Doka setzt in Wien auf BIM-Methodik

Marvin Meyke,

BIM-Methode beim Projekt „Gelbe Haide“ reduziert Schalungsaufwand

Für den Bau eines Speicherbeckens im 23. Wiener Bezirk erstellte Doka auf Basis der Building Information Modeling (BIM) Methodik ein virtuelles Modell, um Wandschalung und Taktzeiten präzise zu planen. Das bauausführende Unternehmen Habau sparte dadurch Aufwand und Ressourcen auf der Baustelle. Die Schalungsleistung je Arbeitskraft konnte verdoppelt und alle drei Tage ein Betonierabschnitt fertiggestellt werden.

© Doka

Das Projekt "Gelbe Haide" ist das erste BIM-Projekt, das die Habau Hoch- und Tiefbaugesellschaft zusammen mit Doka umgesetzt hat. Das Bauunternehmen wurde beauftragt, ein Speicherbecken, ein Überlaufbecken sowie den Zuleitungskanal zum Speicherbecken zu errichten. Das Becken dient dem Hochwasserschutz der Anrainer-Wohngebiete an der Liesing, einem Fluss, der mitten durch Wien fließt. Nach Fertigstellung Ende 2020 wird das Becken 10 Millionen Liter Regenwasser aufnehmen können und den Liesingbach und angrenzende Wege vor Verschmutzung schützen.

Größe der Schalungseinheiten optimiert
Das ursprüngliche 3D-Modell im IFC-Format stammt von Habau und wurde dann von den BIM-Experten bei Doka um die Schalungsplanung ergänzt. Die Erstellung eines virtuellen Modells hatte mehrere Vorteile. Die Größe der Schalungseinheiten wurde vorab so konfiguriert, dass sie auf der Baustelle nicht zerlegt werden mussten, um sie für den nächsten Betonierabschnitt zu verwenden. BIM-Koordinator Bernhard Wieser: "Die Takte der Wand im Voraus im 3D-Modell zu berechnen, hat eine fehlerfreie Planung garantiert. Zum Beispiel konnten alle Parameter wie die Hubkraft und Reichweite des Krans – in diesem Fall 6 Tonnen und 55 Meter – gleich von Anfang an berücksichtigt werden." Jede der Umsetzeinheiten war 12,5 Meter lang und mit 5,5 Tonnen gerade so schwer, dass sie der Kran mit einem Hub versetzen konnte.

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Gemeinsame Plattform spart Zeit
Alle Projektbeteiligten hatten jederzeit Zugriff auf das mit der Software Revit von Autodesk erstellte 3D-Modell. Ohne gemeinsames BIM-Modell geht durch die Verwendung unterschiedlicher Softwarelösungen Zeit verloren. Bei der "traditionellen" Vorgehensweise erzeugt man Materiallisten und spielt diese dann wieder in die Modellierungssoftware ein. Durch das Arbeiten auf einer gemeinsamen Projektplattform (CDE) wurde die Kommunikation und Koordination der Projektbeteiligten erheblich vereinfacht. Etwa alle drei Tage konnte mit vier Arbeitern ein Takt geschalt werden. Normalerweise benötigt man dafür fünf Tage und sechs Arbeiter, erzählt BIM-Koordinator Simon Berger, der das Projekt auf Doka-Seite betreute. Für die insgesamt 13 Takte benötigte man etwa zwei Monate Bauzeit. Dann waren die 230 Meter langen, 4,50 Meter hohen und 0,40 Meter breiten Wände fertig. Aufgrund der vorab abgestimmten Taktplanung mit der BIM Methodik wurde vor Ort kaum zusätzliches Material benötigt.

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