Kompaktmaschinen

Vielseitigkeit im Fokus

Wo geht die Reise hin bei den Kompaktmaschinenherstellern? Wie entwickelt sich die Nachfrage und die Umsatzzahlen? Susanne Frank sprach während der bauma mit René Kappus, District Sales Manager bei Bobcat.

René Kappus, District Sales Manager, Bobcat © Bobcat

Baugewerbe Unternehmermagazin: Herr Kappus, welche Zielgruppen sprechen Sie hier auf der bauma gezielt an?
René Kappus: Die Zielgruppen von Bobcat sind in erster Linie die Garten- und Landschaftsbau-Unternehmer, aber auch alle Tiefbauer, die im Bereich der Kompaktmaschinen unterwegs sind. Da unser Portfolio auch Teleskope umfasst, sind wir auch gefragt bei
den Hochbauern und Hallenbauern.

BGW: Wie unterscheiden Sie sich von anderen Herstellern in diesem Marktsegment?
Kappus: Wir wollen vor allem die Vielseitigkeit präsentieren. Wie man hier am Stand sieht, zeigen wir eine Bandbreite an Anbaugeräten. Das macht Bobcat stark. Dass wir zu jedem Fachgebiet – sei es für Straßenbau, Tiefbau oder den Garten- und Landschaftsbau das passende Anbaugerät haben.

BGW: Die dann alle auch von Bobcat stammen?
Kappus: Genau. Das unterscheidet uns von den anderen Kompaktmaschinenherstellern, dass wir spezifisch auf den Einsatz eingehen.

BGW: Wie sehen Sie sich im Vergleich zu Ihren Mitbewerbern aufgestellt?
Kappus: Im Bereich Kompaktlader ist Bobcat – das kann man mit gewissem Stolz schon sagen – mit großem Vorsprung Marktführer. Sowohl bei den Ladern auf Rädern, als auch den Ladern auf Ketten.

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BGW: Das machen Sie fest an den Umsatzzahlen…?
Kappus: Das machen wir nicht nur fest am Umsatz, sondern es gibt ja Stückzahlen und Marktanteile, die über VDMA publiziert werden. Die Marktanteile liegen je nach Produktgruppe bei 50 bis 80 Prozent.

BGW: Bei welcher Produktgruppe zum Beispiel?
Kappus: Bei den Raupenladern sind wir eher bei den 80 Prozent Marktanteil. International im Bereich EMEA also für Europa, Afrika und Middle East, den wir von Tschechien aus betreuen, liegt Bobcat als Marktführer im Bereich der Skidsteer-Lader und Raupenlader ganz weit vorne.

BGW: In welchen Ländern sitzen Ihre Abnehmer?
Kappus: Die drei Fokusländer für Bobcat in Europa sind Deutschland, Frankreich und England, wo das größte Volumen abgesetzt wird. Vertreten sind wir in allen europäischen Ländern. Aber in diesen drei Ländern setzen wir die meisten Stückzahlen ab.

BGW: Haben Sie die Stückzahlen parat?
Kappus: Das sind zusammen ungefähr 5.000 bis 6.000 Maschinen, die alleine im Jahr in diese drei Länder gehen. Die Zahl bezieht sich auf Bagger, Kompaktlader und Teleskoplader. Im Baggerbereich hat Bobcat einen Marktanteil je nach Region in Europa zwischen acht und 15 Prozent, alleine im deutschsprachigen Markt liegen wir im Bagger bereich bei acht und 10 Prozent.

BGW: Und bei den Teleskopladern?
Kappus: Damit beschäftigt sich Bobcat erst seit 2000. Hier haben wir einen Marktanteil je nach Region in Europa zwischen fünf und zehn Prozent. Klares Ziel für den deutschsprachigen Bereich ist es, den Marktanteil auf 12 Prozent zu erhöhen.

BGW: Womit punkten Ihre Maschinen im Gegensatz zu denen der Konkurrenz?
Kappus: Punkten tun wir mit dem Umfeld um die Maschine herum. Wir bieten ein Rund-um-Paket, das eine 5-Jahres-Werksgarantie für alle Maschinen mit einschließt. Außerdem eine komplette Endkundenfinanzierung, zum Beispiel über 60 Monate ohne Anzahlung.

