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Der Bauherr wünschte sich eine zukunftssichere Konstruktion. Das anspruchsvolle Wohnhaus im Münchener Süden entspricht dem KfW 40-Standard.
Fotos: Xella |
Die Anfrage kam nachts: Per E-Mail hatten die Bauherren von Japan aus den Kontakt zu Architekt Volker Schwab gesucht: Ob er sich vorstellen könne, für sie ein Haus in Ottobrunn bei München zu bauen. „Ottobrunn“, so Volker Schwab, der sein Büro im rund 200 km entfernten Vohenstrauß hatte, „lag nicht gerade in meiner Nachbarschaft. Aber vorstellen konnte ich es mir durchaus.“ Gemeinsam mit der Baufamilie besuchte er das anvisierte Grundstück.
Abriss-Neubau als clevere Alternative
Zunächst wollte die Familie das bestehende Gebäude sanieren und den Bedürfnissen der fünfköpfigen Familie anpassen. „Aber“, so Schwab, „obwohl die Bausub¬stanz gar nicht schlecht war, zeigte sich doch bald, dass wir kein optimales Ergebnis erreichen konnten.“ Problematisch war die familiengerechte Veränderung der Raumaufteilung und besonders die EnEV-gerechte Sanierung des 70er-Jahre-Baus. „Das hat schließlich dazu geführt, über einen kompletten Neubau nachzudenken, der dann auch realisiert wurde.“
Mitten im gewohnten Bild von sattel- und walmdachgekrönten Einfamilienhäusern ist so ein moderner, kubischer Wohnblock entstanden, der sich besonders durch seine betont einfache Form von der traditionellen Umgebung abhebt. Die Außenwandkonstruktion besteht aus Ytong-Plansteinen mit einem Lambdawert von λ = 0,08 W/mK. Mit einem A/V-Verhältnis von ca. 0,62 m²/m³ verfügt der kompakte Baukörper über gute Vo¬raussetzungen für einen geringen Energiebedarf. Gleichzeitig gelang es dem Architekten so, ein Maximum an Platzvolumen zu realisieren.
Anspruchsvolles Wohn- und Energiekonzept
Alle Räume des Erdgeschosses liegen zu beiden Seiten eines Erschließungsflurs, der das gesamte Haus durchzieht. Auf der Gartenseite erstreckt sich ein großer durchgehender Raum mit bodentiefen Fensterelementen für Kochen, Essen und Wohnen. Hauswirtschafts-/Arbeitsraum, ein kombiniertes Gäste-/Arbeitszimmer sowie das Gäste-WC und der Kellerzugang sind zur Straßenseite hin angeordnet.
Ein langer Flur erschließt auch das Obergeschoss. Hier befinden sich auf der Gartenseite ein Bastelraum sowie 3 rationell zugeschnittene Kinderzimmer. Galerien im Dachraum des flach geneigten Satteldaches geben den Zimmern Großzügigkeit. Sie dienen in den Kinderzimmern als Schlafplätze, im Bastelzimmer ist dies ein willkommener Stauraum. Die gegenüberliegende Flurseite ist den Eltern vorbehalten: Hier befinden sich das Schlafzimmer mit japanischem Bad, ein Ankleide- sowie ein Entspannungszimmer.
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Vorteile bot der Baustoff Ytong auch bei der Gestaltung der Fensterdetails. Da die Bearbeitung der Steine unproblematisch war, konnte die Bauunternehmung Nürnberger auch die vom Architekten gewünschten innen liegenden Fallrohre realisieren.
Fotos: Xella |
An das anspruchsvolle Wohnkonzept ist ein ebenso aufwendiges energetisches Konzept gekoppelt. Durch die Ausstattung des Gebäudes mit Solarthermie zur Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung sowie mit einem Stückholzofen, der problemlos die Beheizung des gesamten Gebäudes sicherstellen kann, ist der Bauherr weitgehend unabhängig von der Nutzung von Energie-Ressourcen wie Öl und Gas. Dem Sicherheitsdenken des Bauherrn ist die zusätzliche Installation einer Gastherme geschuldet. Eine kontrollierte Wohnraumbe- und -entlüftung versorgt das Haus mit Frischluft.
Massiv und zukunftssicher Bauen
Von Anfang an war es Wunsch der Bauherren, das neue Haus in Massivbauweise zu erstellen. Die Familie hatte sich vorinformiert und mit unterschiedlichen bauphysikalischen Ansätzen auseinandergesetzt. Für sie kam nur eine monolithische Lösung mit einem hochwertigen Massivbaustoff in¬frage. Alternativen mit einem Wärmedämmverbund-System schloss die Baufamilie von vornherein aus. In Anbetracht der bevorstehenden Novellierung der Verordnung – bei Planung des Hauses galt noch die EnEV 2007 – wollte die Familie die Vorgaben der Energieeinsparverordnung deutlich übererfüllen.
„Die Bauherren“, erklärt Architekt Schwab, „hatten Angst, bereits bei Einzug – oder doch nur wenig später – ein Haus zu bewohnen, das energetisch nicht mehr auf dem aktuellen Stand ist.“ Um diese Voraussetzung zu erfüllen, suchte er für die Außenwände einen hochwärmedämmenden Baustoff. Verschiedene Baustoffe standen zur Wahl. Die Entscheidung fiel schließlich auf Ytong-Dämmsteine mit einer Wanddicke von 42,5 cm für die Fassaden sowie 48 cm für die Giebelwände und einem Lambdawert von λ = 0,08 W/mK. Xella ist einer der weltweit führenden Anbieter des tragenden, massiven und normengeregelten Mauersteins Ytong PP 2-0,35, einem Porenbeton-Planstein der Steinfestigkeitsklasse 2 in Kombination mit einem Lambdawert von λ = 0,08 W/mK. Mit der Kombination von niedriger Wärmeleitfähigkeit bei gleichzeitig hoher Tragfähigkeit entstand im vorliegenden Fall eine hochwärmedämmende monolithische Außenwandkonstruktion, die die von Schwab angestrebte Zukunftssicherheit erfüllt. Ergänzt durch Fenster mit Dreifach-Verglasung entspricht die Gebäudehülle – wie von den Bauherren gefordert – dem KfW 40-Standard. Gleichzeitig kam damit eine Lösung zum Einsatz, die wirtschaftlich ist, da sowohl die Kosten für die Einbringung zusätzlicher Dämmung als auch spätere Folgekosten für die Pflege und Instandhaltung sehr gering sind.
