Runderneuerte Lkw-Reifen

Martin Schrüfer,

Weiterleben macht Sinn

In fünf Runderneuerungswerken verhilft Pneuhage Lkw-Reifen zu neuem Leben. Höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards sowie Premiumprofile sorgen dafür, dass die Reifen auch im zweiten oder dritten Leben alle Anforderungen erfüllen.

Rund 100.000 Reifen erneuert Pneuhage in den Runderneuerungswerken pro Jahr. Die Mitarbeiter nutzen dazu ihr jahrzehntelang erworbenes Know-how. Aus finanzieller und ökologischer Sicht ist die Verwendung runderneuerter Reifen sinnvoll. Grundsätzlich können Unternehmen entweder ihre eigenen Reifen zur Runderneuerung abgeben oder auf die Bestände bei Pneuhage zurückgreifen. „Wiederverwendet wird lediglich die Karkasse. Auf diese bringen unsere Mitarbeiter dann einen komplett neuen, vorvulkanisierten Laufstreifen auf“, erklärt Björn Tischer, Verkaufsleiter der Pneuhage Reifenerneuerungstechnik.

Intensive Prüfung mit Lasertechnologie

Bevor dies geschieht, überprüfen die Experten zunächst jede Karkasse in einer gründlichen Sichtkontrolle auf mögliche Schäden. In der sogenannten Shearographie werden die Karkassen zusätzlich mittels Lasertechnologie durchleuchtet, um mögliche Beschädigungen auszuschließen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. „Dazu muss man wissen, dass eine Karkasse aus fünf bis sechs Metalllagen besteht, die das Gerüst für die Stabilität bilden. Im Lauf der Zeit kann es passieren, dass durch Überlastung oder Anprallschäden die Trennungen zwischen den einzelnen Lagen größer werden. Das kann dazu führen, dass sich die Lagen schlagartig voneinander trennen und der Reifen ausfällt. Bei der Shearographie werden diese Trennungen mittels Lasertechnologie sichtbar gemacht“, so Tischer.

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Ein wichtiger Schritt, denn Qualität und Sicherheit haben in den Runderneuerungswerken höchste Priorität. Erfüllt die Karkasse alle Anforderungen, wird die Lauffläche des Reifens bei karkassenschonenden 110 Grad Celsius im Kaltrunderneuerungsverfahren durch einen vorvulkanisierten, neuen Laufstreifen ersetzt. Dabei arbeitet Pneuhage ausschließlich mit High-End-Produkten von Recamic aus dem Hause Michelin und Bandag, einer Tochterfirma von Bridgestone. Diese erfüllen alle Anforderungen, die im Baustellenbereich an einen Reifen gestellt werden. „Unsere Profile geben Grip auf fast jedem Untergrund und eignen sich für jede Witterung. Die hochwertigen Gummimischungen sorgen zudem für eine hohe Laufleistung und Robustheit. Außerdem halten die in Laufrichtung konzipierten Profile den Kraftstoffverbrauch gering und reduzieren den Rollwiderstand“, versichert Tischer.

Ökologische und ökonomische Vorteile

Ökologisch und ökonomisch sind runderneuerte Reifen für Unternehmen in vielerlei Hinsicht ein Gewinn. Durch die Wiederverwertung der eigenen Karkasse werden sowohl die Anschaffungskosten für Neureifen als auch die Entsorgung eingespart. Das Bundesamt für Güterverkehr stuft runderneuerte Reifen als Umweltprodukt ein und berücksichtigt sie als solches im Rahmen der De-minimis-Förderung. Auch in Sachen Nachhaltigkeit können Betreiber von Nutzfahrzeugen mit runderneuerten Reifen punkten. Bei der Größe 315/80R22,5 beispielsweise wiegt die Karkasse rund 50 Kilogramm und beinhaltet jede Menge natürliche und synthetische Rohstoffe – Öl, Naturkautschuk, Stahl und vieles mehr. Der Laufstreifen bringt es noch einmal auf ein Gewicht von etwa 20 Kilogramm. „Durch die Runderneuerung kommt man pro Reifen auf 50 bis 100 Kilogramm Rohstoffe, die unter anderem der Natur nicht entzogen werden. Relativ gesehen entspricht das circa 70 bis 80 Prozent des gesamten Reifens. Dadurch, dass weniger Rohstoff abgebaut, transportiert und verarbeitet werden muss, führt die Runderneuerung gegenüber der Anschaffung eines Neureifens zu einer bis zu 30 Prozent geringeren CO2-Emission“, fasst Björn Tischer zusammen.

Größtmögliche Transparenz entkräftet Skepsis

Dennoch gibt es Skeptiker, die an der Qualität runderneuerter Reifen zweifeln und nach wie vor lieber auf Neuprodukte für ihren Fuhrpark zurückgreifen. „Auch die gebrauchten Reifen dieser Kunden werden nicht zwangsläufig entsorgt“, betont Tischer. Die Servicestationen bereiten sie auf und führen sie wieder dem Kreislauf zu. Sie stehen interessierten Anwendern im Lager zur Verfügung. Fakten und Transparenz entkräften die Skepsis: Das Runderneuerungsverfahren gleicht im Prinzip dem der Herstellung eines Neureifens. Auch dort werden eine Karkasse und eine Laufflächenmischung in einem Vulkanisierungsprozess miteinander verbunden. Nichts anderes passiert in den Pneuhage-Rund- erneuerungswerken.

Der Beitrag erschien in Baugewerbe 7/22.

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