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8 % mehr Umsatz für Baumaschinenindustrie

Für die deutschen Baumaschinenhersteller war 2014 ein erfolgreiches Jahr: Insgesamt wurde ein Gesamtumsatz von 8,4 Milliarden Euro (+ 8 %) generiert.

VDMA-Umsatzplus-2014

„Das eine ist der Umsatz, das andere der Ertrag“, relativierte Joachim Strobel, Stellvertretender Vorsitzender des Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen im VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) und Geschäftsführer der Liebherr EMtec GmbH, die Zahlen.

Die schnelle Abfolge der Abgasvorschriften hat für die Unternehmen einen extrem hohen Entwicklungsaufwand bedeutet, der kostenneutral nicht zu haben sei. Schließlich müssten die Firmen die neuen Maschinen auch erst einmal am Markt und an ihre Kunden verkaufen.

Für das laufende Jahr erwartet die deutsche Baumaschinenindustrie nur eine Seitwärtsbewegung, da sich die Geschäfte auf den gut laufenden und den weniger gut laufenden Märkten tendenziell ausgleichen werden. 

Existenzielle Nöte der Baumaschinenhersteller schloss Strobel aber aus, auch wenn die Planbarkeit des Geschäfts immer schwieriger werde: „Von 7-Jahres-Zyklen wie früher kann keine Rede mehr sein“.

2014 gab es ein starkes Frühjahr, ein ausgedehntes Sommerloch und dann wieder einer deutliche Verbesserung der Lage zum Jahresende. Die Auftragseingänge lagen unter dem Strich um sieben Prozent höher als im Vorjahr. Das ist vor allem der guten Nachfrage nach Erd- und Straßenbaumaschinen geschuldet.

Großgeräte seien dagegen weniger stark abgesetzt worden, vor allem aufgrund der schlechten Lage in der globalen Mining-Industrie. Auch der Bereich Maschinen für den Hochbau erholt sich weiterhin nur langsam und liegt heute umsatzmäßig noch immer 50 Prozent unter dem, was in den Boomjahren erwirtschaftet wurde.

Stabilitäg am deutschen Markt

VDBUM-Liebherr-Strobel
Joachim Strobel, Stellvertretender Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Bau- und Baustoffmaschinen. (Abb.: Liebherr)

2015 müssen viele Baumaschinenhersteller erneut erhebliche Investitionssummen bewegen, um die Stufen der Abgasemissionsrichtlinie 97/68/EG umzusetzen. Derzeit liegt ein Revisionsentwurf der Richtlinie vor, die Abstimmung im Rat und im Parlament steht noch aus.

Die mit dieser sogenannten Stufe V vorgeschriebenen neuen Grenzwerte seien machbar, so Strobel, es gehe vor allem um die Einführungsfristen der neuen Richtlinie. Die seien mit dem 1.1. 2020 für alle mobilen Maschinen in den Größenklassen von 56 bis 130 kW und dem 1.1.2019 für alle Maschinen der restlichen Größenklassen äußerst ambitioniert.

„Im Hinblick auf Entwicklungszeiträume von fünf Jahren und der erforderlichen technischen Entwicklungen sind diese Fristen viel zu knapp bemessen“, meint Strobel. Die Industrie kämpft deshalb in Brüssel um die Verlängerung der Einführungsfristen und mehr Planungssicherheit.

Seit Einführung der Abgasemissionsrichtlinie 1999 wurden Emissionen von mobilen Maschinen dank immenser technologischer Neuerungen und Investitionen bereits um mehr als 95 Prozent für NOx und PM reduziert. Ohne dass von einer signifikanten Refinanzierung gesprochen werden kann, sind nun erneut erhebliche Summen für die notwendigen Entwicklungen erforderlich.
 

Charts Umsatz- und Auftragseingangsentwicklung Baumaschinen in 2014


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