Schaltechnik

Hoch hinaus am Olympiapark München

Für den Hochschulsport und die Technische Universität München entsteht derzeit am Olympiapark ein beachtlicher Neubau. Das bauausführende Unternehmen Grossmann hat NOE-Schaltechnik eingesetzt.

Hier werden die Entwürfe der Planungsbüros Dietrich Untertrifaller und Balliana Schubert realisiert. © NOE-Schaltechnik Georg Meyer-Keller

Für viele – auch nicht sportlich Interessierte – ist der Olympiapark in München eng mit den Olympischen Spielen 1972 verbunden. Auch heute noch ist er Austragungsort verschiedener sportlicher und kultureller Veranstaltungen. Zudem befinden sich auf dem Gelände unterschiedliche Bildungseinrichtungen. Beispielsweise nutzen seit knapp 40 Jahren die Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften und der Zentrale Hochschulsport der Technischen Universität München (TUM) das Gelände des TUM Campus im Olympiapark (TUM CiO) sowie dessen Gebäude im nördlichen Bereich des Olympia parks. Die Bauten, die im Rahmen der Olympischen Spiele errichtet wurden, sind im Laufe der Zeit in die Jahre gekommen und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Daher entschieden sich die Verantwortlichen des Freistaats Bayerns für umfassende Baumaßnahmen, die aus drei Bauabschnitten bestehen: Im ersten Abschnitt erfolgten Sicherungsmaßnahmen, es wurden einige Gebäude abgerissen und Rettungswege geschaffen. Im zweiten und dritten Bauabschnitt werden unter anderem neue Sporthallen, eine Mensa, eine Bibliothek und Hörsäle sowie Institutsräume für Forschung und Lehre gebaut.

Neubau mit sechs Innenhöfen
Den hierzu ausgeschriebenen Wettbewerb konnte das Architekturbüro Dietrich Untertrifaller mit Balliana Schubert Landschaftsarchitekten aus Österreich für sich entscheiden. Ihr Entwurf sieht einen gigantischen Neubau mit sechs Innenhöfen vor, der vor allem aus Holz und Glas besteht und an einigen Stellen Sichtbeton zeigt. Der zweite Bauabschnitt wurde Ende 2018 abgeschlossen. Einen wesentlichen Beitrag zu dessen Gelingen leistete die Firma Grossmann Bau aus Rosenheim. Sie übernahm sämtliche Baumeisterarbeiten – war also für die Erdarbeiten, die Kanal- und Entwässerungsarbeiten und den Hochbau verantwortlich. Hier waren durchschnittlich 75 bis 80 – zu Spitzenzeiten ungefähr 100 – Mitarbeiter auf der Baustelle.

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An einigen Stellen waren die zu betonierenden Wände 15,3 Meter hoch und zum Teil in Sichtbetonqualität auszuführen. © NOE-Schaltechnik Georg Meyer-Keller

Schaltechnik für große fugenlose Flächen
Bei sämtlichen Betonierarbeiten verwendet das Unternehmen schon seit Jahren die Systeme der NOE-Schaltechnik. Sie wurden auch für das Bauvorhaben im Olympiapark eingesetzt. Das wichtigste System des Herstellers ist die Wandschalung NOEtop. Sie ist vielseitig und lässt sich dank der integrierten Gurtung als Rahmen- und als Trägerschalung gleichermaßen verwenden. Dabei sind die Spannstellenlagen frei wählbar. Zudem bietet der Hersteller sie in vielen verschiedenen Größen an. Unter anderem auch in der XXL-Version, die den Bau einer fugenlosen Fläche von gut 14 Quadratmeter ermöglicht. Bei der Münchner Baustelle kamen vor allem die 2,65 und 3,31 Meter hohen Schalungselemente zum Einsatz.

Kletterhalle und Audimax erfordern Top-Optik
Eine der größeren Herausforderungen, der sich die Bauarbeiter zu stellen hatten, war die Errichtung der Kletterhalle und des Audimax. Sie haben insgesamt eine Grundfläche von 27 mal 33 Meter und werden von 15,3 Meter hohen Wänden umrahmt. Diese mussten zum Teil in Sichtbetonqualität SB 3 (= Betonflächen mit hohen gestalterischen Anforderungen) ausgeführt werden. Um die entsprechenden Betonoberflächen erzielen zu können, wurde die NOE-Schalung mit neuer Schalhaut belegt. Martin Haslberger, der Bauleiter des Projekts, sagt hierzu: „Obwohl unsere NOE-Schalung bereits bei vielen anderen Baustellen im Einsatz war, leistete sie uns auch bei den Sichtbetonwänden wertvolle Dienste. Auf der Baustelle achteten wir allerdings sorgfältig darauf, dass die neu belegten Schalungen nur bei den Wänden eingesetzt wurden, bei denen SB 3 gefordert wurde. Das Ergebnis entsprach der gewünschten Optik.“

Für den Bau der hohen Wände griff das ausführende Unternehmen auf NOE-Schalsysteme zurück. © NOE-Schaltechnik Georg Meyer-Keller