„Wir haben“, erklärt Architekt Volker Schwab die Baustoffwahl, „mit dem Einsatz des Hightec-Baustoffs neue Wege beschritten. Der Stein war damals erst seit Kurzem auf dem Markt.“
Homogener Hightech-Baustoff
Der verwendete Baustoff besitzt in allen Richtungen die gleichen thermischen Eigenschaften. Das ermöglicht die Planung und Realisierung von Gebäuden mit minimierten Wärmebrücken. Ytong-Dämmsteine, die umweltfreundlich aus natürlichen Rohstoffen hergestellt werden, bieten darüber hinaus den Vorteil, dass die Einzelkomponenten des Bausystems genau aufeinander abgestimmt sind. Durchdachte Anschlussdetails vermeiden weitgehend stoffbedingte Wärmebrücken und reduzieren so den Heizenergiebedarf zusätzlich. Ein ausgewogenes Verhältnis von Wärmedämmung und Wärmespeicherung gewährleistet außerdem ein ständig gleich bleibendes, ausgeglichenes Raumklima, das den Bewohnern das so wichtige Gefühl von Behaglichkeit vermittelt.
Auch in anderer Hinsicht profitierte Architekt Volker Schwab von den durchgehenden monolithischen Eigenschaften der Dämmsteine: „Dank der günstigen Verarbeitungseigenschaften von Porenbeton konnten wir speziell die klare und moderne Formensprache dieses kompakten Baukörpers besonders gut realisieren.“
Weil der Baustoff einfach zu bearbeiten ist, war besonders die eigentlich eher komplizierte Ausführung von innen liegenden Fallrohren unproblematisch. Dafür wurden an allen 4 Gebäudeecken 15 15 cm breite Schlitze herausgearbeitet. Die Mitarbeiter der Bauunternehmung Nürnberger und Epp Bau GmbH aus Miesbach fertigten die entsprechenden Zuschnitte der Steine vor Ort schnell und einfach mit der Bandsäge an und setzten die einzelnen Steine dann präzise übereinander. Anschließend brachten sie die Fallrohre ein, die zur Sicherheit vor der Montage einen Überzug aus gedämmten Schutzschläuchen erhielten. Im nächsten Schritt wurde der verbleibende Hohlraum mit PU-Montageschaum ausgeschäumt. Der Wandabschluss erfolgte bündig mit 3 cm dicken Porenbetonplatten, die ebenfalls vor Ort passend zugeschnitten wurden. Ein vor dem Verputzen aufgebrachtes Gitternetz sorgt für ausreichende Festigkeit.
„Dem erhöhten Risiko, das innenliegende Fallrohre fraglos bedeuten“, so Architekt Schwab, „haben wir dadurch Rechnung getragen, dass wir an allen 4 Ecken Fallrohre eingeplant haben. Um die anfallenden Regenmengen sicher abzuführen hätte rein rechnerisch eines genügt.“ Knapp unterhalb der Geländekante angeordnete Revisionsöffnungen bieten zusätzliche Sicherheit.
Vorteile bot der Baustoff Ytong auch im Bereich der bündig versenkten Fenster. Hier war es einfach, die Oberflächen der Fensterlaibung so exakt vorzubereiten, dass später die Dichtungsbänder sauber und präzise angearbeitet werden konnten, um die geforderte Luftdichtigkeit herzustellen.
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Die hoch wärmedämmende Gebäudehülle auf Basis des Ytong-Steins mit einem Lambdawert von λ = 0,08 W/mK übertrifft deutlich die Vorgaben der EnEV 2009.
Fotos: Xella |
Fazit
Ytong Dämmsteine aus Porenbeton sind für vielseitige Anwendungen im Wohnungsbau einsetzbar und besonders geeignet zur Erstellung von EnEV-gerechten monolithischen Außenwandkonstruktionen. Beim Bau des Einfamilienhauses in Ottobrunn kam damit ein Baustoff zum Einsatz, der niedrige Wärmeleitfähigkeit mit gleichzeitig hoher Druckfestigkeit kombiniert. Ohne ergänzende Dämmkomponenten entstand damit ein Baukörper, der zukunftssicher ist und der die mutmaßlichen Anforderungen der EnEV 2012 erfüllt.
| BAUTAFEL |
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Gebäudeart: Einfamilienhaus
Standort: Ottobrunn, Großraum München
Bauunternehmer: Nürnberger und
Epp Bau GmbH, Miesbach
Architekt: Architekturbüro Volker Schwab, Vohenstrauß
Fertigstellung: Ende 2009
Verwendete Produkte:
Ytong-Dämmsteine aus Porenbeton,
d = 42 cm, Lambda λ = 0,08
Besonderheiten:
▪ energiesparende monolithische Bauweise mit hochwärmedämmendem Porenbeton ohne Wärmedämmverbundsystem
▪ erreicht die voraussichtlichen Dämmstandards der EnEV 2012
▪ geeignet zur Erstellung zukunftssicherer monolithischer Außenwandkonstruktionen
▪ gute Verarbeitungseigenschaften
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