Drittes Quartal

Martin Schrüfer,

Corona verhagelt Ergebnis der PORR AG

Der Baukonzern PORR hat zum dritten Quartal 2020 eine Produktionsleistung von EUR 3,8 Mrd. in neun Ländern erzielt. Die COVID-Pandemie wirkt sich auch massiv auf die Geschäftstätigkeit aus und beschert dem Konzern neben einer Neubewertung von Projekten ein negatives Ergebnis vor Steuern für die ersten neun Monate von EUR 62,4 Mio. Der bereinigte Auftragsbestand betrug EUR 6,8 Mrd. Das Jahresergebnis 2020 wird in einer Bandbreite von EUR -45 bis -55 Mio. erwartet.

© PORR, Wolfgang Gollmayer

Karl-Heinz Strauss, CEO der PORR: „Der Rückgang der Produktionsleistung durch direkte und indirekte Folgen aus COVID-19 wie z. B. Leistungsstörungen und Unterbrechungen durch Reisebeschränkungen, lokale Lockdowns, Ausfälle von Subunternehmen, nicht weiter verrechenbare Mehrkosten, erhöhte Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen und Projektverschiebungen führt einerseits zu einem deutlichen Rückgang des geplanten Jahresergebnisses. Andererseits haben wir alle Projekte einer umfassenden Neubewertung unterzogen. Insbesondere beim Ingenieurbau Deutschland, dem Tunnelbau und bei einzelnen Projekten in den meisten Ländern gibt es Korrekturen.“

Ergebnis und Auftragslage

Die PORR erwirtschaftete in den ersten neun Monaten 2020 eine Produktionsleistung von EUR 3,8 Mrd. und damit einen Rückgang von 7,4 %. Österreich und Deutschland bleiben die wichtigsten Heimmärkte der PORR mit einem Anteil von rund 70 % an der Gesamtleistung. Die Umsatzerlöse verzeichneten - aufgrund des überproportionalen Leistungsrückgangs bei nicht im Umsatz enthaltenen Argen und Projekten, die über Joint Ventures abgewickelt werden, – einen geringeren Rückgang um 4,4 % auf EUR 3,4 Mrd. Das Ergebnis vor Steuern lag bei EUR -62,4 Mio. und reflektiert neben den COVID-bedingten Effekten die Neubewertung von Projekten.

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Der bereinigte Auftragsbestand per September 2020 lag mit EUR 6,8 Mrd. weiterhin auf einem hohen Niveau und ist werthaltig. Der Auftragseingang belief sich auf EUR 4,0 Mrd. und ging um 6,9 % zurück. Den größten Auftrag im Berichtszeitraum verzeichnete die PORR in Deutschland. In Erlangen entsteht für Siemens Healthineers ein Produktionsgebäude für medizintechnische Komponenten. Daneben werden die Tunnelprojekte rund um Stuttgart 21 sowie der Koralmtunnel mit dem patentierten PORR-Slab-Track-System ausgestattet.

Bilanzstruktur 2020 besser als 2019

Zum Stichtag 30. September 2020 lag die Bilanzsumme der PORR bei EUR 3,7 Mrd. und damit um 1,5 % über dem Jahresultimo des Vorjahres. Das Eigenkapital stieg auf EUR 650 Mio., die Eigenkapitalquote erhöhte sich somit auf 17,5 % (31. Dezember 2019: 16,4 %). Die Nettoverschuldung konnte im bisherigen Jahresverlauf bereits erheblich reduziert werden und erreichte EUR 434 Mio. Die liquiden Mittel betrugen zum Stichtag 30. September 2020 EUR 417 Mio. und liegen damit deutlich über dem Vorjahresniveau (30. September 2019: EUR 187 Mio.).

Positive Vorschau 2021

Für 2020 erwartet der Vorstand eine Produktionsleistung von mehr als EUR 5 Mrd. und ein negatives Ergebnis in der Bandbreite von EUR -45 bis -55 Mio. Die Nettoverschuldung zum Ultimo 2020 wird sich im Vergleich zum Vorjahreswert weiter verbessern. Die Eigenkapitalquote zum Jahresende 2020 wird auf dem Niveau des Halbjahres 2020 bleiben und liegt somit deutlich über dem Niveau von 2019. Der solide Bestand an liquiden Mitteln liefert der PORR eine stabile Basis. Mit ihrer starken regionalen Verankerung, als Technologievorreiterin und als Totalunternehmerin ist die PORR in ihren Märkten sehr gut aufgestellt.

Für 2021 geht der Vorstand von einer Produktionsleistung von ca. EUR 5,3 bis 5,5 Mrd. sowie von einer positiven EBT-Marge von +1,3 bis +1,5 % aus. Dieser Ausblick beruht auf der Annahme, dass die negativen Auswirkungen der Pandemie überwunden werden. Damit wird die PORR die Ziele, die sie im Frühjahr dieses Jahres für 2020 bekannt gegeben hat, ein Jahr später erreichen.

Zukunftsprogramm PORR 2025

„Das Zukunftsprogramm PORR 2025 ist das größte Transformationsprogramm in der Geschichte der PORR,“ so Karl-Heinz Strauss, CEO der PORR. Die Reorganisation in den Verwaltungsbereichen führt zu nachhaltig wirksamen Kosteneinsparungen von EUR 40 bis 50 Mio. ab dem Jahr 2022.

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