Baumaschinen

Martin Schrüfer,

Tieflader mit Saugbagger kombiniert

„Saugen statt baggern“ ist jetzt die Devise bei der Erdverlegung von Rohren, Kabeln oder Leitungen. Auch beim Einsatz von Bodenverdrängungsraketen, der Beseitigung von Umweltschäden, dem Austausch kontaminierten Bodens im Wurzelbereich von Bäumen oder Ähnlichem kommt dieser überdimensionale Staubsauger für Erde, Lehm, Kies oder Schotter immer mehr zum Einsatz.

Durch das schonende Absaugen der Erde werden Leitungen und Wurzeln nicht beschädigt. Zudem benötigt der Saugbagger nur einen Bediener anstelle von drei Facharbeitskräften für Lkw und Bagger. Um mit nur einem Bediener arbeiten zu können, ist es notwendig, dass das Material in einem Zug zur Baustelle gebracht wird. Je nach Baustellenlage ist erforderlich, weitere großvolumige Schlauchverlängerungen, Saugzubehör und eventuell auch einen kleineren Bagger mit zur Baustelle zu nehmen. So kann der Erdsauger auch in Bereichen eingesetzt werden, wo der Lkw-Saugbagger nicht hinkommt.

Für den Anwender eines Saugbaggers, Typ ESE6 von RSP aus Saalfeld (Thüringen), kam für die Firma SBW aus Taucha nur ein Tandem-Tieflader in Betracht, der eine niedrige Ladeflächenhöhe, einen geringen Auffahrwinkel und ein Planenverdeckgestell aufweist. Für das Konzept hat SBW einen Fahrzeugbauer gesucht, der diese Anforderungen bestmöglich umsetzen kann – und hat hierfür Blomenröhr Fahrzeubau mit dem Bau beauftragt. Der Tandem-Tieflader mit 11,9 Tonnen Gesamtgewicht ist mit sechs Meter Ladeflächenlänge, Luftfederung mit Heben und Senken, geschlossener Ladebordwand, Rampen-Federhebewerk und Planenaufbau ausgestattet. Die Nutzlast des Tiefladers beträgt über 7.900 kg.

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Unter dem Planenverdeckgestell befindet sich eine Ausstattung und Aufteilung, die einen optimalen Transport, Nutzung und Ladungssicherung des benötigten Zubehörs für den Ein-Mann-Anwender möglich machen soll: Im H-Gestell mit Regalbrettern lassen sich die Schlauchverlängerungen und Rohre verstauen und ausziehen. Die senkrechten Gestellrohre sind für die Verladung der Rohre als Führung konisch zulaufend. Rechts neben dem Gestell findet ein Minibagger mit Spezialanbaugerät bequem Platz. Über die flach ansteigenden Rampen kann er bis zum Anschlagbalken gefahren werden und muss nur noch niedergezurrt werden. Hinter der erhöhten Alu-Stirnwand ist Platz für mehrere Gitterboxen mit Zubehör, die von der Seite her auf die Ladefläche geladen werden können.

Flexibel navigierbar

Der Innenraum ist durch zwei LED-Deckenteller gut ausgeleuchtet. Für die Ausleuchtung des hinteren und seitlichen Bereichs sind zusätzliche LED-Scheinwerfer angebracht, die entweder über den Rückwärtsgang oder durch separaten Schalter betätigt werden. Da der Tieflader mit Planenaufbau im rückwärtigen Bereich beim Rangieren wenig einsichtig ist, ist er mit einer Rückfahrkamera ausgestattet. Die stabilen Rampen sind über das Federhebewerk und ohne Zugfahrzeug bedienbar – der Nutzer kann also den Tieflader abhängen und trotzdem Bagger und Schlauchverlängerungen auf- und abladen.

Aufgrund der besonderen Einteilung der Ladefläche und Eintragung in den Fahrzeugpapieren besteht die Möglichkeit der Zulassung mit einem grünen Kennzeichen.

Der Beitrag erschien in Baugewerbe 4/22.

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