Starke Nachfrage

Martin Schrüfer,

Höchstpreise für gebrauchte Baumaschinen

Als Anbieter weltweit agierender E-Commerce-Plattformen für Gebrauchtmaschinen verzeichnete Ritchie Bros. zuletzt einen regelrechten Preiskampf mit Summen, die mitunter sogar über dem ermittelten Verkaufswert lagen.

Matthias Ressel ist Vertriebsleiter für die DACH-Region. © Ritchie Bros.

Stillstand droht auf Deutschlands Baustellen: Selten gab es so starke Lieferengpässe am Markt, wie sie derzeit herrschen. Nicht nur Baustoffe sind derzeit knapp, auch die Maschinen selbst sind Mangelware. Eingeschränkter Warenverkehr, stark beeinträchtigte Lieferketten und Produktionsausfälle zwingen die Hersteller zu teils monatelangen Vorlaufzeiten. Für Unternehmen, die ihre Aufträge fristgerecht abarbeiten müssen, eine unzumutbare Situation. Zumal auch Vermieter von den Engpässen betroffen sind.

Rosige Zeiten für Verkäufer

Rettung verspricht einzig der Gebrauchtmarkt: Hier gibt es noch Baumaschinen, die sofort verfügbar und einsatzbereit sind. Als weltweit größter Anbieter gebrauchter Baumaschinen verzeichnet Ritchie Bros. aktuell eine deutlich gesteigerte Nachfrage. „Unsere Mai-Auktion hat ein starkes Preis-Niveau gezeigt. Die stetig steigende Nachfrage seitens unserer Käufer wirkt sich direkt in Euro aus“, bestätigt Matthias Ressel, Vertriebsleiter Baumaschinen für die DACH-Region.

Seit über 60 Jahren stellt das Unternehmen Plattformen bereit, auf denen Käufer und Verkäufer weltweit zusammenfinden. Seit März 2020 wird in der gesamten EMEA-Region, also Europa, Naher Osten und Afrika, in zeitgesteuerten Online-Auktionen verkauft. Womit sich der Kreis möglicher Käufer nochmals deutlich erweitert hat. Anfang Mai konkurrierten 1.973 Bieter aus 92 Ländern um die Maschinen, ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Neben den Lieferschwierigkeiten der Hersteller schlägt sich auch die generelle Scheu vor größeren Investitionen in Krisenzeiten nieder. „Deutschland ist traditionell eher ein Verkäufermarkt“, erklärt Ressel. „Wirklich hochwertige Maschinen sind aber auch hierzulande gefragt – gerade derzeit.“ Und so platzierten sich bei der Ritchie Bros.-Auktion am Sitz im holländischen Moerdijk deutsche Käufer erstmals auf Platz Drei, nach den Niederlanden und Polen. Die starke regionale Präsenz sei dafür mit ausschlaggebend, so Ressel. „Mit unseren Außenstellen in Leipzig und Regensburg bieten wir Interessenten die Möglichkeit, Maschinen vor Angebotsabgabe direkt in Augenschein zu nehmen.“

Starke Nachfrage hebt die Preise

Die starke Konkurrenz unter den Bietern wirkt unmittelbar auf die Verkaufspreise: 1.800 Lose kamen unter den Hammer, vom Anbaugerät bis zur Arbeitsbühne. Am Ende der dreitätigen Auktion stand ein Umsatz von mehreren Millionen Euro. Bereits im Vorfeld der Auktion verzeichnete man bei Ritchie Bros. eine ungewöhnlich hohe Nachfrage: Mehr als 75.000 Anfragen gingen in der Vorwoche auf der Website des E-Commerce-Anbieters ein. Ein starkes Indiz für das hohe Kaufinteresse in der Branche. „Für Verkäufer sind die Bedingungen zurzeit optimal“, versichert Matthias Ressel. Mit seinem Team steht er für die reibungslose Abwicklung des gesamten Verkaufsprozesses. Für die kommenden Auktionen rechnet man mit weiter anhaltendem Andrang.

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