Sonderkonstruktion für komplexes Bauwerk

Andre Paul,

Abrutschsicher am Steilhang

Komplexe Geometrien und hohe Anforderungen stellen die Abteilung Sonderkonstruktion bei MEVA immer wieder vor spannende Aufgaben – wie bei einer Kirchensanierung im oberbayerischen Dorf Hebertshausen.

Ein kleines Bauwerk, das es aber in sich hat: Allein die Sonderkonstruktion am Steilhang abrutschsicher zu fixieren, war eine Herausforderung. Zudem musste die Stahlbaukonstruktion das Bauwerk über vertikale und horizontale Mikropfähle sichern. Mithilfe eines 3 D -Geländeaufmaßes der geplanten Architektur und eines Berechnungsmodells wurden die Stahlbauquerschnitte und Verbindungen berechnet. © MEVA

Auf dem Monitor von Alexander Schmid, Mitarbeiter der Abteilung Sonderkonstruktion bei MEVA, entsteht eine bunte 3-D-Vorlage für eine Sonderkonstruktion der speziellen Art. Für die Sanierung der Kirche St. Georg im malerischen Dorf Hebertshausen bei Dachau soll ein neues Eingangsbauwerk gebaut werden – direkt an der Kirchenmauer und in exponierter Lage am Steilhang.

Task Force für besondere Aufgaben
Der Name sagt es schon: Die Abteilung „Sonderkonstruktion“ in Haiterbach ist sozusagen die technische Task Force für besondere Aufgaben. MEVA-Gebietsleiter Andreas Scherzl nennt das Team rund um Leiter Jochen Moosmann aufgrund seiner besonderen Projekte die „Soko Haiterbach“. Zu Recht, schließlich werden hier die Visionen von Architekten und Bauherren ermöglicht, die vor einigen Jahren lediglich Ideen auf dem Reißbrett gewesen wären. Alexander Schmid: „Ohne die moderne 3D Planungstechnik wäre es früher gar nicht denkbar gewesen, so komplexe Projekte wie den neuen Eingang zur Kirche in Hebertshausen zu planen, geschweige denn diese Qualität umzusetzen.“ Auch praktische Überlegungen spielten eine Rolle: Wie wird das Volumenmodell am besten in Knaggen und Schalhautunterbau zerlegt? Letztendlich muss auch die Schalungskonstruktion aus verschiedenen Werkstoffen wie Holz, Stahl, Aluminium oder Kunststoff aus dem Computermodell konstruierbar sein.

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Hochkomplexes Ensemble
Das Eingangsgebäude zur St. Georgskirche ist Teil einer umfangreichen Sanierung und Neukonzeption des Kirchenstandortes bei Dachau. Allein schon die erhöhte Lage mit Blick auf das Alpenpanorama stellte alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Architekt Markus O. Kuntscher: „Das Areal ist ein Bodendenkmal und zudem herrscht an einem Friedhof das Gebot der Totenruhe – von daher mussten sämtliche gründungstechnischen Maßnahmen bodenschonend und höchst minimal durch geführt werden. Wir erreichten dies mittels einer Gründung durch Mikropfähle.“ Es galt, das gesamte Stützwerk auf horizontale und vertikale Lasten abzusichern. In einem so steilen und engen Gelände eine echte Herausforderung. Moderne Computertechnik unterstützte auch hier: Mithilfe eines 3D Geländeaufmaßes der geplanten Architektur und eines Berechnungsmodells konnten die Stahlbauquerschnitte und Verbindungen berechnet werden.

Kirche St. Georg im malerischen Dorf Hebertshausen bei Dachau © MEVA

Auch ganz profane Fragen tauchten bei der Planung auf: Wie wird die Sonderkonstruktion so auf der Straße angeliefert, dass kein teurer Sondertransport mit Überbreite notwendig wird? „Die Planung hört eben nicht an der Schreibtischkante auf,“ lacht Schmid und ergänzt: „Unsere Aufgabe ist es, alle Möglichkeiten vorher durchzuspielen, damit auf der Baustelle alles reibungslos läuft.“

Fazit
Die Bauleiterin des ausführenden Rohbauunternehmens Zechbau, Anna Kretzmann, zieht ein positives Fazit: „Die genaue Abstimmung der Höhenlage des Baubehelfs als Auflagefläche für die Sonderschalung zählte zu den schwierigsten Aufgaben bei diesem Projekt. Mit der Planung der Sonderkonstruktion von MEVA waren wir daher sehr zufrieden!“

Unterm Strich sind sich die Fachleute einig: Je komplexer und anspruchsvoller das Bauvorhaben ist, umso wichtiger ist eine frühe und genau abgestimmte Teamarbeit – damit der Balanceakt zwischen Kreativität und technisch Machbarem gelingt.

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