2.000 Kubikmeter Beton allein in der Kletterhalle
Die Tatsache, dass die NOEtop auch noch nach vielen Einsätzen für den Bau von ästhetisch anspruchsvollen Sichtbetonwänden verwendet werden kann, spricht für ihre Langlebigkeit und Robustheit. Um sie widerstandsfähig zu machen, sorgt der Hersteller dafür, dass alle Schaltafeln mit einer einheitlichen Profilstärke ausgestattet sind. Außerdem sind Rahmen und Profile innen und außen feuerverzinkt. Alle NOEtop-Schalungen halten einem Betondruck von 88 Kilonewton pro Quadratmeter stand. Bei der Kletterhalle verbauten die Mitarbeiter des Bauunternehmens rund 2.000 Kubikmeter Beton und erstellten die 15,30 Meter hohen Wände in einem Zug. Konkret bedeutet dies, dass sie fast sieben Stunden lang mit einer Steiggeschwindigkeit von 2,4 Meter pro Stunde betonierten. Dabei hatte der Normalbeton eine mittlere Festigkeitsentwicklung (F3). Es wurde kein Verzögerer zugegeben. Verdichtet wurde mithilfe von Außenrüttlern.

Dritter Bauabschnitt wird bis 2022 fertig
Neben der Errichtung der Wände für die Kletterhalle war Grossmann Bau auch mit weiteren Aufgaben betraut. Beispielsweise erstellte sie eine Tribünenkonstruktion für den Audimax mit Betonfertigteilen, baute Sichtbetonfassaden (ebenfalls SB 3) und betonierte weitere massive Innenwände (ebenfalls SB 3). Etwa 1.200 Tonnen Bewehrungsstahl und rund 11.900 Kubikmeter Beton sind verbaut worden. Zirka 1.200 Quadratmeter Schalung waren auf der Baustelle vorrätig. Die Betonierarbeiten waren innerhalb von zehn Monaten abgeschlossen – angesichts der Größe des Objektes und der besonderen Herausforderungen ein zügiger Fortschritt. Mit der fristgemäßen Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts ist der Weg für den dritten Abschnitt geebnet: Er soll bis 2022 – also genau 50 Jahre nach den Olympischen Sommerspielen
1972 – fertiggestellt sein.


NOEtop-Schalungen. © NOE-Schaltechnik Georg Meyer-Keller

Das Projekt
Die Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften und der Zentrale Hochschulsport der Technischen Universität München nutzten Gebäude, die vor knapp 40 Jahren errichtet worden waren. Da diese nicht mehr den aktuellen Ansprüchen entsprachen, wurden umfassende Baumaßnahmen in die Wege geleitet. Hierzu gehört die Erstellung eines großen Baukörpers, in dem unter anderem verschiedene Räume für Forschung und Lehre vereinigt sind. In diesem Zusammenhang wurde eine Kletterhalle mit 15,30 Meter Höhe gebaut, deren Stahlbetonwände zum Teil in Sichtbetonqualität ausgeführt werden. Mit den entsprechenden Aufgaben wurde die Firma Grossmann Bau beauftragt, die seit Jahren mit den Systemen der NOE-Schaltechnik arbeitet und auch für dieses Bauvorhaben darauf zurückgriff.


Mit System zum Erfolg
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden für jedes Bauvorhaben Formen aus Kanthölzern und Brettern gefertigt und hierin der Beton vergossen. Diese individuell hergestellten Schalelemente konnten oft nur ein einziges Mal verwendet werden – daher war diese Vorgehensweise zeit- und kostenintensiv. Vor diesem Hintergrund entwickelte Georg Meyer-Keller eine systematisierte Universal-Stahlschalung, die mehrfach einsetzbar war und den Bauprozess wesentlich vereinfachte. Das Patent auf diese Entwicklung wurde 1952 erteilt. Der Vertrieb erfolgte zunächst über die Baugerätehandlung Jakob Noe und wurde als „NOE Schalung“ bekannt. Für Georg Meyer-Keller war die projektbezogene Beratung sowie die technische Planung von zentraler Bedeutung. Diese Erkenntnis führte am 1. Oktober 1957 zur Gründung der NOE-Schaltechnik Georg Meyer-Keller KG, der heutigen NOE-Schaltechnik Georg Meyer-Keller GmbH + Co. KG. Die NOE-Schaltechnik ist laut eigenen Angaben mit Tochterunternehmen, Vetretungen oder Joint-Ventures in allen wichtigen Märkten präsent.


110 Jahre Grossmann
Das Bauunternehmen wurde am 13. Mai 1907 durch den Maurermeister Bartholomäus Grossmann in Weikering bei Vogtareuth gegründet. Es erfolgte die Verlegung des prosperierenden Baugeschäfts mit Sägewerk nach Rosenheim an der Äußeren Münchener Straße, wo das Unternehmen bis heute seinen Firmenhauptsitz hat. 1960 wurde die Tief-, Straßen- und Brückenbauabteilung auf eigene Beine gestellt und hat sich seitdem zu einer umsatzstarken Sparte entwickelt. Die Umfirmierung 1989 in die Grossmann Bau GmbH & Co. KG hat noch heute Bestand. 1998 entstand mit einem Neubau die dritte Produktionshalle als weiterer Expansionsschritt im Holzleimbau. 2018 unternahm Grossmann eine Neuinvestition und Restrukturierung im Bereich Holzleimbau, die Erneuerung der Fertigungshallen sowie Neuinvestitionen in Keilzinkenanlage, Leimsystem und Hobelmaschine.

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