ABE_Award

Ausgezeichnete Ideen für die Bauwirtschaft

Mitte Oktober verlieh der Aachen Building Experts (ABE) e. V. den ABE_Award. Mit dieser Auszeichnung fördert das interdisziplinäre Kompetenznetzwerk für innovatives Bauen neuartige Geschäftsideen für die Bau- und Immobilienwirtschaft. Im Finale: Die Unternehmen Scasa und Caala.

Das Finale des ABE_Awards in Aachen bildete die Auftaktveranstaltung für die BIMcon und die Smart Building Convention. © ABE e.V.

Etwa 60 Gesellschafter und Geschäftsführer der ABE-Mitglieder sowie Gäste verfolgten das Finale über den Dächern von Aachen in der Uptown Sky Lounge, Innside by Meliá. Die Finalisten, ausgewählt aus über 20 Start-ups, waren Scasa aus Aachen und Caala aus München.

Die Preisverleihung war eingebettet in einen Netzwerk-Abend als Auftakt von BIM-convention (BIMcon) und Smart Building Convention (SBC). Zwei Innovations-Impulse aus der Praxis von Oliver Hans, Schüco lnternational KG sowie Markus Fromm-Wittenberg, GIRA Giersiepen GmbH & Co KG, leiteten den Abend ein. Die Gäste erfuhren, wie die beiden Unternehmen ihre digitale Transformation und Produktinnovationen mit Hilfe von Startups vorantreiben. Gründer und CEO des Aachener Lichtbetonproduzenten der Lucem GmbH, Dr. Andreas Roye, berichtete, wie er sein Geschäftsmodell nach der Start-up-Phase weiterentwickelte.

In Echtzeit analysiert: Lebenszykluskosten und Umweltwirkungen
Der ABE_Award ging 2019 an Caala. Geschäftsführer Philipp Hollberg nahm in Aachen Trophäe und Auszeichnung entgegen. Das Münchner Start-up bedient die beiden großen Trends in der Bauwirtschaft: Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Der Gebäudesektor ist für 40 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich und spielt daher eine zentrale Rolle bei der Erfüllung der Klimaziele.

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Referenten rückten in Aachen Trends der Bau- und Immobilienwirtschaft in den Fokus der BIMcon und der SBC. © ABE e.V.

„Caala liefert in Echtzeit Umweltwirkungen und Lebenszykluskosten verschiedener Varianten, die sich auf den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes beziehen. Durch die Plattform können Architekten und Planer selbständig auf Knopfdruck bereits in der frühen Entwurfsphase verschiedene Varianten durchrechnen lassen. Dies führt zu nachhaltigeren Gebäudeentwürfen auf Basis deutscher Normen und dadurch zu einer deutlichen Reduktion der CO2-Emissionen“, erläuterte Hollberg. Hierfür wurde Caala bereits mit dem UN World Summit Award 2018 in der Kategorie „Environment and Green Energy“ ausgezeichnet.

Das Unternehmen hat die Zukunft fest im Visier: „Durch Themen wie Cradle-to-cradle und Building Information Modeling (BIM) werden wir unsere Plattform weiterentwickeln“, ist sich Hollberg sicher. Wie dringend die Branche solche Geschäftsmodelle benötigt, wurde auch im Smart Building Innovations-Workshop auf der SBC deutlich.

Präzise 3D-Modelle für jeden Betrachter
Die zweitplatzierte, die Scasa GmbH, ein Spinoff der RWTH Aachen University, ist spezialisiert auf die Erstellung von intuitiv bedienbaren hochqualitativen 3D-Modellen und Zusatz inhalten in kompakter Datengröße. Mit wissenschaftlichem Hintergrund wurden, basierend auf Laserscan-Technologie, Algorithmen für die automatische Aufbereitung komplexer Gebäude-Punktwolken entwickelt, um eine realistische Darstellung eines virtuellen Modells zu erzielen. Schnell und kostengünstig entstehen so präzise 3D-Modelle, die jeder über seinen Web-Browser oder sein Smartphone betrachten kann.

