Interview

Martin Schrüfer,

Wie Accelerent den Mietmarkt transformieren will

Baugewerbe sprach mit Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Zeppelin Konzerns (im Bild), Nick Skillicorn, Geschäftsverantwortlicher der Accelerent GmbH, und Wulf Bickenbach, Geschäftsführer der Zeppelin Lab GmbH, über die Ziele und Visionen der neu geschaffenen Accelerent GmbH.

© Zeppelin, Accelerent

Baugewerbe: klickrent und klickcheck wurden im Berliner Z LAB entwickelt. Warum gehen die beiden Start-ups jetzt in die Selbstständigkeit?

Peter Gerstmann: Es brauchte viel Zeit und Geduld, um die Geschäftsmodelle richtig zu positionieren. Dabei durften wir einige Male scheitern und daraus lernen. Das ist uns sehr erfolgreich und nachhaltig gelungen. Beide Start-ups haben heute ihren festen Kundenstamm. Die Umsätze fließen kontinuierlich, und die Prozesse sind zur Zufriedenheit unserer Kunden optimiert. Der richtige Zeitpunkt, um das Geschäft auf eigene Füße zu stellen.

Wulf Bickenbach: Das Prinzip und der Erfolg eines Ideen-Brutkastens, wie es das Z LAB ist, liegt darin, dass Geschäftsmodelle hier nicht nur entstehen und sich beweisen können, sondern am Ende ihrer Entwicklung auch herauswachsen. Und damit Platz für die Entwicklung neuer Innovationen machen. Wir freuen uns daher sehr, dass es bei klickrent und klickcheck jetzt so weit ist, und unser Plan für das Z LAB aufgeht.

Nick Skillicorn: Es benötigte tatsächlich wichtige Anpassungen der Strategieausrichtung. Jetzt sind wir bereit, um auf dem Markt zu skalieren. Dafür haben wir unser Team entsprechend verstärkt.

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Was bedeutet der Name Accelerent?

Skillicorn: Accelerate steht im Englischen für Beschleuniger. Rental für Miete. Unser Ziel ist es, die Miete von Bautechnik schneller, einfacher und effizienter machen. Der Name Accelerent beschreibt sehr genau unseren Anspruch und unsere Identität. Accelerent ist die Dachmarke, unter der klickrent und klickcheck weiterhin am Markt wachsen werden. Unsere Kunden und Partner werden natürlich weiterhin mit den Produkten klickrent und klickcheck arbeiten.

Tomas Zelic hat beide Start-ups als Geschäftsführer des Zeppelin Lab aufgebaut und

bis zur Marktreife begleitet. Ende August hat er den Zeppelin Konzern verlassen. Was bedeutet sein Wechsel für Accelerent?

Skillicorn: Durch Tomas und seine Erfahrung haben wir gelernt, was unseren Kunden wirklich wichtig ist, und wie wir einen Mehrwert für sie schaffen können. Er hat uns gefordert und auf unserem Weg geführt. Dafür sind wir ihm sehr dankbar.

Gerstmann: Tomas Zelic hat maßgeblich dazu beigetragen, klickrent und klickcheck marktfähig zu machen. Er war der „alte Hase“ in einem jungen Team. Dieses Team brennt nun darauf, den Markt aufzumischen. Gemeinsam wollen wir zeigen, wie viel Wachstumspotential im digitalen und „asset-freien“ Rental-Geschäft steckt.

Hat Tomas Zelics Entscheidung Auswirkungen auf die Arbeit im Z LAB?

Bickenbach: Natürlich, denn wie erwähnt verlieren wir mit Tomas einen super Team-Player mit jeder Menge wertvoller Branchenerfahrung. Doch jede Veränderung ist gleichzeitig eine Chance. Wir haben im Z LAB viele weitere Ideen, eine starke Vision und eine sehr schlagkräftige Truppe mit umfangreicher Expertise. Sowohl im Bauwesen als auch in der Digitalisierung. Ich bin mir sicher, dass man vom Z LAB auch in den kommenden Jahren viel hören wird.

Welche Ziele wollen Sie mit Accelerent erreichen?

