Baugrubenabsicherung

Um die Ecke gebaut

Neues System zur Absicherung von Baugruben. Im Auftrag der Stadtwerke Waldkraiburg GmbH hat die Prantl Roppen Erd- und Leitungsbau GmbH umfangreiche Tiefbauarbeiten ausgeführt, um den Westen von Waldkraiburg an das Geothermie-Fernwärmenetz anzuschließen. Durch den Einsatz eines neuen Systems zur Absicherung der Baugrube – der Verbauecke System Passler von thyssenkrupp Infrastructure – wurde Arbeitszeit und Arbeitsaufwand gespart.

Richtungsänderungen leicht gemacht: Die Verbauecke wurde konstruiert, um Abweichungen des Rohrgrabens in Längsrichtung bis 90° einfach und sicher zu verbauen. © thyssenkrupp Infrastructure

Die Stadtwerke Waldkraiburg GmbH betreiben und unterhalten Versorgungsnetze und Anlagen für Strom, Wasser, Fernwärme, Steuerleitungen und Lichtwellenleitungen (LWL). Um die Kunden auch in Zukunft sicher und wirtschaftlich versorgen zu können, wird das Fernwärmenetz zurzeit weiter ausgebaut. Unter anderem werden bestehende Lücken im Versorgungsnetz geschlossen. „In den betroffenen Straßenzügen werden die Fernwärmeleitungen in der Regel in einer neuen Trasse in offener Bauweise in der Fahrbahn verlegt“, erläutert Peter Prantl, Geschäftsführer, Prantl Roppen Erdund Leitungsbau GmbH. „In Teilbereichen erfolgt eine Mitverlegung von Lichtwellenleiterrohren sowie von Wasser- und Stromleitungen, um zukünftige Aufgrabungen weitestgehend einzuschränken.“

Leichtgewicht für innerstädtische Baumassnahmen Ab Mai 2018 hatte das Unternehmen den Vor- und Rücklauf der Fernwärmeleitung in einer rund 1,5 Kilometer langen Trasse von der Reichenbergerstraße bis zur Graslitzerstraße verlegt. Die hierfür verwendeten Kunststoffmantelrohre mit einer Baulänge von 12 Metern werden in den Verbau eingefädelt und dann verschweißt. Für die Sicherung der 1,55 Meter breiten und 1,60 Meter tiefen Baugrube kommt mit der Verbaubox krings KVL eine speziell für Verbauarbeiten im innerstädtischen Einsatzbereich konstruierte kleine Stahlbox mit Modullängen von 2,25 und 3 Metern zum Einsatz.

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Für die Sicherung der Baugrube kommt mit der Verbaubox krings KVL eine speziell für Verbauarbeiten im innerstädtischen Einsatzbereich konstruierte kleine Stahlbox zum Einsatz. © thyssenkrupp Infrastructure

„Sie eignet sich ausgezeichnet zur Verlegung und Sanierung von Gas-, Wasser- und Telefon- bzw. Stromleitungen sowie zur Erstellung von Hausanschlüssen“, beschreibt Dipl.-Ing. Eberhard Uelner von thyssenkrupp Infrastructure die Einsatzmöglichkeiten des Verbausystems. Aufgrund ihres geringen Gewichtes ist die Box für das Handling mit kleineren Radbaggern ausgelegt. „Stabile, auf die gewünschte Grabenbreite einstellbare und schnell zu wechselnde, mit Bolzen und Federstecker gesicherte Streben sowie Anschlagösen an den vier Eckpfosten erleichtern das Arbeiten“, so Uelner. Trotz des geringen Gewichts sind die montierten Boxen standfest und eignen sich zum Einbau im Einstellverfahren.

Neues System punktet bei erstem Einsatz
Die Fernwärmeversorgung besteht aus zwei Leitungen. Deshalb sind die Leitungsgräben breiter, als dies für Wasser oder Gasleitungen erforderlich ist. Hinzu kommt: Fernwärmerohre erwärmen sich während des Betriebes auf eine Temperatur von bis zu 120 °C. Diese Erwärmung erfordert eine sehr spezielle Bauweise. Es gilt, Wärmeverluste so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig müssen die durch den unterschiedlichen Tag- und Nachtbetrieb auftretenden Temperaturschwankungen kompensiert werden, bei denen sich die Rohre ausdehnen bzw. zusammenziehen. Um mögliche Schäden zu vermeiden, werden u.a. entsprechende Puffersysteme eingebaut.

Neben dem Vor- und Rücklauf der Fernwärmeleitung erfolgt eine Mitverlegung von Lichtwellenleiterrohren sowie von Wasser- und Stromleitungen. © thyssenkrupp Infrastructure

Bei der Baumaßnahme in Waldkraiburg haben sich die Baupartner für den Einbau sogenannter „U-Dehnungsbogen“ entschieden, wodurch die Rohre sich ohne Probleme bewegen können. „Diese u-förmigen Ausbuchtungen in der Leitungstrasse kommen etwa alle 100 bis 120 Meter vor“, erklärt Bauleiter Joachim Schöpf von der Prantl Roppen Erd- und Leitungsbau GmbH. Während für die Sicherung der hierfür erforderlichen Baugruben bisher meist Holzbohlen, Kanthölzer, Stahlplatten oder sonstige Hilfsmittel verwendet wurden, um Winkelbereiche zu sichern, kam mit der krings Verbauecke System Passler ein neues System zum Einsatz, das in vielerlei Hinsicht punkten konnte – und das sowohl in technologischer und sicherheitstechnischer Hinsicht als auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, hierin sind sich Prantl und Schöpf einig.

Bewegliches System spart Zeit
Die Verbauecke wurde konstruiert, um Abweichungen des Rohrgrabens in Längsrichtung bis 90 ° einfach und sicher zu verbauen. „Aufgrund seiner Beweglichkeit passt das System auch dann noch, wenn der Winkel über 90 ° oder unter 90 ° liegen sollte“, hebt Manfred Passler, Passler Baumaschinen GmbH, Vorteile der Verbauecke hervor. „Vorteile für den Tiefbau ergeben sich auch durch eine erhebliche Einsparung an Arbeitszeit und Arbeitsaufwand“, so Passler. Dies gelte sowohl beim Einbau als auch beim Rückbau. Hierbei wird die Verbauplatte schrittweise um die aufzufüllende Höhe gezogen. Dies wiederholt sich bis die Platte ganz aus dem Graben genommen werden kann. Somit sei sicher gestellt, dass der Winkelbereich vorschriftsmäßig verdichtet werden kann. Einsparungen ergeben sich auch hinsichtlich des Materialeinsatzes. Auf die bisher verwendeten Materialien und Hilfsmittel kann verzichtet werden.

Dipl.-Ing. Eberhard Uelner von thyssenkrupp Infrastructure (rechts) im Gespräch mit Geschäftsführer Peter Prantl (Mitte) und Bauleiter Joachim Schöpf. © thyssenkrupp Infrastructure

Insgesamt 10 Module der krings Verbauecke System Passler kamen in Waldkraiburg zu Einsatz. Seit November 2018 kann der Waldkraiburger Westen durch die neue Leitungstrasse mit geothermaler Fernwärme versorgt werden.

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