Das Finale des ABE_Award fand am Vorabend der SBC und BIMcon statt. Die beiden Veranstalung setzten die Themen ganzheitliche Planung, Digitalisierung der Gebäude-, Mess- und Regelungstechnik und Energieeffizienz durch intelligente TGA-Lösungen sowie Verknüpfung von TGA und BIM auf die Tagesordnung. Referenten aus der Branche, Start-ups und Hochschulen behandelten Trends in der Gebäudetechnik und BIM praxisnah und umsetzungsorientiert. Mehr als 150 Teilnehmer waren in den Eurogress Aachen gekommen.

Smart Building Innovations-Workshops
Ein Innovations-Workshops widmete sich speziell den Themen Digitale Strategie, Facility Management der Zukunft, IP-basierte Gebäudetechnik, Cyber Security sowie Mission to Zero: Wege zum nachhaltigen Gebäudebetrieb. Vertreter der Unternehmen Drees & Sommer, Gegenbauer, Microsens, ComConsult und ABB Busch-Jaeger moderierten je ein Thema. Zusätzlich brachten die Start-ups aedifion, Animus, Scasa und smartengine wtec, ihre digitalen Innovationen und Sichtweisen in die Diskussionen ein. Mögliche Maßnahmen sowie konkrete Umsetzungsmöglichkeiten zu den einzelnen Themen wurden gemeinsam erarbeitet und diskutiert.

Es wurde deutlich, dass trotz großen Interesses der Unternehmen der tatsächliche Einsatz von Innovationen relativ gering ist. Es fehlen vielen Betrieben schlichtweg die Kapazitäten, sich eingehend mit Neuheiten am Markt zu beschäftigen.

„Cyber Security der Gebäudetechnik“ als Zukunftsvision
Bezogen auf die IT-Security diagnostizierten die Teilnehmer ein mangelndes Bewusstsein in den Firmen. Viele Betriebe haben noch gar nicht realisiert, dass es durch die Digitalisierung neue Eingänge ins Gebäude gibt. Resultat ist ein sorgloser Umgang mit der IT. Bei der IT-Sicherheit würden mangelnde Investitionsbereitschaft und schlichte Unwissenheit die größten Fortschrittsbremser darstellen. Auch wüssten viele Unternehmen nicht, wie und von wem eine umgesetzte Lösung betrieben werden kann. Hier verwies Moderator Thomas Steil (ComConsult) auf die hohe Bedeutung des neuen Studiengangs Smart Building Engineering an der FH Aachen seit dem Wintersemester 2018/19. Er ging aus einer Initiative aus dem Mitgliederkreis des ABE hervor.

Schnell umsetzbar sei die Aufklärung der Betreiber und Kommunikationsmaßnahmen, die das Bewusstsein für die Risiken mangelnder Cyber Security schärfen. Was kostet der unweigerliche Stillstand der Produktion, wenn ein 5G-Störsender auf das Dach montiert wird? Was bedeutet es für Patienten und den Ruf eines Krankenhauses, wenn alle durch bildgebende Verfahren gewonnenen Ergebnisse gehackt und vernichtet werden? Es ist zu wenig bekannt, dass sich die Kosten für ein Cyber-Security-Konzept nur im Promillebereich der aufgewendeten Bausumme bewegen. Als Visionen wurden ein eigenes Gewerk „Cyber Security der Gebäudetechnik“ und ein Sicherheitszertifikat genannt.

Bei der Zusammenfassung der Ergebnisse betonte Klaus Dederichs, Partner und Head of ICT, Drees & Sommer SE, dass dieser Workshops der Beginn einer konstruktiven Auseinandersetzung mit diesen für die Branche so wichtigen Inhalten darstelle.

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