Herausforderung Klimawandel

Kai Ingmar Link,

Baugewerbe setzt Lösungen um

Cemex hat eine besondere Photovoltaikanlage installiert. © Cemex

Der Klimawandel stellt eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit dar. In den letzten Jahren sind die Auswirkungen immer deutlicher spürbar geworden: Zu warme Winter, zu heiße und trockene Sommer prägen das Bild. Diese extremen Wetterbedingungen führen zu einer erhöhten Umweltbelastung und verdeutlichen die Notwendigkeit, Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen zu ergreifen.

Eine Industrie, die maßgeblich zur Umweltbelastung beiträgt, ist das Baugewerbe. Hierbei ist vor allem der hohe Verbrauch von Energie und Ressourcen sowie die Freisetzung von CO2-Emissionen durch Bauprojekte hervorzuheben. Baumaschinen und die Produktion von Baustoffen und Materialien – diese drei Faktoren sorgen ebenfalls für eine Verschlechterung der Umweltbilanz. Die Unternehmen sind zu einem Entschluss gekommen: So kann es nicht weitergehen. Anstatt sich aber in theoretischen Überlegungen zu verlieren, handelt die Branche. Viele Akteure der Branche stellen sich mittlerweile aktiv der Herausforderung des Klimawandels und suchen nach innovativen Lösungen, um ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren.

Ein solches Unternehmen ist esm, ein Anbieter für mineralische Abfälle. esm bereitet Baustoffe und -Materialien auf. Durch aufwendige Aufbereitungsverfahren wird das Material so bearbeitet, dass es auf anderen Baustellen wiederverwendet werden kann. Dabei kommen speziell ausgerüstete Baumaschinen, wie Cat Radlader des Typs 966 und 972, zum Einsatz. Diese Maschinen sind nicht nur für diese Aufgaben prädestiniert, sondern dank ihrer Ausstattung in der Lage, deutlich umweltschonender zu arbeiten. Sie sind mit emissionsarmen Antrieben ausgestattet und tragen somit zur Reduzierung von Schadstoffemissionen bei. Die Kabinen sind für Schutz und Komfort der Maschinenführer mit besonderen Lüftungsanlagen ausgerüstet. Für eine Vereinfachung der Arbeit in den Hallen auf dem Gelände von esm sind sie zudem mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet.

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Urban Mining für nachhaltige Nutzung

Ein vielversprechender Trend in der Baubranche ist das sogenannte "Urban Mining". Dabei geht es darum, Bauschutt nicht länger als Müll zu betrachten, sondern als wertvolle Ressource. Unternehmen wie Concular haben sich diesem Ansatz verschrieben. Im Zuge der Restauration der Festung Marienberg wurden hochwertige Materialien aus Bauprojekten zurückgewonnen und dem Wertstoffkreislauf zugeführt. Dies trägt nicht nur zur Schonung von natürlichen Ressourcen bei, sondern reduziert auch die Notwendigkeit von Neuproduktionen, die mit hohen CO2-Emissionen einhergehen würden. So profitieren auch andere Baustellen von neu geschürften Rohstoffen.

Baumaschinen optimieren

Aber nicht nur in Bezug auf die Materialien und Energiequellen gibt es Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel in der Baubranche. Auch der Umgang mit Baumaschinen wird zunehmend nachhaltiger gestaltet. Unternehmen wie Volvo CE setzen auf Generalüberholungen von Maschinen, um ihre Lebensdauer zu verlängern. Diese zertifizierten Überholungen beinhalten auch die Prüfung der Maschinen für potenzielle Umbauten, die den Betrieb umweltfreundlicher gestalten. Im Frühsommer 2023 etwa, wurde ein Cat Muldenkipper 775-f des Baustoffherstellers Rohrdorfer aufwendig überholt. Und zwar nahezu komplett: Motor, Getriebe, Wandler, Antriebsstrang, Hydraulik, Betriebssysteme, die Lenkung, Endantrieb, Achsen und das Differential wurden vollständig überarbeitet. Die Experten von Rohrdorfer überholten den Muldenkörper selbst. Seit der Aktion ist der Kipper wieder im Einsatz und kann bis zu 110 t Schüttlast aus dem Steinbruch Hollitzer transportieren. Diese Vorgehensweise spart nicht nur Geld, sondern verhindert auch unnötige Neuproduktionen von Baumaschinen, die mit hohen CO2-Emissionen einhergehen würden. Gleichzeitig ist die Restauration von Baumaschinen für viele Bauunternehmen oft die wirtschaftlichere Entscheidung als ein Neukauf.

Grüne Energie

Auch andere Baustoffhersteller wie Cemex sind aktiv in den Kampf gegen den Klimawandel involviert. So hat das Unternehmen eine schwimmende Photovoltaikanlage im Kieswerk in Immelhorn in Betrieb genommen. Auf einer Fläche von 4500 Quadratmetern erzeugt diese Anlage rund 600.000 Kilowattstunden Strom. Das Besondere: Die Anlage schwimmt auf einem. Die umweltfreundliche Stromproduktion mit der Kraft der Sonne spart im Vergleich zu einer Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen pro Jahr 250 Tonnen CO2 ein. Der ungenutzte Anteil des Stroms wird in das Stromnetz eingespeist.

Fokus auf Problemlösungen

Die Baubranche hat erkannt, dass sie eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielt. Durch Innovationen in Materialverwertung, erneuerbarer Energieerzeugung und nachhaltiger Gestaltung von Baumaschinen leistet die Branche einen wertvollen Beitrag zur Reduzierung von Umweltauswirkungen. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Trend sich weiter verstärkt und zu einem nachhaltigeren und klimafreundlicheren Bausektor führt.

Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 09_23.

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