Überbetriebliche Ausbildung

Martin Schrüfer,

Unterricht mit Mietmaschinen von Zeppelin Rental

Den Ausleger schwenken, den Grabentieflöffel ins Erdreich absenken und Material aufnehmen und das in einer möglichst fließenden Bewegung. Die Bedienung des CAT-Mobilbaggers M318 F ist intuitiv, die 17 Tonnen schwere Baumaschine dank der beiden Joysticks leicht manövrierbar. Komplexe Technik, einfache Handhabung. Der Beruf des Baugeräteführers erfreut sich über die vergangenen Jahre hinweg stetig steigender Beliebtheit. Das macht sich auch an der Bildungsakademie der Bauwirtschaft Baden-Württemberg bemerkbar.

Für Schulungszwecke hat das Bildungszentrum Bau verschiedene Baumaschinen von Zeppelin Rental gemietet © Zeppelin Rental

Waren es zum Start der Einrichtung in Geradstetten 1992 lediglich 29 Auszubildende, sind es dieses Jahr insgesamt 351 junge Menschen, die den Beruf allein in diesem Bundesland erlernen möchten, obwohl die Zahl der Schulabgänger insgesamt zurückgeht. Die Auszubildenden lernen hier schnell: Der Beruf des Baugeräteführers ist viel mehr als nur Baggerfahren. Produktwissen, Technikverständnis und Leidenschaft für die Baubranche sollte man mitbringen. Um die Auszubildenden so praxisnah wie möglich auf das Leben auf der Baustelle vorzubereiten, stellt die Bildungsakademie neue und CAT-Baumaschinen, gemietet von Zeppelin Rental, zu Schulungszwecken bereit.

Durch den Ansturm an Lehrlingen bildet die Akademie erstmals in zwei Gruppen parallel aus. „Um den erhöhten Technikbedarf zu bedienen, haben wir zusätzlich Baumaschinen von Zeppelin Rental für das neue Lehrjahr ab September gemietet“, so Martin Kleemann, Leiter des Bildungszentrums. „Für uns war es sehr spannend, bei den Schulungen an der Baumaschine zu unterstützen“, erklärt Boris Langenfeld, Vertriebsrepräsentant von Zeppelin Rental, der selbst am Bildungszentrum Bau in Geradstetten den Beruf Baugeräteführer erlernt hat. „So finden sich ein CAT M318 F Mobilbagger, ein CAT 315 F Kettenbagger, sowie ein CAT 908 M Radlader und ein Minibagger CAT 305 E2 CR in einer der acht Schulungshallen. Das sind die Schlüsselgeräte auf nahezu jeder Baustelle.“ Kleemann ergänzt: „Wir orientieren uns dabei an den ausbildenden Baubetrieben und daran, mit welchen Baumaschinen dort hauptsächlich gearbeitet wird.“

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Übung macht den (Baugeräte-)Meister

Die Azubis besuchen dual neben der Arbeitszeit im Unternehmen und der Berufsschule die überbetriebliche Ausbildung an der Akademie Bau in Geradstetten, knapp 20 Kilometer östlich von Stuttgart. „Die einen sitzen hier das erste Mal in einer Baggerkabine, andere bringen bereits eine gewisse Erfahrung mit, da sie im Betrieb schon Maschinen bedienen durften oder im familiären Umfeld die Möglichkeit haben“, erklärt Ausbildungsleiter Michael Heim. „Wir holen die Auszubildenden ab und bringen sie alle auf denselben Wissensstand.“ In kleinen Gruppen wird der sichere Umgang mit den Baumaschinen trainiert – sicher im Sinne von Arbeits- und Gesundheitsschutz und sicher, was die Standsicherheit betrifft. Hier lernen sie das präzise Handling der Maschinen, die Wartung sowie das Diagnostizieren von vorab extra konstruierten Fehlermeldungen oder Defekten und deren Beseitigung. Ein Teil der praktischen Prüfung ist beispielsweise der Umgang mit dem hydraulischen Schnellwechselsystem, einen Luftfilter zu tauschen oder eine abgesteckte Fläche auf die richtige Tiefe auszuheben.

Etwa fünf Prozent der Auszubildenden sind weiblich. „Ich wollte die Lehre unbedingt machen, man ist viel draußen unterwegs und die Technik interessiert mich. Bei dem Beruf stehen wir Mädchen den Jungs in nichts nach. Falls es doch mal schwierig wird, helfen wir uns gegenseitig“, so Theresa-Marie Miller.

Ausbildersitz und Geländer am Oberwagen als Sonderausstattung

Auf dem Übungsgelände in einem Waldstück bei Hößlinswart steht dann Praxiserfahrung auf dem Lehrplan. Hier sammeln die angehenden Baugeräteführer Trainingsstunden in der Fahrerkabine. Dafür sind eigens von der Akademie gekaufte Radlader CAT 926M und 914M und ein CAT-Mobilbagger M318D im Einsatz. Die Zeppelin Baumaschinen GmbH, im Speziellen die Niederlassung Böblingen, betreut das Bildungszentrum Bau bereits seit mehr als acht Jahren. „Wir haben den Anspruch, vollumfänglich auf die Bedürfnisse der Ausbilder einzugehen. So haben wir ein extra Geländer auf dem Oberwagen angebracht. Die Ausbilder können so ganz nah an ihren Schülern eine technische Einweisung geben“, erklärt Marc Kallies, Vertriebsrepräsentant bei der Zeppelin Baumaschinen GmbH. Im Zuge dessen verfügt auch einer der beiden Radlader, der 2016 vom Bildungszentrum Bau erworben wurde, über einen extra Sitz, damit der Ausbilder wie eine Art Beifahrer seine Schüler direkt in der Kabine in die Baumaschine einweisen kann. „Solche Umbaumaßnahmen sind Teil unseres Services. Wir arbeiten da sehr eng mit Martin Kleemann und seinem Ausbilderteam, allen voran Timo Raach zusammen“, betont Kallies.

„Die gemieteten Maschinen von Zeppelin Rental sind für die erste Einweisung der Auszubildenden, quasi das erste Kennenlernen mit der High-Tech-Maschine ab dem zweiten Lehrjahr gedacht. Mit unseren eigenen CAT-Maschinen sammeln sie dann Erfahrung in der Praxis, sie bewegen massenweise Erde, heben Gräben aus und legen Böschungen an“, erklärt Timo Raach, Baumaschinenmeister und Ausbilder für Baugeräte.

Bis Anfang Dezember waren die von Zeppelin Rental gemieteten Maschinen vor Ort. Sie kehren voraussichtlich im März für den nächsten Klasseneinsatz ans Bildungszentrum Bau zurück. Im Juli werden sie dann wieder gebraucht, wenn eine ganze Woche hindurch die Abschlussprüfungen für rund 120 angehende Baugeräteführer stattfinden. Dann können die Nachwuchsfachkräfte zeigen, was sie in den verschiedenen Caterpillar-Maschinen über Monate hinweg trainiert haben. Übrigens: Die Bildungsakademie ist immer auf der Suche nach Baumaschinenmeistern als ehrenamtliche Prüfer aus Baubetrieben.

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