Jökel

Katja Preydel,

Azubihaus in Eigenregie

Die Lehrlinge des Schlüchterner Bauunternehmens Jökel dürfen in Neuhof ein Haus errichten – und zwar in Eigenregie. Das Projekt nennt sich „Azubihaus“, läuft seit etwa zwei Wochen und ist hessenweit einzigartig. Damit beweist Jökel erneut, wie viel dem Unternehmen an qualifizierten Ausbildungen liegt. Nicht umsonst wird die Lehrzeit bei Jökel „Hochhinausbildung" genannt.

(Von links) Azubi Sönke Hopfe, junger Facharbeiter Mateo Müller, Azubi Max Nüchter und Polier Thomas Büttner finden das Projekt „Azubihaus“ spitze. Die Idee zu diesem Projekt lieferte Andreas Walther (rechts). © Bensing & Reith

Die Idee zum Projekt „Azubihaus“ lieferte Andreas Walther. Mit 16 Jahren begann er bei Jökel seine Ausbildung zum Maurer – heute ist er dort Bauleiter und verantwortlich für die Abwicklung von Baustellen. Andreas Walther weiß also aus eigener Erfahrung heraus, wie wichtig das praktische Arbeiten während der Ausbildung ist: „Lehrlinge sollen auf Baustellen nicht nur aufräumen oder Geräte halten. Sie müssen Verantwortung übernehmen und mit anpacken, um ordentlich was zu lernen.“

Mit diesem Gedanken im Kopf entwickelte Andreas Walther vor eineinhalb Jahren das Projekt „Azubihaus“, das vor zwei Wochen in die Realität umgesetzt wurde. Worum geht es dabei genau? Bei dem Projekt sollen Auszubildende und junge Facharbeiter ganz allein den Rohbau eines Hauses errichten. Der Polier, der ebenfalls anwesend auf der Baustelle ist, hat dabei stets die Verantwortung, dass alles richtig läuft. Bei Jökel lernen die Auszubildenden das Einschalen, Mauern und Betonieren also nicht nur an verschiedenen Stationen in einer Lehrhalle, sondern auch auf einer echten Baustelle. „Das weckt den Ehrgeiz, alle Arbeiten sorgfältig zu erledigen“, sagt Walther, „in einer Lehrhalle wird die frisch errichtete Mauer direkt wieder niedergerissen. Ein Haus bleibt für die Ewigkeit.“

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Bei den Auszubildenden kommt das Projekt fantastisch an: „Es ist einfach toll zu sehen, wie dieses Haus in die Höhe wächst und zu wissen, dass man daran mitgewirkt hat“, sagt Sönke Hopfe, einer der fünf Auszubildenden. Selbstverständlich wurde vor Baubeginn der Bauherr nach seinem Einverständnis gefragt. „Schließlich kann es dazu kommen, dass sich die Fertigstellung des Rohbaus ein wenig verzögert. Auszubildende arbeiten nicht so schnell wie Ausgelernte“, sagt Walther. Die Idee, sein Haus von Azubis errichten zu lassen, fand der Bauherr spitze, „weil er den Mehrwert dieses Projektes erkannt hat, und wir dafür garantieren, dass die Qualität des Baus gleich bleibt“, sagt Walther.

Das Projekt ist hessenweit nicht nur einzigartig, sondern laut Stefan Jökel, der gemeinsam mit seinem Bruder Peter die Geschäfte führt, auch ein Erfolgsmodell: „Wir bringen unseren Azubis Vertrauen entgegen. Das motiviert sie dazu, sich neues fachliches Wissen anzueignen.“ Peter Jökel sagt zu den Vorteilen des „Azubihauses“: „Wir beugen dem Fachkräftemangel vor, weil wir unsere Nachwuchskräfte schon sehr früh in alle Arbeiten integrieren statt sie nur zuschauen zu lassen.“ Aktuell bildet Jökel übrigens 18 junge Menschen in unterschiedlichen Fachbereichen aus.

Der Rohbau in Neuhof soll im März 2023 abgeschlossen sein. Bis dahin werden die Auszubildenden gewiss um viele Erfahrungen reicher sein. Und wie geht es nach Fertigstellung des Rohbaus weiter? „Dann bauen die nächsten Auszubildenden ein weiteres Haus. Wir sind von diesem Projekt überzeugt. Nirgendwo anders lernen Azubis mehr als auf einer echten Baustelle“, sagt Andreas Walther abschließend.

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