Verbände

Marvin Meyke,

Rettet urbanes Grün „sterbende“ Innenstädte?

Eine repräsentative forsa-Studie der BGL-Initiative „Grün in die Stadt“ zur Zufriedenheit der Bevölkerung mit städtischen Grünflächen ergab: Die überwiegende Mehrheit wünschte sich Ende Februar 2021 mehr Freianlagen, mehr Parks und Aufenthaltsflächen in den Innenstädten. Begrünte und attraktive Freianlagen helfen auch gegen sterbende Innenstädte und bieten handfeste Vorteile für den Einzelhandel in der City, findet der Bundesverband Garten, ­Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL).

„Ohne Grün sehen wir schwarz für die Stadt der Zukunft“, sagt Jan Paul, Vizepräsident des Bundesverbandes Garten, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL) und Vorsitzender des BGL-Ausschusses Stadtentwicklung. © BGL

Durch die Corona-Krise hat sich der ­negative Trend zum Innenstadtsterben ­deutlich verstärkt. Eintönige Shopping-Meilen und Betonwüsten, Rückzug ins Private, florierender ­On­­line-Handel und kurze Click-and-Collect-­Aufenthalte: Alles das verschlechtert die Zukunftsaussichten vieler Innenstädte. Zunehmende ­„Leerstände“ und freie Gewerbeflächen ­mindern die Anziehungskraft der Städte weiter. Dagegen ­können innovative Grünkonzepte mit Wasserspielen, Fassaden­begrünung oder mit ­fachkundig ­bepflanzten und gepflegten Grünflächen diese ­Entwicklung umkehren.

Vorteile für Kultur und Wirtschaft
So sagen fast alle Befragten (92 Prozente) in der ­forsa-Studie, dass mehr Grün die Aufenthalts­qualität im urbanen Raum verbessern würde. ­Hieraus ­ergeben sich konkrete Vorteile für ­Kultur und ­Wirtschaft. Denn 70 Prozent der Befragten ­würden länger in Städten verweilen und 73 ­Prozent denken sogar, dass mehr Grün das Shopping-­Erlebnis ­bereichern würde. Weitere Werte belegen, dass gerade Jüngere durch Stadtgrün stärker in die Innenstädte strömen würden.

Anzeige

Stadtgrün im Lockdown: attraktiver, aber auch ­pflegeaufwändiger
Gleichzeitig ist die Anziehungskraft bestehender Grünflächen weiterhin groß: Rund 38 Prozent der Bevölkerung nutzen Parks mehrmals in der Woche – egal, ob sie einen eigenen Garten haben oder nicht. Dabei stechen zwei Gruppen besonders heraus: Fast die Hälfte der 30- bis 39-Jährigen (48 Prozent) nutzt Parks mehrmals die Woche. Bei den ­Familien mit Kindern unter zehn Jahren sind es sogar­ ­­63 Prozent. Als logische Folge der intensiveren ­Nutzung fällt den Befragten auf, dass sich der ­Pflegezustand ihrer Parks verschlechtert hat. Hier meint fast jeder Fünfte, dass es bei der Pflege von Grünanlagen Verbesserungsbedarf gibt. Da in Großstädten urbane Grünflächen überdurchschnittlich stark genutzt werden, fällt dieser Negativtrend besonders in Berlin auf: Beinahe ein Viertel der Bevölkerung äußert sich dort entsprechend kritisch.

Städtischen Grünflächen: „Zu wenig, zu klein.“
Hier bestehe also dringender Verbesserungs­bedarf. Wenn der Trend zur intensiveren Nutzung und Bedeutung urbaner Grünflächen weiterhin so stark bleibt, dann könnte sich der Pflegezustand der Grünanlagen künftig sogar noch verschlechtern. In diesem Zusammenhang zeigt die forsa-Studie weitere „Unzufriedenheitsfaktoren“ auf: Fast ein Drittel (29 Prozent) der Befragten sieht bei der Anzahl der Grünflächen Verbesserungsbedarf. Ergänzend finden 19 Prozent urbane Grünanlagen zu klein. Hiermit wird deutlich, dass Größe und Anzahl von Parks und Grünflächen für den derzeitigen Nutzungstrend nicht ausreichen.

„Ohne Grün sehen wir schwarz.“
„Unsere forsa-Studie belegt, dass urbane Parks und Grünanlagen für die Menschen ungebrochen attraktiv sind. Und es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass das auch nach der Corona-Krise so bleiben wird. Somit erfährt Stadtgrün einen erhöhten Nutzungsdruck, der intensivere Pflege nötig macht“, so Jan Paul, Vizepräsident des Bundesverbandes Garten, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL). „Aber auch ein topaktuelles Thema wie der Struktur­wandel in den Innenstädten hat bei den Menschen hohe Priorität. Denken wir die gegenwärtigen ­Innenstädte ohne Grün weiter, so sehen wir als BGL schwarz für die lebendige, attraktive Stadt der Zukunft.“ 

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

GaLaBau

Elegante Linienführung im Garten

Die Jasto Baustoffwerke haben die Elegantline-Mauer auf den Markt gebracht. Die neue Gartenmauer soll sich als feingliedriger und schnörkelloser Vertreter ihrer Gattung mit einem klassisch-eleganten Erscheinungsbild positionieren.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

GaLaBau

Gartengestaltung mit System

Interessant wird eine Außenanlage durch die Kombination von Flächengestaltung und vertikalen Elementen. Mauern bieten sich beispielsweise nicht nur zur Einfriedung an, sondern eignen sich auch als Sicht- und Windschutz für den Sitzplatz. KANN...

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem Baugewerbe Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite