Zeitreise

100 Jahre Nutzfahrzeuge am Bau – eine Erfolgsgeschichte

Das „Universalmotorgerät“, kurz Unimog, bewährte sich in der Nachkriegszeit. Der Tausendsassa war 1948 ein „großer Wurf“ – so die Meinung von Claws Tohsche. Der Pressesprecher bei Daimler Nutzfahrzeuge unternimmt eine Zeitreise durch die Geschichte der Nutzfahrzeuge. Sie ist eng verknüpft ist mit der Geschichte des Baugewerbes.

1869 wird von Gottlieb Daimler der erste Lastkraftwagen der Welt vorgestellt. © Daimler

Zehn Jahre nach Erfindung des Automobils und einem weltweiten Fahrzeugbestand von bereits 3.000 Automobilen, wird von Gottlieb Daimler im Jahre 1896 der erste Lastkraftwagen der Welt vorgestellt. Schnell kamen die heutigen Varianten von Nutzfahrzeugen wie Stadtlieferwagen, Omnibus und Lastkraftwagen auf den Markt. Die neuartigen Lastkraftwagen kamen nicht nur im Stückguttransport zum Einsatz, sondern wurden schnell auch von Handwerkern und Baumeistern für den Transport von Werkzeug und Baumaterial entdeckt.

Der Erfolg des Lkw beginnt mit dem Benz 1CN vor genau 100 Jahren. Der 1,5-Tonner Typ 1C mit 35 PS Leistung wurde ab 1917 gebaut, von 1921 an zum Typ 1CN weiterentwickelt und bis zur Fusion mit Daimler im Jahr 1926 gefertigt. Die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts ist geprägt von der Motorisierung des Güterverkehrs auf der Straße. Kraftfahrer im wahrsten Sinn des Wortes waren gefragt, denn sie waren Wind und Wetter ausgesetzt und machten ihren Namen alle Ehre: Ohne jegliche Servo-Unterstützung mussten das Lenkrad und die Bremsen bedient werden.

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Die erste Anwendung fand der neue Lkw im Baustofftransport. Die Versuchsfahrten führte Daimler höchstpersönlich in einer Dachziegelfabrik durch. Der für damalige Verhältnisse topmoderne 5-t-Lkw war bei einer Heidenheimer Ziegelei im täglichen Testeinsatz. © Daimler

Siegeszug des Dieselmotors
Im Vordergrund der damaligen Nutzfahrzeugtechnik standen Zuverlässigkeit und Dauerhaltbarkeit. Und damit untrennbar verbunden der Siegeszug des Dieselmotors. Im Jahr 1923 werden die ersten Vorkammer-Dieselmotoren unter der Haube des Gaggenauer Fahrgestells 5 K 3 eingebaut. Der Mercedes Lo 2000 – 2 Tonner von 1932 war der erste in größerer Stückzahl produzierte Lastkraftwagen mit Dieselmotor.

Ob Bau- und Energiewirtschaft, Forstwirtschaft oder Kommunen, ob Feuerwehr bis hin zu Sicherheitsaufgaben: Je spezieller der Einsatz, desto wahrscheinlicher landet man beim Unimog. © Daimler

Nach dem Krieg kommt eine neue Gattung von Nutzfahrzeug auf den Markt, der auch der Bauwirtschaft viele Vorteile bringt. Ursprünglich nur als griffige Abkürzung für das „Universalmotorgerät“ gedacht, ist die Bezeichnung „Unimog“ heute fester Begriff. Dass das Konzept aus dem Herbst 1948 gelungen ist, zeigt sich daran, dass viele der typischen Kennzeichen des Ur-Unimog bis in die heutige Zeit erhalten geblieben sind: vier gleich große Räder, Allradantrieb mit Differenzialsperren vorne und hinten, hoch geländegängige Portalachsen, Zapfwellen vorne und hinten sowie eine kleine Pritsche für den Transport von Lasten und Geräten.

Ob Bau- und Energiewirtschaft, Forstwirtschaft oder Kommunen, ob Feuerwehr bis hin zu Sicherheitsaufgaben: Je spezieller der Einsatz, desto wahrscheinlicher landet man beim Unimog. © Daimler

Wiederaufbau in den 50ern
Das Rückgrat des Nachkriegswiederaufbaus in den 1950er Jahren ist der Mercedes-Benz L 311 mit der prägnanten eckigen Haube. Von diesem robusten und für viele Einsatzzwecke genutzten Lastwagen, wurden im Werk Mannheim fast 146.000 Einheiten produziert. Durch seinen neuen Selbstzündermotor OM 312, einem Reihensechszylinder, verfügt der L 311 über ein konkurrenzlos günstiges Eigengewicht.