BGW: Haben Sie auf der bauma gute Geschäfte gemacht?
Kappus: Ich darf Ihnen eins mitteilen: wir haben in den ersten drei Tagen auf der bauma 125 Maschinen verkauft. Klar haben wir den Kunden vor der bauma schonmal gesprochen, das war kein Überraschungsbesuch. Aber letztendlich wurden die Abschlüsse auf der Messe unterschrieben. Unser Ziel war es, 250 Maschinen bis zum Messeschluss zu verkaufen. Dieses Ziel haben wir übertroffen.

BGW: Was gehört noch zu diesem Rund-um-Paket, das Sie Ihren Kunden bieten?
Kappus: Wir versuchen weiter, die Serviceschiene auszubauen. Wir verdichten das Händlernetzwerk in Deutschland. Zwischen zwei Händlern sollen nicht mehr als 30 bis 40 km liegen. Zusätzlich haben wir großes Ersatzteilzentrum in Halle an der Saale eröffnet, um auch schon im Laufe eines Tages Ersatzteile liefern zu können.

BGW: Wenn man die beiden Firmen innerhalb des Konzerns abgrenzen will – die eine, Bobcat, liefert die kleinen Maschinen und Doosan die großen – wäre das wahrscheinlich zu kurz gegriffen, richtig?
Kappus: Das wäre ein wenig zu kurz gegriffen, ja. Der Konzern weist die Sparten Doosan und Bobcat getrennt aus, weil wir unterschiedliche Zielgruppen haben. Die Heavy Line von Doosan fängt bei 14 Tonnen Eigengewicht an und geht bis 70 Tonnen. Zielgruppe sind Erdbeweger, wir sind eher bei den kleinen Tiefbauern und GalaBauern zuhause.

BGW: Der kleine elektrische Minibagger ist Ihr Highlight am Stand, richtig?
Kappus: Eines der Highlights. Der elektrische E10e wurde vor drei Jahren auf der bauma als Prototyp vorgestellt. Die letzten drei Jahre hat man die Maschine so entwickelt und vervollständigt, dass sie marktgerecht ist.

BGW: Haben Sie schon E10e verkauft?
Kappus: Wir haben viele Anfragen. Wir beginnen erst im Juli mit der Produktion. Und aufgrund der eingeschränkten Kapazität, werden wir dieses Jahr nicht alle Kundenwünsche zufriedenstellen. Da müssen wir etwas dämpfen.

BGW: Haben Sie vor, auch größere Maschinen mit Elektroantrieb auszustatten?
Kappus: Der Plan ist, dass wir in absehbarer Zeit, also das heißt in zwei bis drei Jahren Bagger in der Klasse bis zu 2,5 Tonnen mit Elektro-Batterieantrieb versehen. Auch bei den Kompaktladern. Und es ist angedacht, auch einen kleinen Teleskopen vollelektrisch auf den Markt zu bringen.

BGW: Und bei den Minibaggern, sind Sie der einzige Hersteller, der ihn mit Elektroantrieb anbietet?
Kappus: In der 1-Tonnenklasse ist es nur Bobcat, der so etwas auf den Markt gebracht hat. Der Hauptgrund liegt darin, dass wir das Arbeiten in Gebäuden als das Haupteinsatzgebiet für elektrische Maschinen ansehen. Das heißt, die Maschine muss so kompakt wie möglich sein und durch eine normale Tür passen. Mit seiner 71 cm Breite geht das auch. Es nützt ja nichts, wenn ich einen elektrischen Bagger habe und die Wand steht mir im Weg. (lacht)

BGW: Letzte Frage: Schon seit der Gründung 1958 hat Bobcat das markante Logo mit dem Abbild des Rotluchs. Wie kam es dazu?
Kappus: Den Rotluchs gibt es in freier Wildbahn. Das Tier hat die Eigenschaft, aus voller Laufgeschwindigkeit auf der Stelle zu drehen und weiterzulaufen. Genau dasselbe machen wir mit unseren Kompaktladern. Wir können fahren, auf der Stelle drehen und wieder zurück. Dadurch kam das Logo zustande.

BGW: Herr Kappus, vielen Dank für das Gespräch!

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