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Artikel und Hintergründe zum Thema

Sicherheit auf Baustellen

Martin Schrüfer,

Enge Zusammenarbeit zwischen klickparts und Brigade

Klickparts bietet seit über drei Jahren im Online-Vertrieb Ersatzteile und Wartungsprodukte für Baumaschinen. Namhafte Hersteller konnten als Partner gewonnen werden. Dazu gehört auch die Brigade Elektronik GmbH.

Zahide Jashari, National Account Managerin Bau bei der Brigade Elektronik GmbH. © Brigade

Inzwischen ist das komplette Brigade-Produktportfolio bei klickparts verfügbar. Zahide Jashari, National Account Managerin Bau, spricht über die Unternehmensentwicklung, Produktneuheiten und deren Sicherheitsfeatures sowie die Zusammenarbeit mit klickparts und die Vorteile, die sich daraus für die Kunden ergeben.

Baugewerbe: Brigade hat 1976 mit der Einführung des allerersten Rückfahrwarners in Europa Neuland betreten. Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen?

Zahide Jashari: Ja, 1976 ist die Firma Brigade Electronics auch gegründet worden, die deutsche Niederlassung gibt es seit 2002. Unser Gründer, Chris Hanson-Abbott, wurde in einem Hafen in Tokio das erste Mal auf einen Rückfahralarm am Heck eines kleinen Transporters aufmerksam. Zu dieser Zeit war der Sicherheitsaspekt beim Rückwärtsfahren außerhalb von Japan noch kein Thema. Doch Chris Hanson-Abbott erkannte das Potential dieser Vorrichtungen für mehr Sicherheit auf den Straßen und am Arbeitsplatz. Im Fokus hatte er von Beginn an den britischen und europäischen Markt. Dazu bemühte er sich auch bei Regierungen um Gesetzesänderungen. Dennoch dauerte es noch weitere zwei Jahre bis Brigade seinen ersten Rückfahrwarner an ein renommiertes britisches Busunternehmen verkaufen konnte.

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BGW: Wie hat sich das Unternehmen Brigade seitdem entwickelt?

Jashari: Inzwischen umfasst die Brigade Gruppe acht Niederlassung und 40 internationale Partner, der Fokus lag und liegt nach wie vor auf Sicherheit und Innovation. So haben wir 2001 auf der bauma den Multifrequenz-Rückfahrwarner bbs-tek präsentiert, schon 2005 folgte das Backsense Radar, seit 2014 konnten wir Backeye360 erfolgreich etablieren. Mit der Einführung der intelligenten Rückfahrkamera haben wir erst Anfang dieses Jahres erneut ein innovatives Produkt auf den Markt einführen können.

BGW: Also hat sich Ihr Unternehmen von Anfang an ausschließlich auf die Entwicklung von Sicherheitsvorrichtungen spezialisiert?

Jashari: Ja, und die Entwicklung von Sicherheitslösungen für den Nutzfahrzeug- und Baumaschinenbetrieb ist immer noch unsere Hauptaufgabe. Denn Brigade hat sich das Ziel gesetzt, Leben zu retten und die Straßen und Baustellen dieser Welt sicherer zu machen. Wir erweitern und verbessern unser Portfolio an Sicherheitsprodukten ständig und entwickeln mit nationalen und internationalen Partnern kontinuierlich neue innovative Lösungen. Ein Beispiel hierfür, ist die intelligente Rückfahrkamera für die Baumaschinenbranche, eine deutsch-österreichische Co-Produktion zwischen dem Unternehmen Eyyes GmbH und Brigade Elektronik GmbH. Durch solche und vergangene Kooperationen sowie den daraus gewonnenen Erfahrungen und Kenntnissen verfügen wir heute - branchenübergreifend - über intensives Wissen hinsichtlich der spezifischen Probleme und Kundenanforderungen.

BGW: „Intelligente Rückfahrkamera“, vielleicht können Sie diese Lösung kurz beschreiben?

