Dekarbonisierung
Kritischer und widerspruchsfähiger Dialog
Matthias Gastel, Bundestagsabgeordneter (B90/Grüne), zuständig für Bahnpolitik und Güterverkehr, informierte sich mit einer Delegation anderer Grünen-Politiker bei Iveco über die Fortschritte bei der Entwicklung und Produktion des batterieelektrischen und brennstoffzellenbetriebenen Nikola Tre.
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Auf großes Interesse stieß bei den Grünen-Politikern das Thema der sofort verfügbaren Alternativen zum Diesel. Als Marktführer von gasbetriebenen Sattelzugmaschinen leistet Iveco somit einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz. Dabei ist das künftige Potenzial durch den Einsatz von Bio-CNG/LNG noch gar nicht berücksichtigt. Weitere Themen waren der Vorschlag der EU-Kommission bezüglich der neuen und deutlich verschärften Emissionsziele für Lkw sowie die Überarbeitung der Emissionsnorm Euro 7 und die Ausgestaltung der CO2-Maut. Wobei sich die Volksvertreter der Grünen auch hier einig waren, dass es einzelne Anwendungen gibt, bei denen die Verbrennertechnologie in absehbarer Zeit noch nicht abgelöst werden kann, sondern künftig regenerative Kraftstoffe zum Einsatz kommen müssen. Eine interessante Perspektive sei auch der von Iveco aktuell erforschte Wasserstoffverbrennungsmotor einschließlich Hybridkonfigurationen, die mit dem kürzlich angekündigten Rahmen für emissionsfreie Technologien in Nutzfahrzeugen übereinstimmen.
Die Grünen-Delegation machte sich ein eigenes Bild im Nikola-Produktionswerk sowie von der serienreifen europäischen Variante des Nikola Tre, die ab dem zweiten Halbjahr in Ulm vom Band läuft. Zudem nutzten die Politiker gerne die Möglichkeit, auf dem Beifahrersitz von vier Sattelzugmaschinen die Unterschiede der Diesel-, LNG-, CNG-, und Elektroantriebe zu erfahren. Auch hier zeigten sich die Politiker begeistert, da Iveco künftig mit Batterie- und Brennstoffzellenantrieben auf weitere alternative Antriebstechnologien setzt, die zur Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs beitragen. "Wir befürworten ausdrücklich den kritischen und widerspruchsfähigen Dialog über sinnvolle und realisierbare Antriebslösungen für Nutzfahrzeuge", sagte Gerrit Marx. "Unzureichend informierte, am Auspuff zu kurz gedachte oder übervereinfachte singuläre Antworten auf die komplexe Herausforderung,
Nutzfahrzeuge zu dekarbonisieren, werden nicht ins Ziel führen. Technologieoffenheit und Wettbewerb sind essenziell, um diese Aufgabe zu stemmen." "Ich begrüße jedes Engagement von Unternehmen wie Iveco, den Schwerlastverkehr, Busse und andere Nutzfahrzeuge aus der fossilen Abhängigkeit zu befreien. Alternative Antriebe müssen zügig in die Anwendung kommen. Hierfür müssen wir als Politik unterstützend wirken und beispielsweise helfen, eine leistungsstarke Ladeinfrastruktur für E-Lkw an Autobahnen aufzubauen", fügte Gastel hinzu.
Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 4/23