VDMA Baumaschinen und Baustoffanlagen

Marvin Meyke,

Baumaschinenbranche sichert Arbeitsplätze in schwierigem Umfeld

Die Mitgliederversammlung des VDMA Baumaschinen und Baustoffanlagen am 3. März zog ein positives Fazit für das vergangene und laufende Jahr. Zwei zentrale Themen waren die wirtschaftliche Situation und die Bedeutung der europäischen Klimaziele 2050 für die Branche.

Auf der Mitgliederversammlung Anfang März wurde auch der Vorstand gewählt. Für weitere drei Jahre wurden Vorsitzender Franz-Josef Paus (im Bild) und seine Stellvertreter Joachim Strobel und Hermann Weckenmann bestätigt. © VDMA BUB

Wir sind tatsächlich mit einem blauen Auge davon gekommen. Hätte man uns am Anfang der Pandemie prophezeit, dass der Umsatzrückgang nur moderat sein wird, wir hätten es nicht geglaubt“, resümierte Franz-Josef Paus, Vorsitzender des VDMA Baumaschinen und Baustoff­anlagen.

Im vergangenen Jahr lag der Branchenumsatz von Baumaschinen aus deutscher Produktion bei 10,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von 17 Prozent gegenüber dem hohen Niveau im Jahr 2019. ­Vergleichbar ist das Umsatzvolumen mit der Situation im Jahr 2017. Die Pandemie wirkte sich somit nicht so stark aus, wie zur Jahresmitte 2020 befürchtet. Weltweit ging der Absatz von Baumaschinen im Jahr 2020 um drei Prozent zurück, allerdings legte der chinesische Markt um 30 Prozent zu, so dass der Weltmarkt ohne China tatsächlich um 17 Prozent abflaute. In Deutschland und Europa war das Kompaktmaschinengeschäft kaum betroffen, das Großmaschinengeschäft verzeichnete dagegen wegen der erforderlichen höheren Investitionen deutliche Rückgänge. In Deutschland liegt der Absatz insgesamt bei einem Minus von sieben Prozent, minus drei Prozent bei den Kompaktmaschinen und minus 18 Prozent bei den Großmaschinen. Das vierte Quartal 2020 und das erste Quartal 2021 zeigten eine verstärkte Nachfrage, sodass die Branche ein Umsatzplus im ersten Halbjahr 2021 erwarten kann. Sie wird die Rückgänge im Jahr 2020 allerdings nicht mehr ausgleichen.

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Optimistischer Blick nach vorne
Die Stimmung ist insgesamt gut, das europäische CECE Business Baro­meter befindet sich auf dem höchsten Wert seit Ende 2018. Deutschland wird stabil auf einem hohen Niveau bleiben, der europäische Markt wird sich erholen und auch der Weltmarkt leicht wachsen. Momentan wirken die Konjunktur­programme, mittelfristig besteht die Gefahr, dass die öffentliche Hand durch hohe Neuverschuldungen weniger investieren kann.

Neben den höheren Rohstoff­kosten ist aus Sicht der Unternehmen momentan die größte Herausforderung, nicht planbare Schwankungen in den Arbeitsprozessen zu organisieren. „Wir mussten teilweise direkt von der Kurzarbeit in die Überstunden gehen und in einigen Fällen wieder zurück in die Kurzarbeit, weil plötzlich Zulieferungen ausblieben. Hier sind wir zukünftig mit noch mehr Flexibilität gefordert“, so Joachim Strobel, Stellvertretender Vorsitzender des VDMA Baumaschinen und Baustoffanlagen.

Die Baustoffanlagenbranche ist heterogener auf­gestellt, daher lassen sich kaum präzise Markteinschätzungen treffen. Langfristige Großaufträge teilweise einzelner Unternehmen bestimmen die Schwankungen im Auftragseingang und Branchenumsatz. Je nach Baustoff gibt es unterschiedliche Entwicklungen. ­Insgesamt ist die Branche nach einem schwierigen Jahr 2020 wieder im Aufwind, der Auftragseingang der ersten beiden Monate 2021 lässt die Beteiligten optimistisch auf das laufende Jahr blicken. Eine entscheidende Aussage für die Zukunft gibt es aber doch. „Remote-Dienstleistungen haben sich während der Pandemie bewährt und einen Digitalisierungsschub ausgelöst. Diese Auswirkungen werden in Post-Corona-Zeiten bleiben“, äußerte sich Hermann Weckenmann, Stellvertretender Vorsitzender des VDMA Baumaschinen und Baustoffanlagen.

Europäischer Green Deal 2050 – Herausforderung für den Mittelstand
Jens Gieseke, CDU-Abgeordneter im Europäischen Parlament und Gastredner auf der Mitglieder­versammlung, plädierte in seinem Vortrag für einen Wettbewerb der Innovationen und Ideen und sprach sich vehement gegen Überregulierung und übertriebene Verbote in der Gesetzgebung aus. „Man muss sich klar darüber sein, welche Folgen diese gravierenden Veränderungen, auch bei Gesetzesvorhaben, für die Industrie und die Wirtschaft haben. Unterschiedliche Technologien und Ideen sollten im Wettbewerb zu­einander stehen, eine übertriebene Hektik bei der Einführung von kategorischen und aus meiner Sicht teilweise unsinnigen Verboten sind kontraproduktiv und führen eher dazu, dass wir die angestrebten ­Klimaziele nicht erreichen können. Jedenfalls nicht, ohne großen wirtschaftlichen Schaden zu nehmen.“ Gieseke sprach sich dafür aus, einen Mittelstands­beauftragten bei der EU-Kommission einzusetzen, um einen permanenten Dialog zwischen Politik und mittelständischen Unternehmen zu ermöglichen. Weitere Infos: bub.vdma.org, www.cece.eu und mic40.org.

Dieser Beitrag erschien in der Ausgabe 4/2021.

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