Krane

Martin Schrüfer,

Zwei Wölffe bauen exklusives Hochhaus

Zwei freistehende Wolff-Krane errichten im Auftrag der GWI Bauunternehmung den Rhein-740-Tower im linksrheinischen Düsseldorfer Stadtteil Heerdt. Dank eines ökonomischen Aufbaukonzepts stehen die beiden Krane nur rund 47 Meter voneinander entfernt und können exakt untereinander durchschwenken.

Der Wolff 7534.16 und der Wolff 6015.8 gehören zur clear-Reihe und sorgen für eine effiziente Logistik auf dem beengten Baufeld. © Wolffkran

Die Rheinmetropole Düsseldorf wächst in die Höhe. Eines der spektakulärsten Projekte
ist der Rhein-740-Tower, ein 21-stöckiges Wohn- und Ärztehaus, das derzeit auf dem ehemaligen Gelände der Dominikus-Klinik im linksrheinischen Stadtteil Heerdt mit Blick auf die Düsseldorfer Altstadt in die Höhe wächst. Für den Bau des Hochhauses mit der auffallenden, organisch wirkenden Fassade am namensgebenden Rheinkilometer 740 setzt GWI Bauunternehmung auf zwei spitzenlose Wolff-Krane.

Knapp 100 Meter Hakenhöhe freistehend
Das spitzenlose Wolff-Duo besteht aus einem Wolff 7534.16 und einem Wolff 6015.8 mit 50 Meter beziehungsweise 37,5 Meter Auslegerlänge. „Aufgrund der baulichen Gegebenheiten vor Ort gibt es keine Abspannmöglichkeiten, sodass beide Obendreher trotz beachtlicher Hakenhöhen von 93,3 Meter und 82,5 Meter freistehend arbeiten müssen“, erläutert Carsten Druske, Leiter Miete Deutschland und Niederlassungsleiter Wolffkran Dortmund, eine der Hauptherausforderungen des Projekts. Um dennoch die nötige Stabilität beim Heben der Schalungs- und Betonelemente sowie der extravaganten Fassadenteile zu gewährleisten, wurden beide Krane auf einbetonierte Fundamentanker montiert. Zudem fand beim höher aufgebauten Wolff7534.16 als Basis-Turmstück das stabile BT-29-Wolff-Turmelement mit einem Außenmaß von drei mal drei Meter Verwendung.

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Kletterkonzept: Ein Kran baut den anderen auf
Das Wolff-Team entschied sich für ein Aufbaukonzept nach dem Teamwork-Prinzip – einerseits um Kosten und Zeit zu sparen, andererseits wegen der engen räumlichen Verhältnisse auf dem Bauareal zwischen Pariser Straße und linkem Rheinufer sowie der unmittelbaren Nähe zu einem Krankenhaus. Ein Mobilkran mit 250 Tonnen maximaler Traglast montierte zunächst den Wolff 7534.16 auf eine Hakenhöhe von 48,30 Meter. Im Folgeschritt baute der bereits einsatzfähige Obendreher den „kleinen“ Wolff 6015.8 auf 37,5 Meter Basishakenhöhe auf. Beide Montagen konnten innerhalb eines Tages abgeschlossen werden. Nachdem der Rohbau eine Höhe von rund 40 Meter erreicht hatte, wurde der Wolff 7534.16 auf die finale Hakenhöhe von 93,3 Meter geklettert und anschließend eingesetzt, um das kleinere Gerät auf seine finale Höhe um zubauen. Hierfür wurde zunächst das Drehteil demontiert, danach weitere Turmelemente auf den vorhandenen Turm gesetzt und im Anschluss das Drehteil wieder montiert.

Neues Hochhaus im linksrheinischen Stadtteil Heerdt in Düsseldorf. © Wolffkran

Dank des maßgeschneiderten Montagekonzepts, bei dem ein Kran den anderen aufbaut, konnte der Mobilkraneinsatz auf ein Minimum beschränkt und Straßensperrungen an der angrenzenden Schön Klinik umgangen werden.

Sicher und schnell zum Arbeitsplatz in luftiger Höhe
Um die Auf- und Abstiegszeiten kurzzuhalten und dem Kranführer kräftezehrende Kletterpartien zu ersparen, wurde der große Kran mit einem Aufzug ausgestattet, der zudem die sichere Bergung des Kranfahrers im Notfall ermöglicht.

Nach der Errichtung des Rohbaus wurde der Wolff 6015.8 abgebaut, während der Wolff 7534.16 am Projekt verblieb, um bei der Fertigstellung der Bauarbeiten zu unterstützen.

Über dieses Projekt hinaus setzt sich die bewährte Zusammenarbeit zwischen der GWI Bauunternehmung und Wolffkran fort – beim Vorhaben Upper Nord Tower, diesmal rechtsrheinisch. Dort werden drei spitzenlose Krane – Wolff 7534, Wolff 6020 und Wolff 5020 – das mit 120 Meter höchste Wohnhaus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt errichten.


Der Hersteller
Mit seiner 150-jährigen Tradition ist Wolffkran einer der führenden Hersteller und Vermieter hochwertiger Turmdrehkrane in Mittel- und Osteuropa, dem Mittleren Osten, Nordamerika, Kanada, Australien und Südostasien. Die Mietflotte umfasst gut 700 Wolff-Krane. Mit der Firmenzentrale in Zug (Schweiz) und den Fertigungsstandorten in Heilbronn und Luckau (Deutschland) sowie internationalen Niederlassungen beschäftigt das Unternehmen weltweit rund 800 Mitarbeiter.

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