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Artikel und Hintergründe zum Thema

IT am Bau

Cornelia Schidlo,

Kommunikation mit Baubehörden: digital geht's besser

Früher war es ein richtiges Buch, heute liegt es als elektronische Sammlung vor – das Standardleistungsbuch-Bau mit seinen Ausschreibungstexten. Dennoch ist die Kommunikation mit den Behörden nicht immer einfach – so die Erfahrung von Sven Voigtländer, Juniorchef der HABA Bau- und Verwaltungsgesellschaft. Mit der Software nextbau von f:data treibt er die Digitalisierung voran.

Maurer- und Betonbaumeister Sven Vogtländer kalkuliert seine Angebote für HABA-BAU mit nextbau von f:data. Er freut sich, dass die Software auch lernfähig ist. © HABA-BAU

Maurer- und Betonbaumeister Sven Voigtländerversorgt die HABA-Bau mit Aufträgen. Er macht Angebote als Schlüsselfertigbauer für Einfamilienhäuser an private Bauherren, an gewerbliche Auftraggeber für den Neubau von Industriehallen oder die Sanierung von Altbauten, nimmt aber auch an Ausschreibungen der öffentlichen Hand teil. Die HABA-BAU deckt damit ein breites Leistungsspektrum von Rohbauarbeiten, über Beton und Stahlbetonbau, Innen- und Außenputzarbeiten, Wärmedämmverbundsysteme nach derzeitig gültiger EnEV, Abbrucharbeiten, Tiefbauarbeiten, Altbausanierung bis hin zum Trockenbau ab.

Die Digitalisierung der Bauwirtschaft voranzutreiben, das liegt Sven Voigtländer besonders am Herzen. Als Kalkulator seiner Firma kennt er die Vorzüge der Arbeit mit intelligenter Kalkulationssoftware und den reibungslosen Austausch STLB-Bau-konformer Leistungsverzeichnisse. Diese sind grundlegend DIN- und VOB-gerecht und können über GAEB-Schnittstellen zwischen Software-Programme ausgetauscht werden.

Wenn alle die gleichen Standards verwenden würden…
Arbeiten alle am Bau Beteiligten so, bringt das außerordentliche Vorteile. Der Datenaustausch gestaltet sich einfach und schnell, die Leistungsbeschreibungen sind eindeutig und geben keinen Anlass zu Diskussion und Fehlinterpretation. Zeitraubende Kommunikationsprobleme entstehen erst gar nicht, da die gleichen Standards verwendet werden. Als Vorstandsmitglied in der freien Innung Döbeln, des Sächsischen Baugewerbeverbandes, Landesinnung Sachsen, versucht Sven Voigtländer daher, immer mehr Mitglieder des Verbandes von dieser Arbeitsweise zu überzeugen. Dazu bringt er sich bei der Organisation von Schulungen und Vorträgen ein und berichtet im Verband über seine positiven Erfahrungen.

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An der Software „DBD-KostenKalkül“ von Dr. Schiller & Partner schätzt Vogtländer die 3D-Darstellung der Bauteile. © HABA-BAU

Lernende Software
Seine Angebote unterbreitet Sven Voigtländer erst nach einer gründlichen Kalkulation. Dazu nutzt er bereits seit zwei Jahren die Software „nextbau“ inklusive der DBD-KostenAnsätze: „Mit dem Programm ‚nextbau‘ bin ich sehr zufrieden, ich habe es täglich effektiv im Einsatz. Ich kalkuliere damit über das Zuschlagskalkulationsverfahren alle unsere Aufträge und auch die Nachträge. Vor allem die Standardleistungsbuch-Bau-konformen Texte in Zusammenhang mit den hinterlegten Kostenansätzen – zum Beispiel Mengen- und Wertansätze für Material, Lohn oder Geräte – machen das Arbeiten einfach. Und nextbau lernt sogar dazu,zum Beispiel meine Erfahrungswerte bei bestimmten Bauleistungen. Dafür muss ich nur die Bedarfsmengen und Kostenwerte anpassen und für die Zukunft merken lassen. So kann ich auf diese ganz persönlichen Stammdaten bei späteren Kalkulationen immer wieder zugreifen.“

