bauma Innovationspreis 2019

Susanne Frank,

Stuttgart 21-Kelchstützen nominiert

Mit der Realisierung des einzigartigen Schalendachs für den Stuttgarter Tiefbahnhof wurde Züblin in der Kategorie „Bauwerk, Bauverfahren, Bauprozesse“ für den bauma Innovationspreis 2019 nominiert.

Aus dem Straßburger Platz und dem im Schlossgarten oberirdisch begrünten Dach werden später die 28 Lichtkuppeln herausragen: Über sie soll sich das Tageslicht durch die hellen Kelche gleichmäßig in der unterirdischen Bahnsteighalle verteilen und dort eine lichtdurchflutete, freundliche Atmosphäre schaffen. © Aldinger+Wolf

Die diesjährigen Preisträger werden am 7.4. zum Start der bauma in München bekanntgegeben. Die Auszeichnung wird alle drei Jahre vom Maschinenbau-Verband VDMA, der Messe München und den Spitzenverbänden der deutschen Bauwirtschaft ausgelobt und verliehen.

Kühn geschwungenes Kunstwerk aus Beton
Im Projekt Stuttgart 21 realisiert Züblin für die Deutsche Bahn AG den preisgekrönten Entwurf des Architekten Christoph Ingenhoven – ein Auftrag, für den das Projekt-Team um die Züblin-Direktion Stuttgart als Generalunternehmen mit innovativen Verfahren und digitaler Technik die bisher gültigen Grenzen der Baubarkeit erweitert. Das imposante Schalendach mit seinen gigantischen Freiformen stellt in Form und Funktion höchste Anforderungen an den Stahlbetonbau. „So etwas“, sagt Züblin-Projektleiter Ottmar Bögel, „wurde noch nie gebaut.“ Seit Oktober 2018 steht die erste der insgesamt 28 monumentalen, rund 12 m hohen Kelchstützen, die sich einmal als tragende Elemente zum Dach der künftigen, unterirdischen Bahnsteighalle vereinen werden – jede für sich ein Kunstwerk aus Beton; blütenweiß, ohne Poren und Fugen, aber mit kühnem Schwung: 32 m weit spannt sich die ausladende Kelchschale mit der Hutze für das Lichtauge über den filigranen, sich nach unten stark verjüngenden Fuß.

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Seit Oktober 2018 steht die erste der insgesamt 28 Kelchstützen, die sich einmal als tragende Elemente zum Dach des neuen Tiefbahnhofs vereinen werden. © Achim Birnbaum/Ed. Züblin

Hightech aus Brettschichtholz für die Schalung
Eine bautechnische Herausforderung sind die 28 Kelchstützen nicht allein wegen ihrer grundsätzlich komplexen Geometrie; erschwerend kommt hinzu, dass jeder Dachkelch für sich ein Unikat ist, der sich in Neigung, Form und Höhe (8,5–13 m) von den anderen unterscheidet. Züblin Timber GmbH ist mit ihrem Know-how im Holzingenieurbau für die formgebende Schalungskonstruktion verantwortlich. 

Spezieller Weißbeton
Um die ästhetische Vorgabe einer glatten, weißen Oberfläche realisieren zu können, wurde sogar der verwendete Beton speziell für die Kelchstützen neu entwickelt: als Weißbeton mit den nötigen statischen Eigenschaften, der durch Zugabe von Polypropylen-Fasern auch den Brandschutzanforderungen genügt.
Im März soll die zweite Kelchstütze vollendet werden, ab Mitte des Jahres sollen stets drei Kelche parallel zueinander gebaut werden. Erst wenn sechs fertige Kelche als zusammenhängende Gruppe stehen, werden nach und nach auch die verbleibenden schmalen Zwischenräume geschlossen. Bis Ende 2022 soll die einzigartige Konstruktion vollendet sein.

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