Telekom-Studie

Martin Schrüfer,

An der Transformation wird weitergebaut

Die Digitalisierung im Baugewerbe steigt allmählich. Unternehmen investieren zunehmend in Lösungen für Security, Kommunikation und Produktivität.

© Telekom

Die Baubranche kam vergleichsweise gut durch das zweite Pandemie-Jahr. Die Gründe: hohe Investitionen in den Neubau von Wohnungen und steigende Preise für Bauleistungen. Beim Thema Digitalisierung gehört das Baugewerbe allerdings zu den Nachzüglern im deutschen Mittelstand: Nach Stagnation im Vorjahr stieg der Digitalisierungsindex der Baubranche 2021 auf 53 von 100 möglichen Punkten. Der branchenübergreifende Durchschnitt liegt dennoch bei 59 Punkten. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2021/2022“. Die Deutsche Telekom und das Analystenhaus Techconsult führten die Befragung bereits zum sechsten Mal durch. Nachdem die Unternehmen im Baugewerbe 2020 vergleichsweise wenig in IT-Sicherheit und Datenschutz investierten, wollen 21 Prozent diesen Bereich jetzt ausbauen. Auch die Kundenkommunikation sowie Produktivität im Unternehmen sollen digitaler werden. Beispielsweise mit Onlineshop-Lösungen, mobilem Endgerätemanagement oder Messenger-Diensten.

Jetzt beginnt das Aufholen

„Im Vergleich zu anderen Sektoren des deutschen Mittelstands ist die wirtschaftliche Entwicklung der Baubranche stabil. Jedes dritte Unternehmen konnte 2021 seinen Umsatz steigern. Im Hinblick auf die Digitalisierung ist der Sektor allerdings noch nicht so stark wie andere Branchen, obwohl es zahlreiche Möglichkeiten über Tracking der Baustellenfahrzeuge bis zur Überwachung der Baustellen gibt“, sagt Thomas Spreitzer. Er ist verantwortlich für den Geschäftskundenvertrieb bei der Telekom Deutschland. „Doch die Baubranche will aufholen: 93 Prozent planen, auch in Zukunft in ihre digitale Transformation zu investieren. Die Unternehmen haben erkannt, dass sie weiter digitalisieren müssen, um morgen noch wirtschaftlich erfolgreich zu sein.“

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Digitalisierung ermöglicht effektive Zusammenarbeit

Die Bauunternehmen nutzen digitale Technologien vor allem, um Bauprojekte effektiver zu gestalten oder planen dies in den kommenden zwölf Monaten. Vor allem erfassen und verarbeiten die Betriebe ihre Auftragsdaten digital (36 Prozent). Für einen besseren Überblick über alle Prozesse auf der Baustelle setzt knapp ein Drittel (31 Prozent) digitale Bautagebücher ein. Die Unternehmen nutzen außerdem digitale Lösungen, um Diebstahl rechtzeitig zu erkennen. Aber auch, um Geräte auf der Baustelle schneller zu finden. Je 20 Prozent verwenden Diebstahlsoftware für ihr Equipment und orten Baumaschinen und -geräte. Für einen verbesserten Kundenservice wollen die Bauunternehmen in Zukunft in Online-Bestell- und Reservierungssysteme sowie Online-Shop-Lösungen investieren (22 Prozent). Egal ob aus dem Homeoffice, auf Geschäftsreise oder direkt auf der Baustelle: Um standortunabhängig arbeiten zu können, nutzen bereits oder planen 42 Prozent der Bauunternehmen Messenger-Dienste und Videokonferenz-Software einzuführen.

Baubranche ist Schlüsselfaktor für mehr Nachhaltigkeit

Die Bauindustrie verursacht einen hohen CO2-Ausstoß. Daher ist es hier besonders wichtig, auf nachhaltige Lösungen zu setzen. Für 71 Prozent der mittelständischen Bauunternehmen spielt Nachhaltigkeit bereits eine zentrale Rolle. Konkret setzen die Bauunternehmen schon auf klimafreundliche Produktionsprozesse (36 Prozent). Jedes dritte Bauunternehmen (34 Prozent) plant mithilfe von digitalen Lösungen Routen effizienter und spart so Kraftstoff. Ein Drittel (32 Prozent) achtet bereits darauf, den Energieverbrauch von Gebäuden nach geltenden Standards niedrig zu halten.

Potenzial von Fördermitteln oft ungenutzt

Um nachhaltige Projekte mithilfe digitaler Lösungen voranzutreiben, könnten die Bauunternehmen Fördermittel nutzen. Bund, Länder und Kommunen bieten eine große Bandbreite an Fördermöglichkeiten. Allerdings nutzen dieses Angebot bisher lediglich 21 Prozent der Bauunternehmen. 44 Prozent kennen die Fördermöglichkeiten nicht. Rund einem Drittel (35 Prozent) sind sie bekannt, die Betriebe nutzen sie aber nicht: Sie wünschen sich mehr Transparenz und externe Unterstützung, um das passende Programm zu finden und zu beantragen (29 Prozent).

Der Beitrag erschien in Baugewerbe 6/22.

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