Engpässe bei Atemschutzmasken

Marvin Meyke,

Guter Staubschutz trotz Corona-Krise

Für viele Arbeiten am Bau und bei baunahen Dienstleistungen sind Maßnahmen zum Atemschutz unentbehrlich. Durch den stark gestiegenen Bedarf aufgrund von Covid-19 kommt es zu Engpässen bei der Lieferung benötigter Atemschutzmasken - insbesondere beim Standard FFP2 und FFP3. Wie die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft mitteilt, darf das jedoch nicht bedeuten, auf den notwendigen Schutz der Beschäftigten zu verzichten. Daher gibt die BG BAU wichtige Hinweise zum staubminimierten Arbeiten.

© BG BAU

Die gesetzlichen Vorschriften und Regeln zum Arbeitsschutz sind darauf ausgerichtet, das Leben und die Gesundheit der Berufstätigen bestmöglich zu schützen. Um dies zu erreichen, müssen Unternehmen auf alle anfallenden Arbeiten bezogen wirksame Maßnahmen - auch persönliche Schutzmaßnahmen - zu ergreifen. So entsteht bei vielen Tätigkeiten beim Bauen Staub oder es wird Staub aufgewirbelt. Dieser ist nicht nur lästig, sondern auch gesundheitsschädlich. Gelingt es nicht staubarm zu arbeiten, muss als letztes Mittel der Wahl von den Beschäftigen Atemschutz getragen werden. Die Beschaffung von Atemschutzmasken stellt die Unternehmen der Bauwirtschaft daher momentan vor große Herausforderungen.

Atemschutz: P2 oder P3 Filter bleiben verfügbar
Sofern das Tragen von Atemschutz bei Staubbelastungen erforderlich wird, sollten mindestens Mehrweg-Halbmasken mit auswechselbaren P2-Filtern oder P3-Filtern eingesetzt werden. Halbmasken mit P2 oder P3 Filtern, die derzeit noch uneingeschränkt verfügbar sind, bieten gegenüber FFP-Masken den Vorteil, dass sie in der Praxis gegen das Gesicht einfacher und besser abdichten, insbesondere im Bereich der Nasenflügel. Insofern kommen auch Brillenträger häufig mit Halbmasken besser zurecht. Für bestimmte Tätigkeiten werden Halbmasken mit P2 oder P3 Filtern explizit vorgeschrieben. So dürfen bei Tätigkeiten an asbesthaltigen Materialien partikelfiltrierende Halbmasken FFP nur für kurzzeitige Tätigkeiten eingesetzt werden. Für länger andauernde Tätigkeiten sind Halbmasken mit P2 oder P3-Filtern oder höherwertiger Atemschutz einzusetzen.

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Die Lieferschwierigkeiten mit Staubschutzmasken der Klassen FFP2 und FFP3 werde nach derzeitiger Einschätzung der BG Bau auch in der nächsten Zeit bestehen bleiben, da sich der Focus der ausländischen Hersteller in den nächsten Wochen verstärkt auf den amerikanischen Markt ausrichten werde. Insofern wird auch Atemschutz (N95/N99-Masken), der nach amerikanischen Standards zertifiziert ist, in der schwierigen Situation von der BG BAU akzeptiert.

"Gerade derzeit müssen die Anstrengungen gezielt darauf gerichtet werden alle verfügbaren technischen Möglichkeiten zum staubarmen Arbeiten auszuschöpfen. Durch den Einsatz moderner staubarmer Technologien - das heißt abgesaugte Maschinen, Bau-Entstauber und Luftreiniger - gelingt es, die Belastungen für die Beschäftigten zu reduzieren und weitgehend auf Atemschutz zum Schutz vor Stäuben zu verzichten", sagt Norbert Kluger, Leiter der Abteilung Stoffliche Gefährdungen. Die BG BAU unterstützt die Betriebe im Rahmen ihrer Arbeitsschutzprämien mit einer finanziellen Förderung bei der Anschaffung geeigneter Maschinen und weiterer Maßnahmen zur Staubminderung. Dazu gehören, neben Bauentstaubern und Luftreinigern, auch Handmaschinen zum Absaugen von Staub sowie Schnellspannvorrichtungen für Staubschutzwände.

Alternativen zu Staubschutzmasken
Angesichts der Engpässe informiert die BG BAU zudem über praxistaugliche Wege und gute Alternativen, um Arbeiten staubarm durchzuführen. So werden den Betrieben auf der Website des Aktionsprogramms "Staubminderung beim Bauen" unter http://www.staub-war-gestern.de zum Download zahlreiche Handlungshilfen und Branchenlösungen zur Verfügung gestellt. In einer Matrix werden dort zudem Gewerke bezogene Möglichkeiten zum Einsatz Staub reduzierender Maßnahmen aufgezeigt.

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