Typisch für die 60er Jahre: die Rundhauber-Lastwagen, wie sie von 1958 an gebaut wurden. Sie waren noch bis in die Mitte der Neunziger Jahre in modifizierter Form für den Export im Programm. © Daimler

Der größere Bruder des L 311 war der LK 315 Kipper mit noch längerer kantiger Haube. Das Fahrzeug stellte die erste eigene Neukonstruktion der damaligen Marke Daimler-Benz im Bereich der schweren Baureihen in den frühen 1950er Jahren der Nachkriegszeit dar. Mit verantwortlich für den Erfolg war der neu entwickelte 8,3-l-Motor (OM 315, R6) mit 145 PS und einer erwarteten Laufleistung von mindestens 200.000 km. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 70 km/h. Der Allrad-Version (LAK) wurde eine außergewöhnlich hohe Geländegängigkeit attestiert.

Im Einsatz im Steinbruch: Mercedes-Benz LAK 1620 Allrad-Kipper der Schweren Kurzhauber-Baureihe (Foto von 1966). © Daimler

Die Haubenwagen kommen
Stückzahlbestimmend in den 60er Jahren sind die Haubenwagen, die als Kurzhauber und leistungsstärkere Langhauber – auf Baustellen vom Häuslesbau über gewaltige Kraftwerkprojekte bis zu den Boombaustellen des Nahen Ostens – zu finden waren. Das Fahrzeug ist ein typischer Vertreter jener Zeit. Die Rundhauber-Lastwagen, wie sie von 1958 an gebaut wurden waren so erfolgreich, dass sie noch bis in die Mitte der Neunziger Jahre in modifizierter Form für den Export im Programm waren.

Anfangs der 70er Jahre wird die NG (Neue Generation) und später der SK/MK (Schwere/Mittelschwere Klasse) vorgestellt. Bemerkenswert: Die Pressevorstellung fand zuerst mit den Baufahrzeugen statt, die Fernverkehrsausführungen kamen erst später. Über 25 Jahre hielt sich diese Baureihe auf dem Markt.

Eine neue Ära: Komfort und Sicherheit im Fokus
Die Ära der fünf Mercedes-Benz-Actros-Generationen begann auf der IAA 1996. Der aktuelle neue Actros der 5. Generation auf der IAA 2018 beziehungsweise Arocs für die Baustelle – auf der bauma 2019 zu sehen – schreibt die stetige Entwicklung der Nutzfahrzeugtechnik durch zahlreiche technologische Neuerungen fort. Sie setzen Maßstäbe in punkto Sicherheit, Effizienz und Leistungsfähigkeit. Die neueste Generation des Actros besitzt mit dem teilautomatisierten Fahren – dem neuen Active Drive Assist (ADA) – eine Komfortfunktion, die vor allem auf gut ausgebauten Bundesstraßen und Autobahnen zum Tragen kommt.

Actros und Arocs haben als erste Lkw eine Mirror-Cam statt Außenspiegel. Für sie ist der weiterentwickelte Notbremsassistent Active Brake Assist 5 verfügbar. Dank Fußgängererkennung kann er im Bedarfsfall automatisch eine Vollbremsung bis zum Stillstand einleiten. Der vorausschauende Tempomat Predictive Powertrain Control (PPC) unterstützt den Fahrer noch besser und lässt sich damit auch im Bauverkehr auf Überlandstrecken sinnvoll einsetzen. Und das neue Multimedia-Cockpit mit zwei großen, freistehenden Displays bietet dem Fahrer einen hervorragenden Bedien- und Anzeigenkomfort.

Speziell für die Baubranche hat Mercedes-Benz die Baureihe Arocs entwickelt. Mit seiner stabilen Rahmenkonstruktion, dem robusten Fahrwerk und den kräftigen Motoren eignet er sich für Einsätze auf jeder Baustelle und für den Bauzulieferverkehr. © Daimler

Für alle Tätigkeiten am Bau
Speziell für die Baubranche hat Mercedes-Benz die Baureihe Arocs entwickelt, damit hat sich der schwere Bau-Lkw als Vollprofi im Markt etabliert und deckt die komplette Welt am Bau ab. Im Gelände wie auf der Straße hat sich der Arocs durch Kraft, Robustheit und Effizienz bewährt. Ob als schwerer Kipper, Betonmischer, Baustofftransporter, Sattelzugmaschine oder Schwerlastzugmaschine – der Arocs ist mit seiner stabilen Rahmenkonstruktion, seinem robusten Fahrwerk und den kräftigen Motoren überall auf der Baustelle wie im Bauzulieferverkehr zu Hause.

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