Entwässerung

Klaus W. König,

Wenn der Platz für Sickermulden fehlt

Nicht nur bei Neubau, auch bei Umbau und Modernisierung ist die Baugenehmigung abhängig von einer Entwässerungsplanung gemäß den aktuellen Technischen Regeln und Verordnungen. Das Entkoppeln von Schmutz- und Regenwasser gehört ebenso dazu wie das Behandeln des Regenwassers vor der Versickerung. Sind oberflächige Sickermulden nicht zulässig oder fehlt der Platz, kommen unterirdische Alternativen zum Einsatz.

© Mall

Vergleichbar mit Einkaufszentren und innerstädtischen Geschäftshäusern war im speziellen Fall einer umgebauten Lokhalle auf dem ehemaligen Bahngelände in Freiburg im Breisgau für oberflächig angelegte Sickermulden nicht genügend Platz vorhanden. Es geht dabei um Dachwasser von 6.500 Quadratmeter und Ober­flächenabfluss von 3.713 m² abflusswirksamer ­Fläche (Au). Nach Angabe der Betreiber wird die komplette Geländefläche als Parkplatz für Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter sowie als Zufahrt benötigt. Genau für solche Situationen wurden die Filterschächte der Baureihe ViaPlus entwickelt, mit denen Regenabflüsse von Dach- und Verkehrs­flächen unterirdisch gereinigt werden können. Sie sind befahrbar und einfach in der Wartung, vom Deutschen Institut für Bautechnik auf Leistung und Umweltverträglichkeit geprüft und haben eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für die direkte Versickerung des Regenwasserablaufs von stark verschmutzten Verkehrsflächen. Diese Behandlungsmethode ist ebenfalls geeignet, wenn das Regen­wasser in Oberflächengewässer abgeleitet wird.

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Baufortschritt erleichtert
Die Versickerung erfolgt in einem ebenfalls unter­irdisch eingebauten Tunnelsystem aus vorge­fertigten Betonteilen, die modulartig aneinandergereiht werden. Die herstellerseitige Regel­statik des Sickertunnels und die termingerechte ­Lieferung erleichtern die Arbeit für Planer, Bauleiter und Ausführungsbetrieb vor Ort und beschleunigen den Baufortschritt. Die Kosten der Investition sind damit laut Unternehmensangaben geringer als bei vergleich­baren unterirdischen Varianten. Die spätere Wartung beschränkt sich, obwohl die Sickertunnel zugänglich und begehbar sind, auf den Filterschacht. Das mindert die Betriebskosten. Und eine Beanspruchung des Oberbodens als Filtermedium für Schadstoffe findet nicht statt.

Aufgrund der großen Dach- und Hofflächen sowie der langen Leitungswege wurde die Versickerung mit Vorbehandlung auf zwei Anlagen verteilt, eine nördlich und eine südlich des Gebäudes – die im Norden mit drei, die im Süden mit zwei Rigolensträngen. Die Bauherrschaft entschied sich wegen der Stabilität und Belastbarkeit bewusst für das Material Beton. Und weil die fünf Rigolen mit ins­gesamt 52 Tunnelelementen aus Stahlbeton-Fertigteilen zur Inspektion bei Bedarf begehbar sind. Fertigstellung war im Juli 2020.

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 4/2021.

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