Skillicorn: Wir wollen zum führenden Anbieter für digitale Lösungen rund um die Miete und Vermietung von Bautechnik werden. Jedes Bauunternehmen soll durch uns die Vorteile digitaler Prozesse erleben und nutzen können, ohne selbst in teure und komplizierte Technologien investieren zu müssen. Dabei legen wir sehr viel Wert auf Innovation, Nachhaltigkeit und Diversität. Unser Motto: Bau dein Bestes. Das gilt nicht nur für unsere Kunden, sondern auch für unsere Mitarbeiter.

Der Zeppelin Konzern unterstützt Accelerent als Investor. Wie können wir uns das

vorstellen?

Gerstmann: Die Idee, die im Laufe der Jahre zu Accelerent führte, haben wir bei Zeppelin bereits 2014 innerhalb eines strategischen Prozesses entwickelt. Von Anfang an stand fest, dass wir im Unternehmen nicht die Mentalität haben, ein solch disruptives Geschäft aufzubauen. Deshalb haben wir dem Z LAB als offenem Innovationsraum die Aufgabe zur Produktentwicklung übertragen. Insofern waren wir praktisch von Beginn an Investor. Nach der erfolgreichen Start-up-Phase erwarten wir jetzt eine weitere Expansion des Geschäftes. Die Vielzahl derer, die dieses Geschäft mittlerweile kopieren, bestätigt für mich den eingeschlagenen Weg.

Wie wird die Zusammenarbeit zwischen Accelerent und dem Konzern aussehen?

Gerstmann: Die Zusammenarbeit ist klassisch geplant. Wir haben ein Managementteam, das mit entsprechenden Wachstumszielen und mit einem Budget ausgestattet ist. Dazu haben wir feste Reviews zur Überprüfung der Meilensteine und planen nach zwei Jahren eine neue Finanzierungsrunde. Ich persönlich werde das Managementteam beratend begleiten. Darauf freue ich mich sehr. Und bin mir sicher, dass wir erfolgreich sein werden.

Skillicorn: Zeppelin ist für uns der ideale Partner. Der Konzern hat bereits mit seiner ersten Vision von klickrent erkannt, wie wichtig es ist, zukunftsorientierte Innovationen zu fördern. So konnten sich klickrent und klickcheck im Zeppelin Lab zu Produkten entwickeln, die funktionieren und vom Kunden angenommen werden. Dabei hat der Konzern dem Team immer dabei vertraut, unabhängig von den anderen Geschäftseinheiten zu arbeiten. Diese Unabhängigkeit wird auch jetzt für die Zusammenarbeit mit unseren Partnern und Kunden wichtig sein.

klickcheck und klickrent richten sich beide an Mieter und Vermieter der Baubranche.

Sind weitere Produkte für weitere Zielgruppen geplant?

Skillicorn: Wir denken immer darüber nach, was unsere Kunden, auch die potenziellen, brauchen könnten. Deshalb wollen wir möglichst viel über sie und von ihnen lernen. Wir wollen wissen, wo sie unterwegs sind, was ihre Bedürfnisse sind und wie wir Sie mit unseren digitalen Lösungen begeistern können. Wenn wir für eine aktuelle Herausforderung der Branche eine passende Lösung sehen, wollen wir sie natürlich entwickeln und auf den Markt bringen. Dafür brauchen wir die besten Mitarbeiter. Mitarbeiter, die dafür brennen, in einer etablierten Branche mit Wachstumspotenzial zu arbeiten. Und die unsere Vision teilen, ein nachhaltiges und effizientes Ökosystem für die effektive Nutzung von Bautechnik im Markt zu entwickeln und auszubauen.

Wie wird sich das Z LAB zukünftig aufstellen?

Bickenbach: Das Z LAB wird sich stärker als schon bisher in der Rolle eines Open-Innovation-Hub für die Bauindustrie positionieren und weiterentwickeln. Wir werden in gewohnt engem Austausch mit Anwendern aus der Praxis die eigene Entwicklung digitaler Innovationen beispielsweise mit unseren Start-ups akii und zamics fortführen. Darüber hinaus wollen wir unsere Expertise und unseren Marktzugang über ein neues Accelerator-Programm verstärkt auch jungen externen Start-ups zur Verfügung stellen. Und wir entwickeln neue Formate für Akteure der Baubranche. Um den Aufbau der Community rund um das Thema “Digitalisierung am Bau” weiter voranzutreiben und damit zugleich unserer Vision vom Z LAB als offenem Innovationsraum kontinuierlich näher zu kommen.

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