Finanzen - Baumanagement - Home


Fördermittel - Finanzierungslücke schließen

Investitionen in der Baubranche sind, allein schon aufgrund der dünnen Eigenkapitaldecke vieler Betriebe, nicht so einfach zu tätigen. Eine nützliche und dabei hilfreiche Finanzquelle stellen Fördermittel dar.

(Foto: Baugewerbe)

Die Finanzierung neuer In-vestitionen ist für ein Bauunter-nehmen derzeit immer mit dem Hinweis auf die schlechte Branchenentwicklung seit dem Jahr 1993 verbunden. Jedes Jahr hat der Markt nachgelassen und wer für dieses Jahr die Talsohle erwartet hat, wurde erneut eines schlechteren belehrt. Für die Finanzierung durch Kapitalgeber jeder Art ist das fatal, da kaum jemand in eine schrumpfende Branche investieren will.

Nun die gute Nachricht: Mit Fördermittel geht das, wenn Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben. Sie müssen in diesem schrumpfenden Markt sich selbst, aber vor allem den Kapitalgebern beweisen, dass Sie die Strategie für den Erfolg haben. Der Betriebswirt nennt das eine Marktdurchbruchsstrategie. Die Möglichkeiten hierfür sind vielschichtig. In jedem Fall sind diese meist durch die regionale Positionierung des Unternehmens und durch das Management gekennzeichnet. Dies sollte Ihrem Geschäftsplan zu entnehmen sein.

Die Finanzierung eines Unternehmens bzw. eines Vorhabens nach dem Kreditwesengesetz (KWG) besteht aus Eigenmittel und Sicherheiten. Zusammen machen diese hundert Prozent der Finanzierung aus. Sobald dies weniger ist, kommt die Frage der Risikoübernahme ins Spiel. Bei der jetzigen Branchenlage bedeutet dies meist: Keine Sicherheiten - keine Finanzierung.

So kommen die Fördermittel ins Spiel. Diese sind vor allem für Finanzierungen von 250.000 bis 5 Mio. € vorgesehen.

Ermittlung des Finanzbedarfs

Sobald Sie den Kapitalbedarf für Ihr Unternehmen ermittelt haben, sollten Sie prüfen, welche Sicherheiten sich aus diesem Kapitalbedarf für Kapitalgeber errechnen. Diese nehmen meist einen Wert zwischen 30 und 50 Prozent der Investitionssumme an.

Nehmen wir die 30 Prozent zum weiteren rechnen. Wenn Sie nun über weitere 30 Prozent Eigenmittel (oder ersatzweise Zusatzsicherheiten) verfügen, verbleiben 40 Prozent der Finanzierung als unbesicherter Anteil. Dies können Sie derzeit direkt mit der Finanzierungslücke gleich setzen.

Das in dieser Beschreibung verwendete Beispiel wurde mit einer Investition von 500.000 € angenommen. Die Lücke ist somit 200.000 € (40%). Wenn Sie die Lücke nicht schließen, bekommen Sie keine Finanzierung.

So gehen Sie vor

Die Vorgehensweise mit den Fördermitteln kann sich auf die Schließung der Finanzierungslücke konzentrieren. Dabei wird zuerst geprüft, welche Mittel ohne Sicherheiten in die Finanzierung einbezogen werden können.

Die Mittel ohne Sicherheiten können Zuschüsse, eigenkapitalersetzende Mittel, Beteiligungskapital und Nachrangdarlehen sein.

Diese Fördermittel können die Finanzierung der Lücke oftmals vollständig schließen. Sollte es nach Einbeziehung dieser Mittel weiterhin eine Lücke in der Finanzierung geben, können Ausfallbürgschaften der Förderinstitute oder der Bürgschaftsbanken einbezogen werden. Dies reduziert das Risiko des Blankoanteils nach Sicherheiten für die Kapitalgeber auf bis zu 20 Prozent der Finanzierungssumme.

Nach den Beispielen aus der Gegenüberstellung der Tabelle 1 zu den "Verschiedenen Phasen der Förderung im Unternehmenszyklus " ist somit die Bankhaftung auf nahezu null Risiko zu reduzieren.

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Michael G. Wandt ist Leiter des Wabeco Subventionslotsen. Nähere Informationen unter

www.wabeco.de


Diese Funktion steht nur eingeloggten Usern zur Verfügung!

Artikelbewertung:

Stern Stern Stern Stern Stern