Mobilien- Leasing

Ralf Marquardt,

Flexibler mit Leasing

Anlagen und moderne Baumaschinen neu anzuschaffen ist teuer. Mit Hilfe des Leasings, speziell dem Sale-and-Lease-back-Verfahren, ist es möglich, Liquidität zu gewinnen.

Die dabei freigesetzten Finanzmittel stehen für längerfristige Investitionen oder die Schulung und Weiterbildung der Mitarbeiter zur Verfügung.

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Geleast werden können Baumaschinen, Baufahrzeuge aber auch Büro- & Lagerausstattungen – also grundsätzlich alle mobilen Anlagegüter. Wichtig beim Mobilien-Leasing ist die Tatsache, dass die Leasing-Objekte fungibel – also beliebig ersetzbar bzw. wiederverwertbar – sein müssen. Spezial-Maschinen oder Anlagen, die für einen Kunden „maßgefertigt“ wurden, müssen über Spezialleasing bzw. Mietkauf finanziert werden. Geleast werden können auch gebrauchte Maschinen und Anlagen. Durch den geringeren Anschaffungswert einer gebrauchten Mobilie sind die Leasingraten entsprechend günstiger.

Die Trendwende: Vom Eigentumsdrang zur Nutzungsbetrachtung
Leasing ist vor allem für diejenigen interessant, die den Nutzungsgedanken vor den Eigentumswunsch stellen. Das „pay-as-you-earn“-Prinzip kommt hier zum Tragen: Die Leasingraten werden aus den Erträgen bedient, die das gemietete Objekt erwirtschaftet und sind gleichzeitig als Betriebsausgaben voll steuerlich absetzbar.

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Gerade durch Gebrauchtleasing kann man in der Baubranche Liquiditätsräume schaffen. © Pixabay.com

Für Leasing, im Vergleich zu einem Bankkredit oder der Eigenkapitalfinanzierung, spricht darüber hinaus die Schonung des Eigenkapitals sowie der vorhandenen Bank- bzw. Kreditlinien. Durch die über die Laufzeit fest vereinbarten monatlichen oder saisonalen Leasingraten bleibt die Investition kalkulier- und überschaubar. Der Leasingnehmer kann am Ende entscheiden, ob er das Objekt kaufen, weiter leasen oder auf eine neue Maschine umsteigen möchte. Außerdem ist Leasing meist etwas einfacher als eine Bankfinanzierung, so dass auch auf kurzfristige Auftragseingänge schnell reagiert
werden kann.

Im Vergleich zur Maschinen-Miete ist Leasing – auf lange Sicht – deutlich günstiger. Auch können im Leasing oder über eine Mietkauffinanzierung Fördergelder eingebunden werden und so die Investition noch lohnender machen.

Das „Sale-and-Lease-back“-Verfahren – was ist das?
Das „Sale-and-Lease-back“-Verfahren ist eine Maßnahme, die eingesetzt wird, um gebundene Liquidität frei zu setzen.

  1. Das „sale-and-lease-back“-gibt es in zwei Formen:
    Das technische „Sale-and-Leaseback“: Hierbei handelt es sich um einen verkürzten Zahlungsweg. Wenn die Rechnung des Lieferanten bereits auf den Leasingnehmer ausgestellt ist oder aufgrund von Fördermaßnahmen auf diesen ausgestellt sein muss, verkauft der Leasingnehmer das Objekt an die Leasinggesellschaft weiter und weist diese an, den Kaufpreis in seinem Namen und für seine Rechnung direkt beim Lieferanten zu begleichen. Das hat den Vorteil, dass das Eigentum direkt auf den Leasinggeber übergeht. Der Leasingnehmer least das Objekt über die gewünschte Laufzeit zurück.
  2. Das echte „sale-and-lease-back“: Dieses ist indes seltener geworden und nur noch in sehr engen zeitlichen Rahmen möglich. Zumeist darf der Kauf des Objektes nicht länger als sechs Monate zurückliegen. Hauptgrund für diese Zurückhaltung sind die rechtlichen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Dokumentation eines sauberen Eigentumsüberganges sowie die Feststellung des Marktwerts.

