Betonbau

Alles kompatibel: Schalungstechnik für extravagantes Gebäude

Schiefwinklig verlaufende Gebäudekanten und ein rundes Treppenhaus hinter einer mehr als 11 m hohen Glas-Alufassade – ein extravagantes Verwaltungsgebäude macht sowohl optisch wie auch bautechnisch „einiges her“. Für die Betonarbeiten für den Werksneubau von CCM Europe im thüringischen Waltershausen setzte das Bauunternehmen Strobel auf die Produkte von Mayer Schaltechnik.

Mehr als 42 Millionen Euro lässt sich die Carlisle CM Europe ihr neues Werk für Dichtungsbahnen im thüringischen Waltershausen kosten. Die Verbindung der beiden Hallen bildet ein repräsentatives Verwaltungsgebäude mit rundem Treppenhaus und einer ca. 12 m hohen imposanten Glasfassade. © Goldbeck Ost

CCM Europe ist eine Tochter des US-Marktführers für einlagige Abdichtungssysteme, der Carlisle Companies Inc., und tätigt mit dem Bau zweier imposanter Hallen plus Verwaltungsgebäude mit über 42 Millionen Euro ihre bislang größte Investition in Europa.

Für die gesamte Baumaßnahme ist der Generalübernehmer Goldbeck Ost GmbH, Niederlassung Thüringen, zuständig. Die Rohbauarbeiten für den Verwaltungsbau hatte Goldbeck an das Bauunternehmen Strobel aus Coburg übertragen. Aber auch für diesen erfahrenen Mittelständler hielt das Projekt einige bau- und ausführungstechnische Herausforderungen bereit.

Herausforderungen für die Statiker
Diese ergeben sich nicht nur aus schiefwinklig verlaufende Gebäudekanten. Auch das runde Treppenhaus hinter einer mehr als 11 m hohen Glas-Alufassade, und die ebenfalls über die volle Gebäudehöhe zwischen Bodenplatte und oberster Decke freistehenden schlanken Rundsäulen waren eine Herausforderung. Zu den Besonderheiten zählten auch der runde Aufzugsschacht mit gewendelter Stahltreppe, der als Zugang zur Dachterrasse die oberste Decke überragt. Deshalb sitzt der obere Abschluss wie ein Hut über dem runden Aufzugsschacht – und muss dabei auch noch die umlaufende 1,5 m hohe Attika tragen. Für den Statiker zweifellos eine Herausforderung, aber auch für die Betonbauer von Stobel keine alltägliche Aufgabe. Vor allem das exakte Einmessen erforderte extreme Aufmerksamkeit und Sorgfalt, denn bei der anschließenden Montage der Metallkonstruktion für die Glasfassade hätten sich geringste Abweichungen gerächt: dafür mussten in der Fundamentplatte und in der obersten Decke Ankerplatten mit einer Genauigkeit von +-3 mm eingebaut werden.

Anzeige
Bei der Herstellung der knapp 6 m hohen Wandscheiben wurde die Ultramax S Stahlrahmenschalung gemeinsam mit der Ultramax L Alurahmenschalung von Mayer Schaltechnik eingesetzt. Diese Kombination aus Stahl und Alu ist dank des identischen Systemzubehörs problemlos möglich. © Goldbeck Ost

Aus einer Schalungsfamilie
Trotz fast 12 m Gesamthöhe gibt es nur zwei Geschosse – 5,31 m und 5,95 m hoch – deren Decken auf ein Meter hohen Unterzügen aufliegen, getragen von quadratischen Säulen im unregelmäßigen Achsraster. Für nahezu alle Betonarbeiten setzt die Fa. Strobel schon seit längerem auf die Produkte von Mayer Schaltechnik aus Bergrheinfeld. So hat man von der Mayer-Wandschalungsfamilie ansehnliche Mengen im eigenen Bestand. Dazu gehören die Alu-Elemente der Universalschalung Ultramax L, die schweren Stahlelemente von Ultramax S sowie die leichte Handschalung Alumax. Die Besonderheit dieser Schalungsfamilie besteht darin, dass sie das gleiche Zubehör, Verbindungs- und Ankermaterial verwendet – alle Bauteile sind somit kompatibel. Für die insgesamt knapp 500 m2 Wände mit 25 cm Stärke wurden vor allem die Rahmenschalungen Ultramax S und Ultramax L vom eigenen Bauhof auf die Carlisle-Baustelle nach Waltershausen gefahren. Hinzu kamen größere Mengen an Deckenschalung Titan HV und Alu-Schalungsgerüst Titan von Ischebeck, für die Mayer die Regionalvertretung übernommen hat.