Jashari: Das CarEye Rückfahrassistenzsystem mit künstlicher Intelligenz ist ein zusätzliches Hilfsmittel für den Fahrer beim Rangieren von Baumaschinen oder Nutzfahrzeugen. Neben der passiven Überwachung des Rückraums durch das Kamera-Monitorsystem warnt dieses System aktiv mithilfe eines Signalgebers und akustischen Warntons vor Objekten oder Personen, die sich dem Fahrzeug nähern. Das innovative an dieser Lösung ist, dass durch die künstliche Intelligenz, wie oben beschrieben, nur Personen den Warnton auslösen, welche sich im Gefahrenbereich dem Fahrzeug nähern. Personen, die sich vom Fahrzeug und dem Gefahrenbereich wegbewegen, werden nicht akustisch detektiert.

Welche Sicherheitslösungen zeichnen Sie noch aus?

Jashari: Zunächst ist da unser Backeye360, ein 360°-System, welches ein „Vogelperspektiven-Bild“ in Echtzeit der jeweiligen Baumaschine generiert, zu nennen. Durch dieses hat das Fahrpersonal jederzeit mit einem Blick eine Rundumsicht auf das Fahrzeug. In Verbindung mit unserem mobilen Datenrekorder (MDR) besteht die Möglichkeit, die Baumaschine oder den Lkw auch vor Diebstahl zu schützen oder im Falle eines Unfalls bei der Rekonstruktion des Unfallhergangs zu unterstützen. Unsere Hochleistungs-Radarsensorsysteme Backsense leisten einen entscheidenden Beitrag zur Unfallverhütung. Sie erkennen Personen, unbewegliche und bewegliche Gegenstände in toten Winkeln und informieren den Fahrer auf einer Anzeige sowie mit einem akustischen Warnsignal.

Zudem gibt es die Multifrequenz-Rückfahrwarner bbs-tek. Diese nutzen ein breites Spektrum von Breitbandton-Frequenzen. Personen in der Umgebung erkennen sofort von wo und aus welcher Richtung der Ton kommt. Auch Arbeiter mit Gehörschutz sowie schwerhörige Menschen können den Warner auf diese Weise besser hören. Die Rückfahrwarner bbs-tek White Sound erzeugen ein für die Ohren sanftes „Sch-sch“-Geräusch, das sich rasch verliert und deshalb nur in der Gefahrenzone zu hören ist.

Für welche Branchen bietet Brigade seine Produkte an?

Jashari: Durch unsere Sortimentsbreite sind wir in der Lage unsere Produkte in allen Branchen vorzustellen und zu erklären, denn unsere Sicherheitslösungen eignen sich für jegliche Art von Nutzfahrzeugen oder Arbeitsmaschinen, die sich mit dem Problem der toten Winkel auseinandersetzen. Egal ob kleiner Lieferwagen, Reisebus oder Radlader.

BGW: Warum ist die Bauindustrie so ein wichtiger Markt für Brigade?

Jashari: Allein wegen der Größe des Marktes, mit vielen unterschiedlichen Nutzfahrzeugen, Baumaschinen und Arbeitsmaschinen, ist die Bauindustrie für Brigade eine wichtiges Geschäftsfeld. Uns auf unsere Kunden einzulassen, deren Bedürfnisse zu verstehen und auf dieser Basis spezifische, zukunftsorientierte Sicherheitslösungen zu entwickeln, zeichnet Brigade als Partner in der Bauindustrie aus. Wir bekommen von Kunden täglich Informationen, die wir bei der Entwicklung neuer Systeme berücksichtigen. So ist die Bauindustrie oft Ausgangspunkt, um auch für andere Branchen innovative Produkte zu entwickeln.

Ein weiterer wesentlicher Grund für unser besonderes Engagement für die Bauindustrie ist die Minimierung der Arbeitsunfälle in der Branche. Lassen Sie mich kurz auf die Bilanz der BG Bau aus dem Jahr 2020 eingehen. Insgesamt gab es in 2020 127.514 meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten, davon insgesamt 589 mit Todesfolge. Natürlich können unsere Systeme nicht alle Unfälle verhindern, sie können aber einen wichtigen Beitrag zu mehr Arbeitssicherheit leisten. Wir möchten aber nicht nur die Risiken für die Mitarbeiter der Branche minimieren und das Fahrpersonal entlasten, sondern auch die Kunden des Partners vor Schaden bewahren. Denn auch auf Betriebshöfen passieren immer wieder Unfälle, leider auch Todesfälle mit Publikumsverkehr. Oft handelt es sich hier um die Fahrlässigkeit des Besuchers. Ich denke die Statistik und das letzte Beispiel beschreiben recht gut die Wichtigkeit des Marktes für Brigade, um das „Ziel Zero“, also die Minimierung der Todesfälle gen 0 zu erreichen.

Wo sehen Sie die größten Risiken auf den Baustellen und wie helfen Ihre Produkte, diese zu minimieren?

Jashari: Zu berücksichtigen sind mehrere Risikofaktoren. Neben dem bereits beschriebenen Faktor „Mensch“ spielt auch die „Maschinengröße“ eine erhebliche Rolle. So gibt es viele tote Winkel um die Fahrzeuge herum, so kann es zu Unfällen hinter, vor und neben dem Fahrzeug kommen. Ursächlich für Kollisionen können auch schlechte Sichtverhältnisse wie Dunkelheit, Nebel oder Staubentwicklung sein. Zu Personenschäden kann es allerdings auch kommen, wenn durch das Tragen von Gehörschutz herannahende Fahrzeuge nicht wahrgenommen oder piepende Rückwarner ignoriert werden. Unsere Produkte leisten da einen wesentlichen Beitrag, diese Gefahrenquellen zu beheben.

BGW: Wie ist es zur Kooperation mit klickparts gekommen und welche Gründe sprechen dafür?

Jashari: Anfang 2021 ist klickparts auf uns zugekommen, um das eigene Produktsortiment um hochwertige Sicherheitslösungen zu erweitern. Ab dem ersten Gespräch über eine künftige Zusammenarbeit waren klickparts und Brigade auf Augenhöhe. Das klickparts -Konzept ist zukunftsorientiert, innovativ und passt zur Brigade-Strategie. Wir als Hersteller von Sicherheitslösungen versuchen, alle Kundengruppen technisch zu beraten und Aufträge entsprechend abzuwickeln. Vom Baumaschinenbetrieb über den Fahrzeugbauer bis zur Spedition und Werkstatt betreuen wir Kunden auf der ganzen Welt. Aufgrund der Breite unseres Kundenportfolios sind wir immer auf der Suche nach Partnern in den jeweiligen Branchen, die in Zusammenarbeit mit uns die gemeinsamen Kunden betreuen. Mit klickparts hat Brigade Elektronik einen sehr gut aufgestellten Partner gefunden, der uns in dieser Form fachgerecht unterstützt und den Prozess von der technischen Beratung bis hin zum Verkauf stark vereinfacht und übernimmt.

BGW: Wie profitiert der Kunden von der engen Zusammenarbeit?

Jashari: Der Kunde profitiert durch den einfachen und gut strukturierten klickparts Online-Shop. Unser komplettes Brigade-Produktportfolio ist dort vernetzt und einfach zu finden. Dies ist bei Ersatzteilbeschaffungen eine große Zeitersparnis. Mit lediglich zwei bis drei Klicks kann das Ersatzteil bestellt werden und ist dann ein bis zwei Tage später direkt beim Kunden. Neben der einfachen Auftragsabwicklung bietet klickparts weitere Vorteile. Durch das freundliche und geschulte Personal im Backoffice kann Klickparts einfache technische Beratungen durchführen und dem Kunden auch beratungsintensivere Produkte wie die intelligente Rückfahrkamera näher erläutern. Somit ist der Endkunde, egal ob Ein-Mann-Betrieb oder der mittelständische Landschaftsgartenbauer, bestens bedient und hat mit Klickparts sozusagen das Rund-um-Sorglospaket.

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