Vorteile des echten „Sale-and-Lease-back“-Verfahrens
Nur sehr wenige Spezial-Leasinggesellschaften widmen sich eingehend dieser Sonderform des Leasings. Die Vorteile: Durch den Verkauf fließt dem Unternehmen frische Liquidität zu, gleichzeitig verkürzt es die Bilanz. Entsprechend erhöht sich das Eigenkapital, was wiederum verschiedene Pluspunkte nach sich zieht: Das Rating des Betriebs bei der Hausbank verbessert sich – Folgekredite sind deshalb in der Regel leichter und billiger zu bekommen. Der Unternehmer kann den Verkaufserlös in neue Anschaffungen investieren und Fremdkapitalzinsen sparen oder in langfristige Projekte, für welche sich Leasing oder eine Kreditfinanzierung nicht anbietet. Der Aufwand dafür ist allerdings nicht zu unterschätzen und selbstverständlich wird schon aus Gründen der Besicherung der Leasingfinanzierung nur ein Teil des vermeintlichen Marktwerts der Maschinen erzielbar sein.

Ralf Marquardt ist Gründer und Geschäftsführer der FML Finanzierungs- und Mobilien Leasing GmbH & Co. KG in Hamburg. © Pixabay.com

Mögliche Leasingpartner – ein Überblick
Hersteller-Leasinggesellschaften bieten oft günstige Leasingkonditionen, dafür werden die Leasingverträge mit hohen Rabatten oder Restwerten „gesponsert“. Jedoch sind sie oft unflexibel, wenn es um Mietverlängerungen oder kombinierte Angebote mit Produkten anderer Hersteller geht.

Banken-Leasinggesellschaften bieten zwar gute Zinskonditionen, dafür wird aber die Leasingverbindlichkeit dem Gesamtfinanzierungsrahmen zugeschlagen, so dass es hier zu Engpässen und Abhängigkeiten kommen kann.

Größere Flexibilität bieten die Banken und Hersteller unabhängigen Leasinggesellschaften. Der Vorteil: Sie beraten ihre Klientel umfassender und bieten eine Vielzahl von Leasing- und Verlängerungsoptionen sowie Leasing für Gebrauchtmaschinen an. Außerdem wird der Kreditrahmen bei den Hausbanken nicht belastet.

Maschinenbruchversicherung und Garantiefrage
Grundsätzlich ist ein Leasingnehmer bzw. Mietkäufer vertraglich verpflichtet, die Leasing- oder Mietkaufobjekte gegen übliche Risiken zu versichern. Bei hochwertigen Maschinen und Anlagen kann hierzu auch der Maschinenbruch gehören. Selbst bei Neumaschinen beinhaltet auch die weitgehendste Garantie keinen Schutz vor Bedienungsfehlern, fahrlässigem Handeln, Material- oder Produktionsfehlern. Hohe Investitionen rechnen sich aber nur, wenn die Maschinen in Betrieb sind. Bei einem Ausfall kommt nicht nur der Fertigungsprozess ins Stocken, es drohen auch hohe Verluste, die im schlimmsten Fall die Existenz eines Unternehmens bedrohen können. Wer in seinem täglichen Geschäftsbetrieb auf das einwandfreie Funktionieren seiner Maschinen und Anlagen angewiesen ist, sollte sich deshalb mit einer Maschinenbruchversicherung beschäftigen. Selbstverständlich ist das aber auch immer eine Abwägung der Kosten zum tatsächlichen Risiko.


Über FML
Die FML Finanzierungs- und Mobilien Leasing GmbH & Co. KG aus Hamburg ist eine inhabergeführte Leasinggesellschaft, die mittelständische Unternehmer bei herstellerunabhängigen Investitionsfinanzierungen berät. Die FML finanziert Leasingobjekte in den Bereichen Maschinen, Landwirtschaft, Medizintechnik, IT- und Kommunikationstechnik, Hafen- und Schiffsausrüstung, Energie & Umwelttechnik, Raumlösungen und Fahrzeuge. Das Unternehmen mit Sitz in der Hamburger Speicherstadt wurde 1989 gegründet.

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