Zügig schalen – mit und ohne Kran
Die zwischen fünf und sechs Meter hohen Wände im Erd- und Obergeschoss, mit denen der Verwaltungsbau an die beiden Hallen grenzt, hat die Strobel-Truppe mit der schweren Großflächenschalung Ultramax S betoniert. Dazu wurden die feuerverzinkten Stahlrahmenelemente zu großformatig per Kran versetzbaren Einheiten aufgestockt. Für die 1 m hohen Unterzüge und die Attika waren die leichten Ultramax L-Elemente mit Alurahmen gefragt. Diese, mit ihrer roten Pulverbeschichtung ins Auge stechende Schalung lässt sich noch leicht per Hand versetzen: das 300 x 100 cm große Standardelement wiegt 71 kg. Das schaffen zwei Arbeiter noch mühelos, und können damit zügig schalen, ohne auf freie Krankapazität warten zu müssen. Die zahlreichen Rechteck- und Quadratstützen hat Strobel mit der Klappschalung Pax HD betoniert. Damit lassen sich Pfeiler der unterschiedlichsten Querschnittsabmessungen, rechteckig und quadratisch, wirtschaftlich herstellen. Pax HD ist schnell aufgestellt und eingerichtet und liefert ausgezeichnete Oberflächen.

© Goldbeck Ost

Nachdem die Strobel-Mannschaft die Rohbauarbeiten termingerecht abgeschlossen hatte, konnten die Glasbauer die Baustelle übernehmen, um die Tragkonstruktion der großflächigen Fassadenverkleidung zu montieren – an den von den Betonbauern präzise gesetzten Ankerplatten.

Alu-Schalungsgerüst mit tragender Rolle
Eine im wahrsten Sinne tragende Rolle spielte in Waltershausen das Alu-Schalungsgerüst Titan von Ischebeck, mit dem der in fast 12 m Höhe frei auskragende Bereich der oberen Geschossdecke so lange unterstützt wurde, bis die schlanken Betonstützen die Tragfunktion übernehmen konnten. Für die erforderlichen 11,5 m Stützhöhe wurden drei Alu-Spindelstützen gekuppelt und jeweils im Viererpack mittels Aussteifrahmen zu hochtragfähigen Stütztürmen verbunden. Mit Bauteilen aus dem Ischebeck-Baukasten hat Strobel auch die Unterstützung der Unterzugschalung realisiert: Titan 160H-Aluträger bildeten den Schalboden für die Unterzüge, die mit Ultramax-L-Aluelementen seitlich abgestellt wurden.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

BAU 2019

Mehr Licht im Tunnel

Sika Deutschland präsentiert sich auf der BAU 2019 auf einer um 50 Prozent größeren Standfläche. Die Anwendungsbereiche der Sika-Produkt- und Systemlösungen für sämtliche Gewerke sind dort digital erlebbar – vom Korrosions- und Brandschutz, über...

mehr...
Anzeige

Schalung

Jede Etage mit anderem Radius

Ein fast kreisrundes Gebäude in abgetreppter Bauweise in nur acht Monaten Bauzeit zu erstellen – das ist beim Rohbau des Zentrums für ambulante Medizin der RHÖN-Klinikum AG in Bad Neustadt an der Saale gelungen.

mehr...

BAU 2019

Neue Fassadenbefestigung von Schöck

Mit dem Schöck Isolink Typ TA-S präsentiert der Bauproduktehersteller Schöck auf der BAU seine neueste Produktentwicklung für die thermische Trennung von vorgehängten hinterlüfteten Fassaden. Die Wärmedämmeigenschaften der neuen Fassadenbefestigung...

mehr...

Symposium

Bewehrung mit Glasfasermaterial

Die Schöck Bauteile GmbH bietet ein kostenfreies Symposium zum Thema „Bemessen und Konstruieren mit Glasfaserbewehrung“ an. Die Veranstaltung findet am 14. November in Berlin und am 15. November in Hamburg an.

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem Baugewerbe Unternehmermagazin Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite