Ergebnisse der BGL-Herbstumfrage 2022

Martin Schrüfer,

Gute Kennzahlen, getrübte Stimmung

2022 ist für die GaLaBau-Betriebe in Sachen Umsatz und Auftragslage ein weiteres, erfolgreiches Geschäftsjahr. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Herbstumfrage des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL). Doch die Erwartungen an die nahe und ferne Zukunft sind getrübt.

Zuversicht in wirtschaftlich schwierigen Zeiten: BGL-Präsident Lutze von Wurmb sieht in der "Jahrhundertaufgabe Klima- und Artenschutz" großes Auftragspotenzial für den GaLaBau. © Paul-Philipp Braun/BGL

„Wie beurteilen Sie Ihre aktuelle Geschäftslage?“ fragte der BGL in seiner traditionellen Herbstumfrage – und 537 Mitgliedsbetriebe antworteten (13 Prozent). „Gut“ oder „Befriedigend“ sagten fast 98 Prozent und damit ähnlich viele wie im Vorjahr. „Schlecht“ sagte dagegen wieder nur eine kleine Minderheit von 2,4 Prozent (2021: knapp 0,6 Prozent). Die Mehrheit der befragten GaLaBau-Unternehmerinnen und -Unternehmer bewertet die eigene betriebliche Situation also momentan positiv, trotz bereits spürbarer gesamtwirtschaftlicher Folgen der Pandemie und des Ukraine-Krieges.

Momentan sind die Auftragsbücher bei den Mitgliedsbetrieben der GaLaBau-Verbände trotzdem gut gefüllt:

  • Mit 16 Wochen Vollbeschäftigung ist der Auftragsbestand bei der Pflege ebenso gut wie im Vorjahr (keine Veränderung).
  • Beim Neu- und Umbau sind die Befragten für mindestens 19 Wochen vollbeschäftigt ausgebucht – und damit etwas weniger als im Herbst 2021 (23 Wochen), doch genauso viel wie im Herbst 2020.
  • Rund 62 Prozent schätzten die aktuelle Auftragssituation „gleich“ und 12 Prozent sogar „besser“ ein. Gleichzeitig sagten 26 Prozent „schlechter“, das sind mehr als vier Mal so viele wie im Herbst 2021 (6 Prozent).
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Die aktuelle Ertrags- und Gewinnsituation bewerteten die Betriebe kritischer als 2021:

  • 12,5 Prozent sagten „unbefriedigend“ (2021: 4 Prozent), 42 Prozent „verbesserungsfähig“ (2021: 38 Prozent) und 45 Prozent „entspricht den Erwartungen“ (2021: 58 Prozent).
  • Positiv: „Die vereinbarten Zahlungsziele werden eingehalten“, das sagten über 95 Prozent der Betriebe – sogar mehr als im Herbst 2021 (93,5 Prozent).
  • Die Mitarbeiterzahl blieb im Vergleich zum Herbst 2021 bei den befragten Betrieben weitestgehend stabil.

Doch beim Blick in die Zukunft trübt sich die Stimmung der GaLaBau-Betriebe deutlich:

  • Auf die Frage nach den betrieblichen Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate antworteten nur noch 1,5 Prozent mit „günstiger“ (2021: rund 10 Prozent) und 59 Prozent mit „gleichbleibend“ (2021: rund 84 Prozent). Dafür hat sich der Anteil derjenigen, die „ungünstiger“ antworteten, mit 39 Prozent mehr als versechsfacht (2021: rund 6 Prozent).
  • Gefragt nach den Aussichten für die gesamte Branche im aktuellen Jahr vergaben immer noch 96 Prozent die Schulnoten 1 (sehr gut) bis 3 (befriedigend) (2021: 99 Prozent). Davon sagten 16 Prozent „befriedigend“ (2021: 9,5 Prozent).
  • Langfristige Branchenperspektive: Für die kommenden fünf Jahre sehen die Befragten die Branchenaussichten noch skeptischer. Nur noch 71 Prozent vergaben hier die Schulnoten 1 bis 3. Dagegen benoteten über 29 Prozent mit 4 bis 6.
  • Langfristige Aussichten des eigenen Betriebs: Verglichen mit der Einschätzung der Branchenperspektive zeigt sich hier zwar ein erkennbar positiveres Bild. So vergaben 84 Prozent der Befragten für die eigenen, langfristigen Betriebsaussichten 2022 die Schulnoten „sehr gut“ bis „befriedigend“. Doch im Herbst 2021 hatten das auf dieselbe Frage 96,5 Prozent gesagt. Gleichzeitig gaben16 Prozent in der aktuellen Umfrage den langfristigen Aussichten des eigenen Betriebs die schlechteren Schulnoten „ausreichend“ bis „ungenügend“. Das ist mehr als jeder 6. Betrieb und damit fast das Fünffache im Vergleich zum Herbst 2021 (3,5 Prozent).

„Für das laufende Jahr sehen wir noch ein erfreuliches Wachstum. Aber auch unsere Branche ist von den Auswirkungen einer gesamtwirtschaftlichen Rezession betroffen“, kommentiert BGL-Präsident Lutze von Wurmb die Umfrageergebnisse. „Gleichzeitig sind die GaLaBau-Mitgliedsbetriebe grundsätzlich gesund. Denn viele haben die guten Jahre für Investitionen genutzt: in moderne Prozesse, neue Technik und Maschinen, Digitalisierung und professionelle Kommunikation sowie in die Aus- und Weiterbildung. Zudem haben unsere Geschäftsfelder Auftragspotenzial für Jahrzehnte, nicht zuletzt durch die Jahrhundertaufgabe Klima- und Artenschutz. Hier liefert unsere Branche Lösungen: begrünte Fassaden und Solardächer, klimaresiliente Pflanzkonzepte, Wassermanagement, sowie klimaneutrale (oder sogar klimapositive) Grünkonzepte, sowohl für öffentliche als auch für gewerbliche Auftraggeber. In diesem Zusammenhang macht sich der BGL auf Bundesebene weiter für die Anliegen der Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner stark: von der Forderung nach der grünen Milliarde für mehr gepflegtes Stadtgrün, über das Thema Preisgleitklausel, bis zu Hilfen für GaLaBau-Unternehmen bei Investitionen in alternative Mobilität und erneuerbare Energien.“

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