesvereinigung Bauwirtschaft ist mit rund 1,6 Millionen Beschäftigten und über 136 Milliarden  Euro Umsatz in 2019 (+4,8 %) die beschäftigungs- und umsatzstärkste Sparte. Im Jahr 2020 wird der Umsatz um knapp 4 % auf ca. 141 Milliarden Euro zulegen.

In den Sparten Gebäudetechnik und Ausbau werde sich die im Klimaschutzpaket der Bundesregierung enthaltenen Maßnahmen langfristig positiv auswirken, allen voran die Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Nachbauer warnte in diesem Zusammenhang vor einer erneuten Hängepartie im Bundesrat: "Die beiden gescheiterten Anläufe für eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung haben zu einem gewissen Attentismus der Eigenheimbesitzer geführt. Daher muss der jetzige Vorschlag dazu möglichst zügig umgesetzt werden. Das Gesetzgebungsverfahren wie auch die Verabschiedung im Bundesrat darf nicht lange dauern."

Nachbauer ging in seinem Statement auch auf die Forderung nach einer Ausweitung der Kapazitäten ein und erklärte: "Dazu ist es aber notwendig, dass langfristig Planungssicherheit besteht."

Keine Entlastung durch Fachkräfteeinwanderungsgesetz erwartet
Nachbauer erwartet von dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz keine Entlastung. "Denn dieses Gesetz bietet Arbeitskräften aus der Baubranche mit berufspraktischen Erfahrungen keine Möglichkeiten, einen Aufenthaltstitel in Deutschland zu erhalten."

Derzeit können Arbeitnehmer zwar noch über die sogenannte Westbalkan-Regelung in deutschen Baubetrieben arbeiten. Diese Regelung läuft jedoch Ende 2020 aus. Gerade einfache, von heimischen Arbeitnehmern nicht mehr ausgeübte Tätigkeiten, werden von angelernten, aber sehr erfahrenen Arbeitnehmern aus den Westbalkan-Staaten ausgeführt. Nachbauer forderte daher, die Westbalkan-Regelung über das Jahresende hinaus zu verlängern.

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