Hat Sven Voigtländer sein Angebot fertig und das Leistungsverzeichnis verpreist, kann er dieses direkt dem zuständigen Planungsbüro übermitteln, denn mit nextbau „lässt sich der Austausch von Leistungsverzeichnissen bequem über die GAEB-Schnittstellen der Programme realisieren. Das spart Zeit und gibt Sicherheit, weil beide Seiten sich gewissermaßen ‚blind‘ verstehen.“

Wunsch nach mehr Klarheit in den Bauämtern
Bei öffentlichen Ausschreibungen erlebt Sven Voigtländer oft, dass die Sachbearbeiter in den Bauämtern immer wieder alte Freitexte aus der Schublade kramen. Diese Freitexte muss der Kalkulator neu interpretieren und STLB-Bau-konforme Texte daraus formulieren, bevor er sein Angebot unterbreiten kann. Sicher, ob er die Vorstellung der ausschreibenden Behörde trifft, kann er sich bei den vielen Merkmalen einer Bauleistung dabei nie sein. Daher wünscht er sich von den Bauämtern für die Planungsphase mehr Klarheit in Form von STLB-Bau-konformen Texten, denn, „wenn alle bei den Leistungsbeschreibungen die gleiche Sprache sprechen und ihre Datensätze über GAEB-Schnittstellen austauschen, gibt es weniger Missverständnisse und Diskussionen.“

Die Baustellen befinden sich in Sachsen, aber auch überregional und außerhalb Deutschlands ist die HABA-BAU aktiv. © HABA-BAU

„Wenn wir als Generalunternehmer arbeiten, können wir auch für den Kunden ein Leistungsverzeichnis erstellen und ihm damit genau erklären, welche Leistung wo drinsteckt.“, so Voigtländer. Auch private Kunden sollen verstehen, was genau auf ihrer Baustelle vorgeht. Das Verständnis für die Bauleistungen, die Preise und Abläufe bringt Ruhe in den Bauablauf.

Wofür steht eigentlich…?
Standardleistungsbuch-Bau-konform: Das Standardleistungsbuch-Bau (STLB) ist eine elektronische Sammlung (früher in Buchform) standardisierter Ausschreibungstexte, die DIN- und VOB-gerecht sind und der rationellen Beschreibung von Bauleistungen und dem Informationsaustausch der am Bau beteiligten Partner dienen. Unterteilt nach Leistungsbereichen werden Bauleistungen vereinheitlicht beschrieben zur Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung AVA.

GAEB-Schnittstelle: GAEB steht für den „Gemeinsamen Ausschuss Elektronik im Bauwesen“. Dieser fördert die Rationalisierung im Bauwesen mittels Datenverarbeitung. Die Aufgabe des GAEB ist u. a. die Erstellung und Überarbeitung des Standardleistungsbuches Bau (STLB-Bau) mit standardisierten Texten zur Beschreibung von Bauleistungen für Neubau, Instandhaltung und Sanierung. Über die GAEB-Schnittstelle erfolgt der standardisierte Austausch dieser Bauinformationen. Austauschsprache ist XML.

3D-Darstellung der Bauteile
Will Sven Voigtländer Massen und Kosten in der frühen Planungsphase darstellen und ermitteln, macht er das mit der Software „DBD-KostenKalkül“ der Dr. Schiller & Partner GmbH. „Ich schätze die 3D-Darstellung der Bauteile im KostenKalkül. So kann ich jedes Bauteil einfach aufgliedern und nachsehen, ob etwas fehlt. Entdecke ich etwas, kann ich es einfach hinzufügen. Das sind wirklich gravierende Unterschiede zu anderer Software in diesem Bereich.“ Ist die Planung fertig, wird das Kostenkalkül-Leistungsverzeichnis über die GAEB oder BIM-LV-Container-Schnittstelle in das Kalkulationsprogramm „nextbau“ übertragen. Dort kalkuliert Sven Voigtländer das Angebot dann durch.

Auch hier beruht das reibungslose Zusammenspiel der beiden Programme auf den STLB-Bau-konformen Texten, die über die genannten Schnittstellen ausgetauscht werden können.

Cornelia Schidlo

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